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Newsletter 03/2014 Augmented Reality - eine neue Dimension der Realität

Newsletter 03/2014 : Augmented Reality - eine neue Dimension der Realität

Unter dem Stichwort „Augmented Reality“ - zu deutsch „Erweiterte Realität“ - kann es passieren, dass einem zu allererst weniger legale bewusstseinserweiternde Mittel in den Sinn kommen. Dass ein Ausflug in die „Erweiterte Realität“ aber auch mit Tablets und Smartphones bestens funktioniert, zeigen einige spannende App-Beispiele aus dem In- und Ausland.

Im Grunde ist es nicht mal komplett neu. Jeder Fußballinteressierte kennt die Linie, die in der Wiederholung einer strittigen Abseitsentscheidung eingeblendet wird, um erkennen zu können, ob die Entscheidung des Schiedsrichters regelkonform war. Wesentlich interaktivere Möglichkeiten der Nutzung von Augmented Reality bieten allerdings Smartphone-Apps.

Ein besonderes Beispiel kommt von der Möbelkette IKEA. Mit der „Katalog-App“ hat man die Möglichkeit, sich ausgewählte Möbel direkt in der eigenen Wohnung anzeigen zu lassen. So lässt sich die ganze Wohnung virtuell einrichten und man kann die Wirkung der Möbel, als auch die Platzverhältnisse begutachten. Alles was man dafür braucht ist ein Smartphone und die App. Ähnliche Anwendungen gibt es auch für Mode, z. B. die virtuelle Anprobe von OTTO oder Goertz, oder auch Brillen. So kann man Hosen, Schuhe oder Brillen aus dem Online-Shop virtuell an sich selber sehen. Dass solche neuen Möglichkeiten bei den Kunden ankommen, beweist der Brillen-Onlineshop brille24.de, welcher durch diese Innovation seine Umsätze erheblich steigern konnte.

Auch das gute alte LEGO nutzt Augmented Reality auf eine innovative Weise. Mithilfe der App „LEGO Digital Box“ kann man sich mehrere 3D-Modelle der verschiedenen Bausätze aus dem Katalog, aber auch direkt von der Verpackung im Spielwarengeschäft über das Smartphone anschauen. Dabei kommen sogar Animationen zum Einsatz, die zeigen wie mit den Legomodellen gespielt werden kann.

In Asien sind Augmented Reality Apps bereits wesentlich bekannter und erfolgreicher als hier. Eine sehr smarte Idee hatte beispielsweise der chinesische Online-Lebensmittel-Händler Yihaodian. Das erst 2012 gegründete Unternehmen setzte, statt auf teure stationäre Geschäfte, auf virtuelle Supermärkte. Davon „baute“ der Händler 1.000 Stück an hervorragenden Standorten, wie z. B. direkt vor der Verbotenen Stadt in Peking oder auf Parkplätzen von großen Konkurrenten. Gekennzeichnet durch unscheinbare Logos können die Kunden dann mit ihrem Smartphone den Supermarkt öffnen und durch virtuelle Gänge schlendern um ihren Einkauf zu erledigen. Dieser wird dann zu einem gewünschten Termin zu ihnen nach Hause geliefert. Was sich nach Science Fiction anhört, ist in China bereits Realität. Und erfolgreich noch dazu: Durch diese Kampagne erhöhte Yihaodian seine Umsätze innerhalb von drei Monaten um knapp 20 %.

Einen weiteren praktischen Service im Lebensmitteleinkauf bietet das weltweit aktive Unternehmen Tesco. In einigen hoch frequentierten U-Bahn-Haltestellen größerer asiatischer Städte wurden Leinwände in der Optik von Lebensmittelregalen aufgehängt. Mit dem Smartphone kann man diese dann, in der Zeit, in der man auf seine Bahn wartet, um seinen Einkauf zu erledigen. Dafür müssen nur die abgebildeten QR-Codes gescannt werden. Geliefert wird dieser dann ebenfalls zu einem Wunschtermin direkt an die eigene Haustür. Sehr praktisch für alle Beteiligten.

Auch in Deutschland wird demnächst eine derartige Anwendung in den Fokus rücken. Der weltgrößte eCommerce-Anbieter Amazon plant, seine Shopping-App um eine Funktion namens Flow zu erweitern. Mit diesem Feature werden – zusätzlich zum Barcode-Scan – Produkte anhand der Verpackung erkannt. Die App erkennt das Produkt über die Gestaltung der Verpackung und bietet unmittelbar eine Bestellung bei Amazon an, wenn das Produkt dort verfügbar ist. So wird jedes Ladenlokal des Landes für Amazon zum stationären Showroom. In Deutschland ist diese Funktion derzeit noch nicht verfügbar, aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sie kommt. Langfristig ist sogar geplant die Produkte auch ohne Verpackung erkennen zu können. So könnte man zum Beispiel eine schicke Jacke, die einem beim Spaziergang an einer Passantin aufgefallen ist, scannen und direkt kaufen. Amazon hat sogar noch größere Ziele: „Unsere Vision ist es, die App zu erweitern, bis sie alles in der Welt erkennt“, so Sam Hall, stellvertretender Chef der Mobilsparte bei Amazon.

Wie die Beispiele beweisen, verbindet Augmented Reality die Offline- und die Onlinewelt. Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit werden derartige Apps in Zukunft auf fast allen Smartphones zum Einsatz kommen und das Einkaufsverhalten der Menschen revolutionieren.

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