Große Koalition zum Drittliga-Spiel Münster gegen Osnabrück
Di., 21.02.2012
Schulterschluss vor dem Derby
Münster -
Ungewöhnliche Koalition im Preußenstadion, schwarz-rot macht Werbung für ein verträgliches Derby: Vier Tage vor dem Schlagerspiel in der 3. Liga zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück kam es zum Schulterschluss. Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) traf seinen Amtskollegen aus Münster, Markus Lewe (CDU). Im Gefolge: SCP-Clubchef Dr. Marco de Angelis und VfL-Präsident Gert Lehker wie auch die Fan-Beauftragten Andreas Zimmermann und Holger Wissing. Tatsächlich wurden Schals getauscht und ein VfL-Rotwein an die Gastgeber überreicht, Harmonie pur war das fast schon.
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Der Hintergrund des Treffens vor dem so genannten Risikospiel war alles andere spaßig. Ein Blick zurück: Im Hinspiel versuchten zunächst Osnabrücker Anhänger den Preußen-Fanblock zu stürmen. Kurz vor Anpfiff sorgte der Wurf eines selbstgebastelten Böllers für eine Explosion im alten Spielertunnel, bei der 33 Menschen verletzt wurden. Der entsprechende Strafprozess wird ab Donnerstag im Landgericht Osnabrück verhandelt.
„Dieses Treffen soll ein Signal sein. Einerseits sollen die Fans ihre Mannschaft leidenschaftlich anfeuern, andererseits muss alles friedlich und gewaltfrei sein“, lautete der Aufruf von Pistorius, dem bekennenden VfL-Fan. Und Preuße Lewe fügte an: „Wir müssen als Oberbürgermeister der Friedensstädte auch Verantwortung dafür tragen.“ Auch die Fanvertreter versuchten im Vorfeld zu beruhigen, Zimmermann sagte: „Garantien gibt es keine, aber wir werden alles Erdenkliche tun, damit die Partie friedlich verläuft.“ Und auch der Preußen-Vertreter Holger Wissing ist vorsichtig zuversichtlich: „Die Ereignisse des Hinspiels haben Wirkung gezeigt, alle halten sich zurück. Und das soll auch so bleiben.“
