Notfälle
Fünf Badetote bislang 2018: DLRG warnt vor Gefahren

Düsseldorf (dpa/lnw) - In Nordrhein-Westfalen gab es 2018 bereits mindestens fünf tödliche Badeunfälle - allein drei von ihnen im Kreis Neuss. Am Sonntag starb ein 19-Jähriger beim Schwimmen im Kaarster See. Zuvor waren bereits ein vierjähriger Junge und ein 18-Jähriger beim Baden in Baggerlöchern im Kreis Neuss ums Leben gekommen. Im Rursee in der Eifel ging ein Mann aus Indien unter. Im Fluss Ruhr bei Herdecke ertrank eine 69 Jahre alte Frau. In zwei Fällen überlebten Badende in kritischem Zustand.

Sonntag, 15.07.2018, 17:42 Uhr

Das undatierte Handout zeigt den Sprecher der DLRG Nordrhein, Michael Grohe.
Das undatierte Handout zeigt den Sprecher der DLRG Nordrhein, Michael Grohe. Foto: DLRG

Menschen überschätzen oft ihre Schwimmfähigkeiten - und unterschätzen Gefahren durch Temperatursprünge und Strömung, warnt die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) jedes Jahr aufs Neue. 2017 ertranken in NRW 55 Menschen in Gewässern, im Jahr zuvor 76.

«In jedem heißen Sommer gibt es zahlreiche Badeunfälle. Selbst geübte Schwimmer können betroffen sein», erklärt DLRG-Sprecher Michael Grohe. Und: «Ertrinken ist immer ein stiller Vorgang.» Plötzliche Untiefen und Temperaturabfall, sogenannte Sprungschichten, könnten unvermittelt zu Kreislaufproblemen und Bewusstlosigkeit führen.

Wer schwächelt und die Orientierung verliert, sinkt unter Wasser ab. «Ein erwachsener Körper mit erschlaffter Muskulatur ist schwer, zumal die Luft aus den Lungen entweicht. Das macht es kompliziert, jemanden schnell genug wieder an die Oberfläche zu holen», so Grohe.

Gründe für Badeunfälle seien häufig auch Leichtsinn und Alkohol. «Wenn eine Gruppe junger Leute bei Sommerhitze am Badestrand abhängt und trinkt, schwinden Leistungskraft und Urteilsvermögen. Ein Sprung ins kalte Wasser kann Lebensgefahr bedeuten», sagte der Experte.

Zwei gekenterte Kanufahrer hatten am Freitag Glück: Sie konnten sich in Düsseldorf aus eigener Kraft aus dem Rhein retten. Die Polizei hatte mit Hubschraubern und Booten nach ihnen gesucht. Wenig später seien sie unversehrt ans Ufer geschwommen, hieß es.

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