Prozesse
Tod eines Elfjährigen: Onkel legt Teilgeständnis ab

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach dem Tod eines elfjährigen Jungen hat der wegen Mordes angeklagte Onkel die Tat vor Gericht teilweise gestanden. Er habe das Kind geschlagen und abwechselnd mit heißem und kaltem Wasser übergossen, es aber auf keinen Fall umbringen wollen, betonte seine Verteidigerin Dagmar Loosen am Freitag beim Auftakt des Mordprozesses vor dem Düsseldorfer Landgericht. Aus ihrer Sicht sei die Tat kein Mord, sondern Körperverletzung mit Todesfolge.

Freitag, 18.05.2018, 12:05 Uhr

Der Angeklagte sitzt im Gerichtssaal des Landgerichts Düsseldorf und verdeckt sein Gesicht mit einem Aktenordner.
Der Angeklagte sitzt im Gerichtssaal des Landgerichts Düsseldorf und verdeckt sein Gesicht mit einem Aktenordner. Foto: Federico Gambarini

Als Nebenklägerin lauschte die Mutter des Kindes weinend dem Martyrium, über das der Staatsanwalt aus den letzten Stunden des Kindes berichtete. Der 41-jährige Onkel ist wegen Mordes angeklagt.

Die Anklage wirft ihm vor, dem Jungen im Badezimmer einen so heftigen Schlag versetzt zu haben, dass dieser am 5. Oktober vergangenen Jahres rückwärts in die Badewanne stürzte und bewusstlos wurde. Dann soll er, angeblich um das Kind zu wecken, diesem so heißes Wasser über den Kopf gegossen haben, dass der Elfjährige schwere Verbrühungen erlitt.

Obwohl der 41-Jährige erkannt habe, dass der Junge sich in einem kritischen Zustand befand, soll er anschließend kaltes Wasser in die Badewanne eingelassen und den Jungen seinem Schicksal überlassen haben. Er habe es wie einen Duschunfall aussehen lassen wollen, sagte der Staatsanwalt.

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