Kriminalität
Suche nach dem Kindermörder: DNA-Massentest hat begonnen

Landgraaf (dpa) - Nach fast 20 Jahren nimmt die Polizei einen letzten Anlauf, um den Mord an einem Jungen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Aachen aufzuklären: Im niederländischen Landgraaf hat am Samstag ein DNA-Massentest begonnen, wie eine Polizeisprecherin bestätigte. 21 500 Männer zwischen 18 und 75 Jahren aus der niederländischen Grenzregion sind aufgerufen, freiwillig eine DNA-Probe abzugeben. Die wird mit der DNA-Spur eines Mannes an der Kinderleiche abgeglichen.

Samstag, 24.02.2018, 11:02 Uhr

Eine Polizistin entnimmt bei einem Mann eine DNA-Probe.
Eine Polizistin entnimmt bei einem Mann eine DNA-Probe. Foto: Stefan Puchner

Der kleine Nicky Verstappen war im August 1998 bei einer Ferienfreizeit aus einem Zeltlager im Grenzgebiet Brunssummerheide nordwestlich von Aachen spurlos verschwunden. Die Polizei fand die Leiche am nächsten Tag. Obwohl die Todesursache nicht eindeutig geklärt werden konnte, geht die Polizei von Mord aus.

Um die Chancen für einen neuen Ermittlungsansatz zu erhöhen, sucht die Polizei mit einer speziellen Methodik nach männlichen Verwandten des Mannes, der die Spur an Nicky hinterließ. Die Ermittler wollen mit der so genannten DNA-Verwandtschaftsuntersuchung etwa nach einem möglichen Onkel oder Enkel des Täters suchen. Auch entfernte Verwandte oder Verwandte, die nach der Tat 1998 geboren wurden, haben in ihrer DNA Übereinstimmungen mit der DNA-Spur, die bei dem Opfer hinterlassen wurde. Die Ermittler wollen bei der Suche nach dem Täter damit ihre Optionen erweitern.

Die Tests sollen bis Mitte März laufen. Zur Zielgruppe gehören Männer, die im August 1998 in dem Untersuchungsgebiet lebten und weggezogen sind oder dort noch immer leben.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5547088?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F
Illegales Tierlabor: Ermittlungen ge­gen Mitarbeiter eingestellt
Eine Maus in einem Tierversuch –  nicht alle an Tieren vorgenommenen Experimente sind illegal. Die Uni Münster will jetzt eine Handlungsempfehlung für den Umgang mit Versuchstieren entwickeln.
Nachrichten-Ticker