Mi., 27.08.2014

Souveräner Erfolg der deutschen Dressurreiterinnen Party mit Handbremse

Sehr souverän zu Medaillen und Blumen: Die deutsche Mannschaft mit Equipe-Chef Klaus Roeser, Kristina Sprehe, Helen Lange­hanenberg, Isabell Werth und Fabienne Lütkemeier.

Sehr souverän zu Medaillen und Blumen: Die deutsche Mannschaft mit Equipe-Chef Klaus Roeser, Kristina Sprehe, Helen Lange­hanenberg, Isabell Werth und Fabienne Lütkemeier. Foto: Jürgen Peperhowe

Caen - 

Die Abrechnung fand schon mittags statt. Und das Ergebnis war beeindruckend. Da konnten die letzten Reiter(innen) der stärk­sten Konkurrenz machen, was sie wollten. Das deutsche Dressur-Team war nicht mehr einzuholen.

Von Michael Schulte

Sogar der mit Spannung erwartete Auftritt von Olympiasiegerin Charlotte Dujardin auf Valegro (Siegerin mit 85,214 Prozent) am späten Dienstagnachmittag wurde auf der Stelle zur Nebensache.

Denn als Helen Langehanenberg auf Damon Hill um 13.55 Uhr ihren Ritt beendet hatte, da machte sich die deutsche Delegation fertig zum Jubeln. „Gold für unsere Mädels, Wahnsinn“, sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu. „Mein Pferd ist ein Diamant in meinem Leben“, kam es sehr poetisch von Isabell Werth . Und die Schlussreiterin aus Münster fasste das Erlebte westfälisch prägnant zusammen: „Ich bin einfach nur glücklich.“ Dass es ausgerechnet bei ihr wieder geregnet hatte, ließ sie völlig kalt. „Mein Pferd war leicht zu reiten, weil es diese Arena und das Publikum liebt. Ich bin sehr stolz auf ihn.“

Schock für die deutsche Equipe dann in den Abendstunden: Isabell Werth muss auf einen Start im Einzel verzichten. Ihr Pferd Bella Rose hat eine Entzündung am Huf. „Das ist traurig und schade. Aber ich kann es nicht ändern“, sagte die siebenmalige Dressur-Weltmeisterin. „Ich will keine Experimente eingehen, so bitter das ist“, fügte die Rheinbergerin hinzu.

Am ersten Tag hatten Kristina Sprehe auf Desperados und Fabienne Lütkemeier auf D‘Agostino bereits durch beherzte Ritte den Grundstein zum Sieg gelegt. Werth mit Bella Rose und Langehanenberg mit Damon Hill veredelten das alles. Ein wenig überraschend war Werth am Ende beste Deutsche, ihre 81,529 Prozentpunkte bedeuteten Rang zwei. Lange­hanenberg kostete ein später Patzer ihres Pferdes den internen Toprang. Aber die 81,357 Prozent und Rang drei können sich mehr als sehen lassen.

In die Wertung kamen letztlich auch die 78,814 Prozentpunkte von Sprehe (Rang fünf), Lütkemeier (73,586 Prozent, Rang 17) war für das Streichergebnis zuständig. Das belegt das hohe Niveau, das die deutschen Damen an den Tag legten. Drei von ihnen gehen heute im Grand Prix Special in den Kampf um Einzelmedaillen.

Die Hauptkonkurrenz aus den Niederlanden und Großbritannien musste ihre Siegeshoffnungen gestern früh begraben. Bei den Briten scheiterte Startreiter Gareth Hughes bereits an der 70-Prozent-Hürde. Und als Edward Gal anstelle des verletzten Undercover auf Voice umsattelte, waren auch die Holländer für Mannschafts-Gold gestrichen. Die überragende Dujardin ritt Großbritannien noch zu Silber, Bronze ging an die Niederlande.

Bei der Siegerehrung war das deutsche Damen-Quartett bestens drauf. Winkend kamen sie herein, stolz genossen sie die Nationalhymne. Immer wieder suchten sie den Kontakt zu den begeisterten Besuchern, lockten die „Welle“ heraus und lagen sich in den Armen. Die Pferde von Lange­hanenberg und Werth ließen die gesamte Prozedur mit stoischer Ruhe über sich ergehen lassen und hatten im Anschluss auch nichts gegen ein paar Ehrenrunden einzuwenden.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2699296?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F2687970%2F