Fußball
Hollerbach von HSV-Rettung zu 100 Prozent überzeugt

Der HSV steht allmählich in der Pflicht. Nach neun Spielen ohne Sieg müssen im Heimspiel gegen Leverkusen dringend drei Punkte her. Sonst droht man den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu verlieren.

Donnerstag, 15.02.2018, 14:02 Uhr

Hamburger SVs Trainer Bernd Hollerbach steht vor dem Spiel im Stadion.
Hamburger SVs Trainer Bernd Hollerbach steht vor dem Spiel im Stadion. Foto: Daniel Reinhardt

Hamburg (dpa/lno) - Jetzt muss der Hamburger SV liefern! Nach neun Spielen ohne Sieg benötigt der Tabellen-17. der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen dringend einen Punkte-Dreier, um in der Abstiegszone nicht frühzeitig zurückzufallen. Denn zwölf Runden vor Saisonende trennen das einzige noch nie abgestiegene Liga-Gründungsmitglied schon sechs Punkte von einem Nichtabstiegsplatz. Selbst der ebenfalls schwer angeschlagene FSV Mainz 05 auf dem Relegationsrang hat drei Zähler mehr auf dem Konto. Die Hamburger haben lediglich 17 Punkte auf der Habenseite - so wenige wie noch nie nach 22 Spielen seit Einführung der Drei-Punkte-Regelung in der Spielzeit 1995/96.

Dennoch verbreiten die seit dem 26. November 2017 (3:0 gegen 1899 Hoffenheim) auf einen Dreier wartenden Norddeutschen Optimismus. «Es macht keinen Sinn, groß Trübsal zu blasen. Ich versuche, den Spielern Zuversicht vorzuleben und glaube zu 100 Prozent daran, dass wir den Klassenverbleib schaffen», betonte Trainer Bernd Hollerbach am Donnerstag in der Hansestadt. Er wolle, wie er mehrfach erwähnte, «den Bock umstoßen».

Höchstwahrscheinlich nicht dabei helfen kann ihm Albin Ekdal. Der defensive Mittelfeldspieler laboriert an einer Sprunggelenkblessur. «Ich gehe davon aus, dass es nicht reicht bis zum Wochenende», sagte Hollerbach. Zur Besetzung der Abwehr wollte er sich nicht äußern. Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos kehrt nach Gelb-Rot-Sperre zurück. Hollerbach: «Da habe ich wenig Sorgen in dem Mannschaftsteil.»

Immerhin: Der HSV kann aus seiner langen Liga-Historie Hoffnung schöpfen, denn er hat sich schon einmal aus einer ähnlichen Notlage befreit: 1972/73 hatte das Team zu diesem Saison-Zeitpunkt ebenfalls nur vier Siege und fünf Unentschieden erzielt. Doch unter Trainer Klaus Ochs gelang dank sechs Siegen und drei Teilerfolgen in den letzten zwölf Saisonspielen doch noch die sportliche Rettung.

Hollerbach kann für sich beanspruchen, dass er sein Team seit der Amtsübernahme am 22. Januar gefestigt hat. Mehr als zwei 1:1-Unentschieden in Leipzig und gegen Hannover 96 sowie die achtbare 0:2-Niederlage in Dortmund sind aber nicht herausgesprungen.

«Leverkusen hat viel Tempo. Wir dürfen ihnen nicht viele Räume geben und müssen selbst konsequent nach vorne agieren», sagte Hollerbach zum Spiel gegen die Gäste, mit denen in Jonathan Tah ein alter Bekannter im Volksparkstadion aufkreuzt. Der heute 22 Jahre alte frühere HSV-Profi gab 2013 sein Liga-Debüt für den Nordclub, der ihn 2015 für rund zehn Millionen Euro Ablöse zu Bayer 04 ziehen ließ.

Trotz der prekären sportlichen Lage warnt Tah vor den angeschlagenen Norddeutschen. «Der HSV wird alles abfeuern, was ihm zur Verfügung steht. Da müssen wir richtig gegenhalten», sagte er der «Hamburger Morgenpost» (Donnerstag). Dass der HSV Jahr für Jahr im Abstiegskampf steckt, lässt den in Leverkusen zum Nationalspieler gereiften Profi keineswegs kalt. «Ich hoffe natürlich, dass sich der Verein in naher Zukunft wieder festigt und sportlich nicht immer mit dem Rücken zur Wand stehen muss», betonte Tah. Dass der letzte Dino erstmals in die Zweitklassigkeit abstürzen könnte, das will er sich «beim besten Willen nicht vorstellen: Für mich gehört der HSV in die Bundesliga.»

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