Preußen Münster
Di., 31.08.2010
Die Fußballpraktikanten
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Münster - Es ist immer wieder die Rede von der Generation Praktikum. Es verwundert gegenwärtig daher nicht sonderlich, dass dieser Trend auch vor dem afrikanischen Kontinent keinen Halt macht.
Etwas besonderes ist es dann jedoch schon, wenn eben diese Praktikanten die weite Reise ins Münsterland auf sich nehmen, um den Fußballlehrern des SC Preußen über die Schulter zu schauen. Amos Z. Muatsundu und Daniel Albertus Mouton sind ihrerseits Trainer beim namibischen Verband und durch den Kontakt zum Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) an ihre Praktikumsstelle gekommen. Insgesamt zehn Fußballtrainer wurden nach Deutschland entsandt um an den Leistungszentren (unter anderem Dortmund, Schalke, Bochum, Bielefeld und Paderborn) unterrichtet zu werden. Münster zählt normalerweise nicht zu diesen, umso mehr war man in der Domstadt erfreut, vom FLVW ausgewählt worden zu sein. „Das ist sicher auch eine Anerkennung der kontinuierlich guten Jugendarbeit, die wir hier leisten“, sagt Martin Kastner, sportlicher Leiter der Jugendabteilung beim SCP.
Ausgebildet wurden Muatsundu und Mouton von einem alten Bekannten der münsterischen Fußballszene: Detlev Brüggemann, von 1975 bis 1976 Trainer der damaligen Zweitliga-Elf des SC, unterrichtete die beiden im Rahmen der bestehenden Kooperation zwischen dem FLVW und dem namibischen Verband vor Ort. Beginnend im Jahr 2004 erwarben die beiden die C-, B-, und mittlerweile sogar die A-Lizenz. Damit gehören Muatsundu und Mouton zu einem erlesenen Kreis: Nur acht weitere Kandidaten schafften diese Prüfung.
In ihrer Haupttätigkeit sind beide Lehrer. Muatsundu unterrichtet Geographie und Sozialwissenschaften, Mouton Mathematik und Physik.
Eine Woche lang hospitierten sie beim SC und waren von der Arbeit im Verein beeindruckt. „Mit welchem Enthusiasmus hier gearbeitet wird, wie organisiert und strukturiert trainiert wird - das ist toll“, sagt Mouton. und Muatsundu fügt an: „Wenn man das Training hier begleitet, werden einem als Fußballlehrer die Augen geöffnet.“
Vor allem strukturelle Probleme seien es, die den Aufbau einer guten Jugendarbeit in Namibia erschweren. „Die Arbeit mit den Kindern genießt leider keinen sehr großen Stellenwert. Da zählt die erste Mannschaft und alles, was darunter kommt, wird nicht wahrgenommen“, klagt Muatsundu.
Eine Woche lang begleiteten sie Martin Kastner, nahmen an verschiedenen Trainingseinheiten teil, führten zusammen Spielanalysen durch, genossen die westfälische Küche und hatten sogar die Möglichkeit ein Bundesligaspiel auf Schalke sowie das Regionalliga-Spiel der Adler gegen Trier zu sehen. Akribisch schrieben sie mit, führten Buch über das Erlebte und skizzierten Trainingsaufbauten und Übungen. „Das, was wir hier erlebt haben, hilft uns für unsere Arbeit enorm. Wir sind unglaublich glücklich und dankbar, dass wird diese Gelegenheit hatten“, sagt Muatsundu. Am heutigen Mittwoch geht es für die beiden zurück.
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