Digitaler Teekocher Temial
Twitter spottet über neues Vorwerk-Produkt

Wuppertal -

Ein Teekocher für 599 Euro? Angesichts eines Umsatzeinbruchs bei der Küchenmaschine Thermomix setzt das Familienunternehmen Vorwerk auf ein neues Produkt. Dieses sorgt für viel Kopfschütteln im Netz.

Mittwoch, 16.05.2018, 17:05 Uhr

Digitaler Teekocher Temial: Twitter spottet über neues Vorwerk-Produkt
Das ist die Vorwerk-Neuheit: Der Teezubereiter Temial. Foto: Vorwerk Temial GmbH

Weltweit war der Thermomix-Umsatz im vergangenen Jahr um 12,9 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro zurückgegangen, im wichtigsten Markt Deutschland lag das Umsatzminus sogar bei 22,1 Prozent, wie das Wuppertaler Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Einen Umsatzrückgang musste Vorwerk auch bei der Staubsaugermarke Kobold mit einem Minus um 5,3 Prozent hinnehmen, so dass der Umsatz der Vorwerk-Gruppe insgesamt um 5,0 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurückging. Das operative Jahresergebnis habe „signifikant“ unter dem des Vorjahres gelegen, hieß es.

Haben Luxus-Haushaltsmaschinen angesichts solcher Zahlen eine Zukunft? Ja, ist Vorwerk-Gesellschafter Reiner Strecker überzeugt. Neue Kunden beispielsweise in China sollen das Geschäft wieder ankurbeln. Gerade dort, so die Hoffnung, könnte das neue Gerät aus dem Hause Vorwerk Anklang finden: Im Spätsommer soll die automatische Teemaschine Temial auf den Markt kommen.

Teekocher für 599 Euro

„Das Teegerät ist das Herzstück eines Systems, das eine individuelle Zubereitung von Teesorten durch den Temial-Code-Scanner und eine begleitende App ermöglicht″, preist das Unternehmen das Gerät an. Wer seinen Favoriten aus den zunächst zehn verschiedenen Sorten losen Bio-Tees gewählt hat, kann Temperatur, Ziehzeit und Flüssigkeitsmenge nach persönlichen Wünschen per App steuern.

Allerdings löst der Preis für das Gerät im Netz einhelliges Kopfschütteln aus: 599 Euro soll der digitale Tee-Zubereiter kosten.

Ob die Nachfrage für den Temial groß genug sein wird? Angesichts dieser Reaktionen könnten Zweifel aufkommen:

Bei Vorwerk glaubt man an den Erfolg des Luxus-Teekochers. „Wir erschließen uns mit dieser neuen Produktwelt ein neues Segment, das hervorragend zu unserer strategischen Ausrichtung passt”, hieß es bei der Produktvorstellung in Wuppertal.

Ausweitung des Vertreterheers

Um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden, nimmt Vorwerk auch den Vertrieb in den Blick. Nach einem Rückgang des Vertreterheers im vergangenen Jahr wolle man wieder auf mehr Berater setzen. Weltweit 633.128 selbstständig arbeitende Vertreter standen im vergangenen Jahr 12.333 festangestellten Mitarbeitern gegenüber. Zudem prüfe Vorwerk auch die zunehmende Einbindung weiterer Vertriebswege wie den Verkauf in Shops oder im Internet, kündigte Vorwerk-Gesellschafter Reiner Strecker an.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5744667?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F2268861%2F
Dachziegel rutschen auf Stände: Vier Personen leicht verletzt
Die Dachziegel des Stallgebäudes gerieten aus noch ungeklärten Gründen plötzlich ins Rutschen.
Nachrichten-Ticker