Di., 26.08.2014

Pferdesport: WM in Caen mit Ingrid Klimke Großer Sport mit Familienbande

Ingrid Klimke mit Ina Gössmeier  (l.), der Pferdephysiotherapeutin, und Gaby Bußmann, der Teamsportpsychologin, die Ingrid Klimke vor ihrem Wettkampf ein Glücksbringerbuch schenkte.

Ingrid Klimke mit Ina Gössmeier  (l.), der Pferdephysiotherapeutin, und Gaby Bußmann, der Teamsportpsychologin, die Ingrid Klimke vor ihrem Wettkampf ein Glücksbringerbuch schenkte. Foto: Jürgen Peperhowe

Caen - 

Die Dressurreiter haben bei der WM bereits die erste WM-Medaille abgegriffen. Vielseitigkeits-Ass Ingrid Klimke aus Münster greift erst am Donnerstag an.

Von Michael Schulte

Spartanisch ist das Frühstück, bescheiden die Behausung. Aber Klagen hört man nicht. Warum auch? „Wir sind alle richtig gut drauf und wollen das auch im Wettkampf sein.“ Ingrid Klimke ist so etwas wie die Muntermacherin im deutschen Team, das ab Donnerstag den WM-Kampf in der Vielseitigkeit aufnimmt.

Mit Tochter Philippa wohnt die Münsteranerin im eigenen Lkw, so wie es auch ihre Teamkollegen machen. Das hat zur Folge, dass die zugewiesenen Container im Nationalgestüt Haras du Pin frei sind für Trainer und/oder Pfleger. Die Dinger sind zwar für zwei Bewohner ausgelegt, aber so klein, dass niemals zwei Leute gemeinsam drin stehen können. „Einer muss dann ins Bett, unter die Dusche oder aufs Klöchen“, lacht Klimke.

Sie hat gerade ein paar Lebensmittel eingekauft, um das übersichtliche Frühstücksangebot aufzupeppen. Nebenbei ist sie froh, dass sie vor der WM für sich und Pflegerin Carmen Thiemann „richtig gute Regenjacken“ gekauft hat. Das alles erzählt sie als „begossener Pudel“, der auf besseres Wetter hofft.

Ihrer Stimmung tut der Dauerregen überhaupt keinen Abbruch. Sie ist richtig gut drauf, völlig entspannt. „Ich bin dankbar, dass ich dabei bin. Und das zum dritten Mal in Folge mit drei verschiedenen Pferden.“ Ingrid Klimke erinnert sich an den Mannschaftstitel bei der WM 2006 in Aachen mit Sleep Late, an Platz fünf 2010 in Kentucky mit Abraxxas und wartet ab, was es 2014 in der Normandie mit Escada gibt.

Wenn Ingrid Klimke bei großen Wettkämpfen am Start ist, darf die Familie nicht fehlen. Mutter Ruth und Bruder Rolf sind bereits da, Ehemann Andreas und Tochter Greta kommen zum Wochenende. „Ich finde das schön, wenn die Familie dabei ist. Mich motiviert das.“

Was ihr ein weiterer Titel bedeuten würde, wird sie gefragt. Sie antwortet spontan: „In der Einzelwertung war ich bei der WM bislang nicht wirklich erfolgreich.“ Soll heißen: Da ist noch Luft nach oben. Ob ihr zehnjähriges Pferd Escada vielleicht zu jung für eine solch schwere Vier-Sterne-Prüfung sei? „Mit dem jugendlichen Leichtsinn macht sie einiges wett. Und sie hat Ehrgeiz, will über jedes einzelne Hindernis.“

War der Montag entspannt mit Dressur gucken, Familie treffen, Mediengesprächen und Einkaufstour, so wurde es gestern sportlich. Leichtes Training, ein paar Sprünge, akklimatisieren am Vormittag. Am Nachmittag durfte das Gelände besichtigt werden. Klimke wird den Parcours noch einige Male abgehen, sich die Klippen einprägen und die Ideallinie vorstellen.

Ob Einzelstarterin oder Mannschaftsmitglied – Klimke hat keine Ahnung. „Ich denke, die Trainer haben ihre Entscheidung schon getroffen, wir werden erst später informiert.“ Gestern Abend sickerte durch, dass sie im Team stehen wird.

Team-Disziplin ist für Klimke eine Selbstverständlichkeit, sollte sie nominiert werden. Den „Pfadfinder“ möchte sie dann nicht unbedingt machen, lieber später an die Reihe kommen. Vielleicht auch, um das Feld von hinten aufzurollen. Das Zeug dazu hätte sie.

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