Prozesse
Ex-Förderschüler verklagt NRW: Entscheidung in Köln erwartet

Ein junger Mann hat seine Schulzeit an einer Schule für geistige Behinderung verbracht - obwohl er in Wirklichkeit normal intelligent sei, wie er argumentiert. In einem Prozess will er Schadenersatz vom Land NRW.

Dienstag, 17.07.2018, 02:32 Uhr

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen.
Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen. Foto: Britta Pedersen

Köln (dpa/lnw) - Im Rechtsstreit zwischen einem früheren Förderschüler und dem Land Nordrhein-Westfalen um seine Einstufung als geistig behindert könnte es heute zu einer Entscheidung kommen. Am Landgericht Köln ist ein Verkündungstermin in dem Verfahren angesetzt. Der heute 21 Jahre alte Ex-Förderschüler hat NRW verklagt und fordert Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Der junge Mann hatte bis zu seinem 18. Lebensjahr eine Förderschule für geistige Behinderung besucht, zunächst in Bayern, dann in Köln. Er argumentiert, dass er zu Unrecht an der Schule in NRW habe bleiben müssen - immer wieder habe er vergeblich um einen Schulwechsel gebeten. Durch den Besuch der Förderschule seien ihm Chancen verbaut worden. Später holte er den Hauptschulabschluss auf einem Berufskolleg nach.

Die Anwältin des beklagten Landes hatte während des Prozesses betont, die Lehrkräfte hätten regelmäßig in den Zeugnissen Einschätzung vorgenommen. Die Sonderschule habe der Junge bis zum 18. Lebensjahr besuchen können, während er auf einer Regelschule nach Ansicht der Pädagogen «nicht förderlichen» Einflüssen ausgesetzt gewesen wäre und schon mit 16 Jahren hätte abgehen müssen.

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