Schneechaos 2005
Als die spröden Masten brachen: Die große Chronik

Münsterland - Das Schneechaos beginnt mit einer für das Münsterland ungewöhnlichen Wetterlage am 25. November 2005, einem Freitag. Diese Wetterlage beschreibt der Deutsche Wetterdienst in einer Pressemitteilung am 28. November 2005 so: „Pünktlich zum ersten Adventswochenende hatte der Winter praktisch ganz Deutschland fest im Griff. Nur wenige Regionen waren schneefrei. Dabei war die Schneeverteilung nicht überall so, wie man es gewohnt ist, sondern traf auch Gebiete, die gewöhnlich keine hohen Schneemassen verzeichnen. Vor allem in einem Streifen vom Weser- und Wiehengebirge über das nördliche Münsterland und den Niederrhein bis zu den Niederlanden hat Schneetief Thorsten von Freitagnachmittag (25.11.2005) bis Sonnabend (26.11.2005) weiße Pracht in selten beobachteter Höhe zurückgelassen ...“ 

Montag, 23.11.2015, 13:11 Uhr

Facetten des Schneechaos' im Westmünsterland: Umgeknickte Strommasten, Verkehrschaos und gestrandete Bahnfahrer - aber auch gemütliche Enge bei Kerzenschein.
Facetten des Schneechaos' im Westmünsterland: Umgeknickte Strommasten, Verkehrschaos und gestrandete Bahnfahrer - aber auch gemütliche Enge bei Kerzenschein. Foto: Jürgen Peperhowe, Montage: gap

Freitag, 25. November 2005

Am Morgen beginnt es in weiten Teilen des Münsterlandes zu schneien. Es ist Nassschnee, der in dicken Flocken fällt. Nachmittags und abends intensiviert sich der Schneefall. Während im Ruhrgebiet kein Schnee zu sehen ist, versinkt das Münsterland in rund 30 Zentimetern Nassschnee. Lagebericht der Bezirksregierung Münster am Freitag um 17 Uhr: Fast alle Feuerwehren sind im Einsatz; hauptsächlich Schäden durch Windbruch; Bundesstraßen: Staus durch Vereisung; Stromleitungen hängen wegen der Last durch und drohen zu reißen; nach kurzer Beruhigung der Wetterlage jetzt wieder extreme Verschlechterung, Tendenz steigend. Im Münsterland zählt die Polizei bis zum Abend fast 500 Einsätze und 200 Unfälle. In NRW kracht es witterungsbedingt fast 800 Mal. Ab Mittag ist die Autobahn 1 zwischen Lengerich und dem Kreuz Lotte gesperrt, weil sich Lastwagen quergestellt haben. Zudem sind Talbrücken vereist.

Das Schneechaos im Münsterland 2005

1/33
  • Verkehrschaos am Schöppinger Berg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schneechaos

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linienbus bei Legden

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nathalie Licard mit der Spezial-Schneekugel aus der Harald-Schmidt-Show.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In einer Notunterkunft in Ochtrup werden am Sonntagmorgen (27.11.2005) Kinder mit warmen Getränken und etwas Essen versorgt.

    Foto: dpa
  • Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Unter schneebedeckten Stromleitungen fährt ein Fahrzeug der Straßenmeisterei am Samstag (26.11.2005) über die Autobahn A31 im münsterländischen Heek. Die Autobahn wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.

    Foto: dpa
  • Umgeknickte Strommasten zwischen Altenberge und Laer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Chaos am Schöppinger Berg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nichts geht mehr am Bahnhof Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Versorgung in Leer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup sitzen am Sonntagmorgen (27.11.2005) Petra, das Kleinkind Andre und Andreas.

    Foto: dpa
  • Im münsterischen Hauptbahnhof wurden gestrandete Bahnreisende im Schutzbunker betreut.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup sitzen am Sonntagmorgen (27.11.2005) Bewohner des Ortes, der seit mehr als 48 Stunden ohne Strom ist, beim Frühstück.

    Foto: dpa
  • Ein Schneemann in Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schnee 2005 in Borghorst.

    Foto: Cornelia Balzer
  • In einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup versorgen Mitarbeiter des Roten Kreuzes am Sonntagmorgen (27.11.2005) die Bewohner des Ortes, der seit mehr als 48 Stunden ohne Strom ist.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kochen mit Teelichtern: Christel (r.) und Christian Materne und Nachbarin Anne Hassenflug aus Burgsteinfurt machen Dosensuppe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Umgeknickte Strommasten stehen am Montag (28.11.2005) auf einem Feld bei Laer in der Nähe von Münster.

    Foto: dpa
  • Kochen mit Teelichtern: Christel (r.) und Christian Materne und Nachbarin Anne Hassenflug aus Burgsteinfurt machen Dosensuppe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Umgeknickte Strommasten zwischen Altenberge und Laer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein Gastkocher macht es möglich: Monika Meier von der Kreisrotkreuzleitung versorgt die Einsatzkräfte mit heißer Suppe.

    Foto: Anne Eckrodt
  • Wenn nichts mehr geht: Autos aus dem Schneegestöber schieben war am Wochenende des 25./26. November 2005 wohl noch eine der leichteren Übungen. Die Ereignisse in Ochtrup und Umgebung haben aber gezeigt, dasss ich die Menschen gegenseitig helfen.

    Foto: Beile
  • Jürgen Rüttgers zu Besuch in Ochtrup.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Vor einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup wärmt sich ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes am Sonntagmorgen (27.11.2005) mit einem Becher heißem Tee auf.

    Foto: dpa
  • Schneekugel aus der Harald-Schmidt-Show,

    Foto: Anne Eckrodt
  • Mitarbeiter von RWE bei der Reparatur der Hochspannungsleitungen bei Ahaus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • RWE-Monteure schrauben am Montag (28.11.2005) bei Ochtrup einen Notstrommast für die Starkstromleitung zwischen Gronau und Ochtrup zusammen.

    Foto: dpa
  • Fachleute des Energieversorgers RWE reparieren am Sonntag (27.11.2005) nahe dem münsterländischen Ochtrup eine Stromüberlandleitung.

    Foto: dpa
  • In einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup kümmert sich Mitarbeiter des Roten Kreuzes am Sonntagmorgen (27.11.2005) um die Einheimischen.

    Foto: dpa
  • Unter schneebedeckten Stromleitungen fährt ein Fahrzeug der Straßenmeisterei am Samstag (26.11.2005) über die Autobahn A31 im münsterländischen Heek.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwei Techniker reparieren am Sonntag (27.11.2005) in Leeden (Kreis Steinfurt) eine Stromleitung, die sich in einer Winterlandschaft mit schneebehangenen Bäumen befindet.

    Foto: dpa

Der Verkehr staut sich teilweise auf 35 Kilometern. In beide Richtungen gesperrt ist ab Mittag auch die A31 bei Gescher. Dort ist ein Starkstromkabel gerissen, das die Autobahn quert. Etwa tausend Autofahrer sitzen hier fest, etwa 200 Autos stauen sich am Schöppinger Berg, wo es wegen der Schneemassen ebenfalls nicht weitergeht. Die Menschen werden in Notunterkünfte gebracht. Das Schneechaos trifft vor allem die Bahn. Unter der Schneelast umgestürzte Bäume sind auf Oberleitungen und Gleise gefallen und blockieren die Strecken.

75F9E1C4

Etwa 50 Bahnfahrer verbringen die Nacht im Schutzbunker des münsterschen Bahnhofs, weil ihre Anschlusszüge nach Norden nicht mehr fahren. Foto: Jürgen Peperhowe

Auf den Bahntrassen des Münsterlandes geht nichts mehr. Etwa 50 Bahnfahrer verbringen die Nacht im Schutzbunker des münsterschen Bahnhofs, weil ihre Anschlusszüge nach Norden nicht mehr fahren.

Samstag/Sonntag, 26./27. November 2005

In den Kreisen Steinfurt, Coesfeld und Borken herrscht Kata­strophenalarm. Die Krisenstäbe der Kreise und der Bezirksregierung arbeiten rund um die Uhr. Tausende freiwillige Helfer sind im Einsatz. Bilanzierend heißt es am Montag nach dem Schneechaos-Wochenende: 250 000 Menschen müssen teilweise mehr als drei Tage ohne Strom auskommen, es gibt 2000 Unfälle auf Nordrhein-Westfalens Straßen mit rund 140 Verletzten, im Münsterland werden rund 600 Unfälle registriert. Nach unterschiedlichen Angaben sind am Abend des 1. Advent, 27. November, immer noch 100.000 bis 120.000 Menschen im Münsterland ohne Strom. Der Name der Stadt „Ochtrup“ wird in diesen Tagen in allen Medien bundesweit zum Inbegriff für Schnee und Chaos. Die Stadt muss komplett zwei Tage lang ohne Strom aus dem Leitungsnetz auskommen. 80 Notstromaggregate sorgen immerhin seit Sonntagvormittag dafür, dass zumindest die Innenstadt teilweise mit Strom versorgt wird.

Nichts geht mehr in der Ochtruper Innenstadt.

Nichts geht mehr in der Ochtruper Innenstadt. Foto: Beile

Die Stadthalle wird zum Treffpunkt. Hier werden Menschen mit Essen und Getränken versorgt. Hunderte Helfer sind allein in Ochtrup im Einsatz. Sie versorgen auch die Landwirte mit Notstromaggregaten, damit Kühe gemolken und Ferkel gewärmt werden können.

Montag, 28. November 2005

Das Regierungspräsidium Münster hat für die Kreise Borken, Steinfurt und Coesfeld schulfrei angeordnet. Noch immer sind 90.000 Menschen im westlichen und nördlichen Münsterland ohne Strom, allein 40.000 in Ochtrup und Umgebung. Zunehmend liegen die Nerven blank. War das Adventswochenende ohne Strom zunächst noch mit Gelassenheit und Ruhe aufgenommen worden, so nervt es jetzt viele Menschen, dass der Alltag nicht normal weitergeht.

Am Abend dieses Tages ist die Lage vor allem in Horstmar-Leer kritisch. Dort droht ein Strommast auf ein Wohngebiet zu fallen. Etwa 250 Menschen müssen ihre Häuser verlassen und suchen Zuflucht im Feuerwehrgerätehaus. Zwei Leitungen zwischen Gronau und Stadtlohn sowie zwischen Metelen und Laer sind abgeschaltet. Durch Regen sind die vereisten Leitungen so schwer geworden, dass sie der Erde bedrohlich nahe kommen.

m-schnee03

Ein Gastkocher macht es möglich: Monika Meier von der Kreisrotkreuzleitung versorgt die Einsatzkräfte in Ochtrup mit heißer Suppe. Foto: Anne Eckrodt

In Metelen, Horstmar und Steinfurt wird der Strom am Abend ausgeschaltet, es droht wieder eine Nacht in Dunkelheit und Kälte. Schadensersatzforderungen gegen den Stromversorger RWE werden laut, doch dieser winkt ab: „Bei dem Wintereinbruch handelt es sich um höhere Gewalt“, sagt Klaus Schultebraucks, Sprecher bei RWE. Die Ochtruper Stadthalle gleicht an diesem Tag einem „Flüchtlingslager“, wie es tags darauf in den „Westfälischen Nachrichten“ heißt. Immer noch ist die Stadt ohne Strom, nur mit Hilfe von Dieselgeneratoren kann etwa die Hälfte der 20.000 Bewohner phasenweise Licht anschalten.

Dienstag, 29. November 2005

Endlich gute Nachrichten. Die „Westfälischen Nachrichten“ fassen sie am Folgetag in der Hauptschlagzeile so zusammen: „Das Licht kehrt zurück ins Münsterland“. Jetzt sind es „nur“ noch rund 2000 Menschen, vor allem in den Außenbezirken der Gemeinden, die noch auf Stromversorgung warten. Unterdessen beziffert die „Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen“ den Schaden für die Firmen in der Region auf über 100 Millionen Euro.

Mittwoch, 30. November 2005

Am fünften Tag des Schneechaos ist das Münsterland wieder flächendeckend mit Strom versorgt. Auch Ochtrup geht wieder ans Netz. Nur in Außenbezirken sind hier immer noch etwa 2000 Menschen ohne Strom. Die Fragen nach den „Schuldigen“ und die Rufe nach Entschädigung werden lauter. „Wir mussten hier als RWE-Kunden einiges erleiden“, sagt der Bürgermeister von Laer, Hans-Jürgen Schimke. Er habe gesehen, wie verdorbene Lebensmittel im Container landeten. RWE könne nicht bei seiner „harten Haltung“ bleiben. NRW-Energieministerin Christa Thoben bestellt den Vorstandschef von RWE-Energy, Berthold Bonekamp, zu einem Gespräch ein. An diesem Tag zeigt sich RWE kulant und richtet einen Härtefallfonds in Höhe von fünf Millionen Euro ein.

Besuch aus Düsseldorf: Ministerpräsident Rüttgers und Innenminister Wolf besuchen das DRK in Ochtrup

Besuch aus Düsseldorf: Ministerpräsident Rüttgers und Innenminister Wolf besuchen das DRK in Ochtrup Foto: Jürgen Peperhowe

Donnerstag, 1. Dezember 2005

Die Normalität kehrt zurück ins Münsterland. Der Krisenstab der Bezirksregierung Münster wird an diesem Tag von 20 auf sechs Mitarbeiter verkleinert. Auch in Ochtrup verbreitet sich wieder vorweihnachtliche Normalität. Techniker schalten Notstromaggregate auf Ersatzleitungen um, dadurch sei die Stromversorgung stabiler, heißt es. Doch noch immer sind in den Außenbezirken rund 1500 Menschen ohne Elektrizität. Unterdessen melden sich die Politiker vernehmlich zu Wort. Bärbel Höhn (Grüne), Vorsitzende des Verbraucherausschusses des Bundestages, fordert eine Schadenersatzregelung für RWE-Kunden.

Online-Special

Viele Berichte, Fotos und ein Video gibt es in unserem Online-Special .

...

Freitag, 2. Dezember 2005

Die Tonart wird nun schärfer. RWE gerät zunehmend unter Druck. „Der Spiegel“ und weitere Medien berichten von Erkenntnissen, wonach das Unternehmen RWE zu wenig gegen Materialmängel an Hochspannungsmasten unternommen habe. RWE weist die Vorwürfe zurück. In einer Pressemitteilung wird jedoch auch bestätigt, dass die bis 1967 hergestellten Strommasten aus sogenanntem Thomasstahl „eine potenzielle Versprödungstendenz“ aufweisen könnten. Dadurch verringere sich die Bruchfestigkeit bis auf 60 Prozent. Von den rund 42 000 Hochspannungsmasten des früheren RWE-Net seien etwa 28 000 aus Thomasstahl. RWE teilt weiter mit, dass bislang rund 70 Prozent von 2900 als besonders gefährdet geltenden Strommasten saniert oder ausgetauscht worden seien. Die Sanierung der restlichen gut 25 000 Masten aus Thomasstahl sei bis 2015 geplant. Dafür würden 550 Millionen Euro investiert.

Samstag, 10. Dezember 2005

In einem „Spiegel“-Interview räumt der Vorstandsvorsitzende des Essener Stromkonzerns RWE, Harry Roels, Kommunikationsfehler im Umgang mit brüchigen Strommasten aus Stahl ein.

14. Dezember 2005

Nathalie Licard mit der Spezial-Schneekugel aus der Harald-Schmidt-Show.

Nathalie Licard mit der Spezial-Schneekugel aus der Harald-Schmidt-Show. Foto: Jürgen Peperhowe

Markus Paßlick, Gagschreiber für Fernsehunterhalter Harald Schmidt und zu Hause in Laer, kommt mit der Französin Nathalie Licard, feste Größe in der Harald-Schmidt-Show, nach Och­trup und bringt eine kurz zuvor in der Show präsentierte Schneekugel mit Ochtrup-Motiv mit. Dort findet sie im Töpfereimuseum auf einer Tonsäule einen Ehrenplatz. Hinter der Kugel ist ein Konterfei von Harald Schmidt zu sehen, der auch einige Zeilen an die Ochtruper schrieb: „Liebe Ochtruper, vielen Dank für die vorbildliche Gelassenheit, mit der Sie das Schneechaos gemeistert haben. Deutschland war gestern – du bist Ochtrup!“

15. Februar 2006

Der Stromversorger RWE, der die eigenen Schäden durch das Schneechaos zwischenzeitlich auf rund 35 Millionen Euro beziffert, stellt an diesem Tag ein in Eigeninitiative in Auftrag gegebenes Gutachten vor. Allein die extreme Wetterlage sei Auslöser der zahlreichen Masteinstürze und damit der Stromausfälle gewesen, so die Gutachter.

Erinnerungen an das Schneechaos 2005 im Münsterland

27. März 2006

Die Deutsche Presseagentur meldet: „Die von den Stromausfällen im Münsterland betroffenen Kommunen erhalten aus dem fünf Millionen Euro schweren RWE-Härtefallfonds insgesamt rund 2,2 Millionen Euro.“

27. April 2006

Nach ersten Ergebnissen eines von der Bundesnetzagentur in Auftrag gegebenen Gutachtens war nicht nur das Wetter schuld am Umknicken der Strommasten. Das Gutachten weist auf Materialfehler hin. So versagte offenbar im Mastfuß einer Hochspannungsleitung eine stabilisierende Diagonale aus Thomasstahl.

8. Juni 2006

Zum Thema

Christiane Cantauw/Johannes Loy: Schneechaos im Münsterland in Bildern und Berichten. Aschendorff-Verlag Münster, 3. Auflage, 214 Seiten, zahlreiche Fotos, 19,80 Euro.

...

An diesem Tag legt die Bundesnetzagentur ihren Abschlussbericht zu den Stromausfällen im Münsterland vor. Zentrale Aussagen: Wartungsmängel oder gar Fahrlässigkeit sind dem Essener Energieversorger RWE nicht vorzuwerfen. Doch soll er die Sanierung seiner Strommasten beschleunigen.

24. November 2006

Die Supermarktkette „K+K“ verklagt den Energieversorger RWE fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Schneechaos auf Schadensersatz.

1. Dezember 2006

RWE teilt in seiner Werbepostille „RWE magazin“ mit, dass rund 400 Mal ein Extra-Kindergeld in Höhe von 300 Euro für „Schnee-Babys“ ausgezahlt worden sei. Alle Eltern aus den Kreisen Borken und Steinfurt sowie den Städten Nottuln und Spelle, die ihren Nachwuchs zwischen dem 10. und dem 25. August bekamen und sich bei RWE meldeten, erhielten dieses Begrüßungsgeld aus dem „Härtefallfonds“. Insgesamt 4,7 Millionen aus diesem Fonds seien bereits ausgezahlt worden.

2. März 2007

Das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW teilt mit: „Das Schneechaos vom 25. bis 27. November 2005 im Münsterland führte in den vom Stromausfall betroffenen Kreisen Borken und Steinfurt nicht zu einer höheren Geburtenzahl als in den Vorjahren.“

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3645521?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F3645340%2F4839889%2F4839890%2F
Westfalenbahn sperrt brutalen Fußballfan
Wenn Saison ist, kann es in der Westfalenbahn nach Emden schon mal voll werden. Wenn dann noch Ärger mit Fußballfans hinzukommt, wird es kompliziert.
Nachrichten-Ticker