Mi., 19.10.2016

Fake-Profile auf Facebook Wie Sie sich vor einem Betrug schützen können

Fake-Facebook-Profile richten finanziellen Schaden an. Foto: dpa

Die Masche ist nicht neu, flammt aber immer wieder auf: Betrüger bauen Facebook-Profile nach und machen sich auf die Suche nach gutgläubigen Opfern. Ihr Ziel: Daten, eine Handynummer und ein finanzieller Schaden. Foto: Oliver Berg/dpa

Münster - 

Eine fiese Masche: Betrüger kopieren bereits bestehende Profile auf Facebook, verschicken Freundschaftsanfragen an die Freunde des Original-Profils und versuchen so an Daten und dann an Geld zu kommen. Wir erklären an einem Fall aus Münster, was es mit diesen gefakten Facebook-Profilen auf sich hat:

Von Julia Kwiatkowski

Der Anruf kam am späten Dienstagabend. Eine Bekannte hatte Alexia Gnilie angerufen und ihr gesagt, dass ein Fake-Profil von ihr auf Facebook sein Unwesen treibe. "Ich bin aus allen Wolken gefallen und total panisch geworden", erzählt die Münsteranerin. Sie dachte sofort an einen Identitäts-Diebstahl.

Ihr Freund konnte sie beruhigen. Denn scheinbar ist ihr Facebook-Profil nicht gehackt, sondern "lediglich" kopiert worden. So wie ihr ist es übrigens auch einigen ihrer Freundinnen ergangen.

Wie die Betrüger vorgehen

Bekannte und Freunde erhalten eine Freundschaftsanfrage von einer Person, die sie vermeintlich kennen oder die sie eigentlich bereits vor längerer Zeit als Freund/Freundin hinzugefügt haben. Auf den ersten Blick fällt nichts auf. Wird die Freundschaftsanfrage bestätigt, folgt relativ schnell eine Chat-Nachricht:

"Hallo, kannst du mir deine Handynummer schicken =)"

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Foto: Screenshot Alexia Gnilie

Beim genaueren Hinsehen fallen Fehler im Namen auf. Manchmal fehlt ein Buchstabe - so wie bei Alexia. Es fehlte das "i" im Nachnamen. Die anderen Daten stimmten. Das mag vielleicht einer der Gründe dafür sein, dass Freunde und Bekannte antworten. Auf die Betrüger hereinfallen. Auch die Betrüger, die Alexias Profil nachgebaut haben, haben leider Glück: Einige ihrer Freunde haben sich täuschen lassen und ihre Handynummer weitergegeben.

"

Nicht ich war das wirkliche Opfer, sondern die, die ihre Nummer weitergegeben haben.

Alexia Gnilie

"

Das Betrügerprofil hat als "Alexia Gnile" dann erneut Kontakt zu den neu gewonnen Freunden aufgenommen und ihnen erklärt, dass sie jetzt eine SMS losschicken. Die Angeschriebenen sollten dann einen Bestätigungscode an "Alexia Gnile" schicken und auf den in der SMS enthaltenen Link klicken. Erklärt wird das Vorgehen mit einer Wette, die gewonnen werden will.

Alexia Gnilies Freunde haben ihr dann geschrieben und ihr mitgeteilt, dass sie ihre Handynummer weitergegeben haben. "Mir ist das Herz in die Hose gerutscht. Aber nicht ich war das wirkliche Opfer, sondern die, die ihre Nummer weitergegeben haben", so Alexia. Sie habe ihnen geraten, den Vorfall der Polizei zu melden.

Viele Freunde haben sich aber auch bei ihr gemeldet und sie auf das Fake-Profil aufmerksam gemacht. Darüber habe sie sich sehr gefreut. Sie hofft jetzt, mit ihrem Fall anderen Menschen helfen zu können, um sie vor einem möglichen Datendiebstahl zu schützen.

Sicherheitseinstellungen

So schützen Sie Ihr Facebook-Konto

Was die Betrüger wollen

Finanziellen Schaden anrichten. Mit der Handynummer und den Informationen aus dem Facebook-Profil, die sie nach Bestätigung der Freundschaftsanfrage bekommen, können die Täter ein Paypal-Konto anlegen. Fallen ihre Opfer auf den per SMS zugeschickten Bestätigungscode ein und klicken sie vielleicht noch auf einen hinterlegten Link, können die Betrüger Einkäufe tätigen und das Konto des Opfers damit belasten.

Der tatsächliche Besitzer der Handynummer erhält TAN-Anfragen. Wenn er sie beantwortet, wird sein Konto belastet. Weitere Informationen dazu lesen Sie hier.

Zum Thema

Die Inititiative "mimikama" (ZDDK - Zuerst denken - dann klicken) berichtet hier über die Masche mit den gefälschten Profilen

Was Sie tun müssen, wenn Sie auf den Betrug hereingefallen sind

Ein finanzieller Schaden wird durch die Herausgabe der Handynummer nicht ausgelöst. Wer allerdings einen Bestätigungscode an das Betrügerprofil verschickt hat und gegebenenfalls noch den Link in der SMS angeklickt hat, sollte handeln.

Jochen Laschke von der Polizei Steinfurt rät Leuten, die befürchten, dass Geld in Kürze von ihrem Konto abgezogen werden könnte, zur Polizei zu gehen und den Fall anzuzeigen. "Einzelfälle sind bekannt, kreisweit gibt es sie immer wieder - aktuell gibt es aber keine Häufung dieser Fälle", berichtet Laschke.

Wem ein Fake-Facebook-Profil auffällt, sollte dies unverzüglich Facebook melden. In den meisten Fällen reagiert das soziale Netzwerk sehr schnell.

Ansonsten heißt es, wie so oft: Misstrauisch zu sein, Kontaktanfragen zu hinterfragen und Freunden ungewöhnliche Aktivitäten zu melden.

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