So., 09.03.2014

Das dritte "New-Names"-Konzert Vom Überwinden von Stilgrenzen

Das dritte "New-Names"-Konzert : Vom Überwinden von Stilgrenzen

Die Blanca Núñez Band eröffnete das dritte "New-Names"-Konzert im Jovel. Foto: Gunnar A. Pier

Münster - Spanische Singer-Songwriter-Klänge, Alternative Rock und Hits der Siebziger: Mit einem breitgefächerten Programm ging die "New-Names"-Reihe am Freitagabend in die dritte Runde. Beweisen muss sich das Konzept von „New Names“ nicht mehr. Es hat sich offenbar herumgesprochen, dass die Konzertreihe eine gute Gelegenheit ist, den ersten Freitag jeden Monats mit guter Live-Musik zu verbringen.

Von Carsten Vogel

Dass „ New Names “ nicht gleichbedeutend mit jungen Talenten ist, beweist am vergangenen Freitagabend die dritte Band, die im Jovel Club auftritt: Sixx Strings heißt das Quartett, das den Eindruck vermittelt, die Stray Cats und ZZ Top hätten sich vor sechs Wochen mit Pete Townshend auf ein Stelldichein getroffen und fröhlich in den gut gefüllten Topf von 70er Jahre Rocksongs gegriffen. Hemdsärmelig und breitbeinig rockten sie sich durch ein Repertoire von Creedence Clearwater Revival, The Sweet, Steve Miller, T. Rex bis hin zur Golden-Earring-Zugabe. Eine halbe Stunde, die Laune macht und in der die Band sich für zünftige und künftige Stadtfeste bewirbt.

Beweisen hingegen muss sich das Konzept von „New Names“ nicht mehr. Es hat sich offenbar herumgesprochen, dass die Konzertreihe, die in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein “ Vision” zur Förderung der populären Kultur entstanden ist, eine gute Gelegenheit ist, den ersten Freitag jeden Monats mit guter Live-Musik zu verbringen. So finden bei der dritten Auflage mehr Zuschauer in den Club als noch einen Monat zuvor. Die Abläufe wirken bereits routinierter.

Auch reißen die Bewerbungen nicht ab. Allein im Februar kamen fast 20 neue Bands dazu, sodass Steffi Stephan Probleme hat, dieser Flut überhaupt nachzukommen.

Ein Problem hat der Jovel-Chef auch, als er die erste Band des Abends ankündigen muss. Der Apostroph und die Tilde über diversen Buchstaben in der Kombination mit einem „z“, das wie ein englisches „TH“ ausgesprochen wird, geht Steffi Stephan mühsam über die Lippen. Bandleaderin und Namensgeberin der Gruppe, Blanca Núñez korrigiert aber charmant: „Du wirst nie ins Bett gehen, ohne etwas Neues gelernt zu haben“, zitiert sie ein spanisches Sprichwort und leitet damit den ersten Song ein. Sowieso: Der sympathische Vierer ist zwar nicht der Anheizer des Abends, dafür aber seine Seele. Blanca Núñez beginnt mit einem englischen Song, um dann fortan in Spanisch weiter zu singen. Sie klingt wie eine spanische Ostküsten-Melange von Melissa Etheridge und Joni Mitchell. Mal mit viel Gefühl, mal mit Wucht und Verve. Für drei Lieder gesellt sich Schwester Teresa mit auf die Bühne. Ein wunderbarer Auftakt.

Die zweite Band des Abends beweist, dass „New Names“ auch immer eine unberechenbare Größe ist. Auf der Bühne kündigen rote versale Letter die Band Your Chaos an. Die Münsteraner haben bereits den Bandcontest „Rockit“ gewonnen und geben von der ersten Sekunde an Gas. Sänger Christopher Müller fordert das Publikum auf, keine Berührungsängste zu haben. Müller singt sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch: New Model Army trifft BAP auf Speed. Müller wechselt zwischen Sprechgesang und melodiösen Gesangslinien. Bei „Herz“, bei dem Schlagzeugerin Silke Büscherhoff den Pulsschlag vorgibt, darf es dann auch mal ruhiger und poppiger werden.

Dieser Abend beweist, dass Stilgrenzen knapp zwei Stunden überwunden werden können. Die nächste Gelegenheit ist wieder Anfang April. Und der macht bekanntlich ja auch, was er will.

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