Mi., 23.07.2014

Teure Betreuung Fiskus beteiligt sich an Pflegekosten

Münster - 

Die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger kann die Finanzpolster kräftig angreifen. Nicht nur per direkter Förderung, sondern auch mittels einiger Steuervorteile kann man den Staat an den Pflegekosten beteiligen.

Von Jürgen Stilling

Dabei spielt immer die Frage eine Rolle, ob der betroffene Angehörige „pflegebedürftig“ oder „hilflos“ ist. Bei hilflosen Menschen können grundsätzlich höhere Beträge geltend gemacht werden. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe in Neustadt rät:►

► Pflege-Pauschbetrag für Angehörige sichern:  Bei der Betreuung eines Angehörigen der Pflegestufe III, der in den eigenen vier Wände gepflegt wird, steht dem Steuerpflichtigen ein Pflege-Pauschbetrag von 924 €  zu. Voraussetzung: Der Pflegende bekommt keinerlei Entlohnung für seine Dienste.► Kosten als außergewöhnliche Belastung von der Steuer „absetzen“ : Wenn die Kosten für die Pflege oder Heimkosten die Grenze des Zumutbaren überschreiten, können zahlreiche Ausgaben als außergewöhnliche Belastungen „abgesetzt“  werden.► Haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen: Kommt täglich ein ambulanter Pflegedienst, etwa um Essen zu bringen und/oder die Wohnung zu reinigen, können die anfallenden Kosten – mindestens in Teilen – als sogenannte „haushaltsnahe Dienstleistungen“ steuerlich geltend gemacht werden. Bis zu einem Höchstbetrag von 6000 €  werden dann 20 Prozent der Kosten erstattet. Geregelt ist diese Vergünstigung im Paragrafen 35a des deutschen Einkommensteuergesetzes.►►► Steuerfreies Vererben: Sollte jemand einen Menschen freiwillig pflegen, so können bis zu 20 000 €  auch an Nichtverwandte steuerfrei vererbt werden – selbst wenn förmlich keine Pflegestufe festgestellt wurde. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in München jüngst entschieden (BFH, Urteil vom 11. 9. 2013).

Private Versicherungen

Die gesetzliche Pflegeversicherung wird auch künftig nur einen Teil der Kosten im Pflegefall tragen. Es gibt drei Arten von privaten Pflegezusatzversicherungen:

►  Die Pflegerentenversicherung wird als Lebensversicherung angeboten. Im Fall der Pflegebedürftigkeit zahlt sie je nach Hilfebedürftigkeit eine monatliche Rente.►

► Die Pflegekostenversicherung erstattet die Kosten, die nach der Vorleistung der gesetzlichen oder privaten Pflichtversicherung übrig bleiben.

► Die Pflegetagegeldversicherung wird unabhängig von den tatsächlichen Belastungen durch die Pflege überwiesen. Bei Nachweis der Pflegebedürftigkeit wird bei dieser Zusatzversicherung ein vereinbarter fester Geldbetrag für jeden Pflegetag gezahlt. Die Leistung orientiert sich in der Regel an der Pflegestufe. Sie ist also völlig unabhängig davon, ob die Pflegeleistungen stationär, teilstationär oder in Form häuslicher Pflege durch zugelassene Pflegedienste geleistet wird.

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