Fair-Play-Liga bald auch im Kreis Beckum?
Bolzen statt Bölken

Ahlen -

Die Fair-Play-Liga im Jugendfußball sieht vor, dass sich niemand von Außen in das Geschehen auf dem Platz einmischt – kein Schiedsrichter, kein Trainer, keine Eltern. Die jungen Kicker entscheiden allein. Ein Projekt, das auch im Kreis Beckum eingeführt werden könnte.

Donnerstag, 21.08.2014, 06:08 Uhr

Die Rüpel sind oft nicht auf, sondern neben dem Platz zu finden. Die Fair-Play-Liga will dem entgegenwirken.
Die Rüpel sind oft nicht auf, sondern neben dem Platz zu finden. Die Fair-Play-Liga will dem entgegenwirken. Foto: Schwarze-Blanke

Einfach mal die Klappe halten und Kinder kicken lassen – dass dies Eltern und Trainern oft überaus schwer fällt, ist fast wöchentlich auf den Fußball-Plätzen zu beobachten, wenn selbst bei den Kleinsten vom Spielfeldrand aus gezetert wird, was das Zeug hält. Die Rüpel stehen nicht selten auf, sondern am Platz, wenn falscher Ehrgeiz mit Papa, Mama oder Coach durchgeht. Ausgebremst werden sollen sie durch die Fair-Play-Liga ( FPL ) – ein Konzept, das 2007 als Pilotprojekt in Aachen seine Premiere feierte, inzwischen in immer mehr Fußballkreisen in ganz Deutschland in den unteren Nachwuchsklassen Einzug hält und auch im Kreis Beckum schon bald eingeführt werden könnte. Die Grundidee: Bolzen statt Bölken .

„Ich halte das für eine gute Sache“, beurteilt Udo Zambo , Vorsitzender des Kreisjugendausschusses (KJA) Beckum, das von Ralf Klohr entwickelte Konzept, das drei einfachen Regeln beinhaltet: 1. Kein Schiedsrichter, sondern die Kinder selbst entscheiden. 2. Die Trainer beider Teams stehen gemeinsam in einer Coaching-Zone und geben allenfalls unterstützende Anweisungen. 3. Eltern und sonstige Zuschauer halten mindestens 15 Meter Abstand vom Spielfeld.

„Der Knackpunkt ist, dass sich Außenstehende – Trainer wie Eltern – bei den Kleinen viel zu viel einmischen. Sie sollen Höchstleistungen bringen, zu denen sie gar nicht imstande sind, und werden kritisiert, wenn sie mal einen Ball nicht stoppen können“, kann Zambo immer wieder nur mit dem Kopf schütteln und befürwortet auch den Verzicht auf Schiedsrichter in diesen Altersklassen: „Kinder sind noch ehrlich. Wenn Blau den Ball über die Seitenlinie spielt, akzeptiert er, dass Rot Einwurf hat, und verlangt nicht selber danach. In 90 Prozent der Fälle klappt das“, ist Zambo überzeugt.

Diese Einschätzung absolut bestätigen kann Helmut Hettwer, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses Tecklenburg, wo die FPL vor einem Jahr von den Minikickern bis zu den E-Junioren eingeführt wurde. „Die Resonanz ist nach der ersten Saison sehr positiv. Vorbehalte, die es anfangs gab, sind ausgeräumt. Es kam sogar schon der Wunsch aus etlichen Vereinen, die Fair-Play-Liga auch auf die D-Junioren auszuweiten“, berichtet er. Im Kreis Recklinghausen wird ab der kommenden Saison von der G- bis zur E-Jugend ebenfalls nach den FPL-Regeln gespielt, und auch der Kreis Ahaus/Coesfeld hat dies jüngst für die F-Junioren und Minikicker beschlossen. „Der Fußball rückt bei den Kleinsten dadurch wieder mehr in den Fokus“, ist der dortige KJA-Vorsitzende Werner Kumbrink überzeugt.

Der Kreis Beckum könnte bald folgen. „Wir werden uns in der nächsten Kreisjugendausschusssitzung mit dem Thema beschäftigen“, kündigt Udo Zambo an und hält einen Start zur Saison 2015/16 für möglich und wünschenswert. „Vielleicht könnten wir zunächst mit den Minis anfangen und es dann Jahr für Jahr bis zu den E-Junioren ausweiten“, meint Zambo – und hofft, dass beim Nachwuchs dann wieder das Erlebnis und nicht das Ergebnis im Mittelpunkt steht.

 

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