Klopp-Schelte nach Kiel-Spiel stößt in Münster nur bedingt auf Verständnis
Mi., 08.02.2012
Harte Kerle auf beheiztem Rasen
Gefrorenes Geläuf - damit mussten die Preußen schon in Babelsberg zurecht kommen.
Münster -
Dortmunds Trainer Jürgen Klopp war nach dem 4:0-Sieg am seiner Mannschaft am Dienstagabend bei Holstein Kiel schlecht auf den Fußballplatz zu sprechen, auf dem seine Schützlinge kurz zuvor souverän ins DFB-Pokal-Halbfinale eingezogen waren. „Im Winter gehört eine Rasenheizung dazu. Das muss Pflicht sein. Da muss der DFB reagieren. Und wenn es keine Rasenheizung gibt, muss eben woanders gespielt werden“, so Klopp.
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Am Freitag spielt Werder Bremen in Münster auf einem knüppelharten Platz ohne Rasenheizung – und nicht woanders. Alltag in der dritten Liga. Preußen-Sport-Vorstand Carsten Gockel sieht die Sache dann auch differenzierter als der Dortmunder Trainer des Jahres: „Es gibt diese Übergangsphase bei Vereinen in der Regionalliga, und das macht vor der dritten Liga nicht halt. Da kann auch Jürgen Klopp nicht verlangen, dass sich jeder Verein mit Summen um die 700 000 Euro ins Zeug legt, um sofort eine Rasenheizung anzuschaffen. Das braucht etwas Zeit.“
Entsprechend hat Gockel sich auch beim DFB eingelassen. – Bis dahin müsse es dann teilweise auch ohne beheizten Rasen gehen. Andererseits versteht Gockel Klopps Sorge um die Gesundheit der Spieler: „Aber die wiederum ist nicht Sache der Platzkommission.“ Die kümmere sich ausschließlich um Wohl und Wehe des Untergrunds, das Gefahrenpotenzial für die Spieler kann und darf einzig der Schiedsrichter ein- und abschätzen.
„Er entscheidet, ob gespielt werden kann oder nicht“, so Gockel. Der Druck auf den Unparteiischen allerdings ist immens hoch. „Dem DFB liegt natürlich daran, dass die Spiele termingerecht gespielt werden – so weit das eben möglich ist. Es ist extrem schwer für einen Schiedsrichter, ein Spiel abzusagen, wenn Mannschaften und Fans schon im Stadion sind, wenn die Würstchen schon auf dem Grill liegen und alle sich auf das Spiel freuen“, so Gockel.
In Babelsberg hatte der Unparteiische eine Stunde vor dem Anpfiff ernste Bedenken angemeldet, kurzfristig sogar empfohlen in einer Blitzaktion den Schnee vom Platz zu fegen – oder die Partie abzusagen. Gespielt wurde schließlich doch mit dem orangen Ball auf weißem Untergrund. 2:0-Sieger Preußen war zufrieden, Verlierer Babelsberg schob die Schlappe zumindest nicht auf den Platz. „Es konnte gespielt werden“, sagte auch Carsten Gockel, „auch wenn ein richtiges Fußballspiel auf so einem Boden natürlich nicht dabei rauskommt“.
► Am Dienstagmorgen startete der freie Vorverkauf für die Partie gegen den VfL Osnabrück am 25. Februar – und die ersten 8600 Karten sind bereits an den Fan gebracht. Ob der SC Preußen einen Antrag auf Erhöhung der Zuschauerzahl einreichen wird, hängt von den weiteren Verkaufszahlen ab.
