Mi., 09.11.2016

Leichtathletik Reinhard Berghoff geht bei Ultramarathon durch die Hölle

So schwer hatte er es selten: Reinhard Berghoff – im Bild bei einem heimischen Volkslauf – kam beim Ultramarathon in Bottrop unter Krämpfen ins Ziel.

So schwer hatte er es selten: Reinhard Berghoff – im Bild bei einem heimischen Volkslauf – kam beim Ultramarathon in Bottrop unter Krämpfen ins Ziel. Foto: Danny Schott

Ahlen - 

Er ist schon doppelt so lange Strecken gelaufen. Selten aber musste Reinhard Berghoff so kämpfen wie in Bottrop. Den mit 50 Kilometer noch recht kurzen Ultramarathon beendete der Dolberger Läufer unter Krämpfen. Schuld war die Strecke.

Von Danny Schott

Reinhard Berghoff hat seine nächste Herausforderung überstanden. Der Extremsportler ist bekannt für seine außergewöhnlichen Laufziele. Den 100- Kilometer-Lauf in Biel hat er schon absolviert. Den Fisherman´s Friend Strongman ebenso. Und nun hat er auch den „Sprint“ beim 50 Kilometer langen Jürgen-Leibert-Ultramarathon in Bottrop hinter sich. Nach 5:14:29 Stunden kam der Athlet von der Spielvereinigung Dolberg beim einzigen Ultramarathon im Ruhrgebiet ins Ziel.

Allerdings musste Reinhard Berghoff bis dahin richtig kämpfen und dem ungewohnten und schweren Geläuf Tribut zollen. „Mit der sehr unebenen Strecke auf Schotter mit Schlaglöchern und starkem seitlichen Gefälle habe ich nicht gerechnet“, berichtet Berghoff überrascht. Im Vorfeld hatte er zwar bereits weit über 1000 Trainingskilometer absolviert, aber nicht zu den tatsächlichen Bedingungen.

Zunächst lief dennoch alles wie geschmiert: Nach dem pünktlichen Start um 9 Uhr, bei dem knapp über 200 Läufer auf die Strecke geschickt wurden, hielt sich der Dolberger im Mittelfeld, bevor er nach drei Kilometern das Tempo auf seinen geplanten Kilometerschnitt von 5:40 Minuten anzog. „Ich konnte die Geschwindigkeit bis zur Rennhälfte sehr gut halten“, erzählt der 60-Jährige. Die erste Hälfte absolvierte er in 2:25:09 Stunden – zu der Zeit war also noch alles im Soll.

Bei Kilometer 38 wurde Reinhard Berghoff schließlich von der Realität eingeholt: ein schwerer Krampf im Oberschenkel zwang ihn zum Stoppen. „Damit habe ich nie und nimmer gerechnet“, sagt er. Um dem Krampf entgegenzuwirken, drosselte er sein Tempo und zwang sich zu einer Gehpause, während die Uhr unaufhaltsam weiter tickte. Aufgeben war für ihn aber keine Option: „Ich habe einmal in meinem Leben ein Rennen abgebrochen. Das wird mir nie wieder passieren.“

Berghoff besann sich auf sein vorher angekündigtes Motto: „Im Wettkampf steckt auch der Kampf!“ Er begann langsam und humpelnd weiterzulaufen und rettete sich schließlich abwechselnd gehend und laufend ins Ziel. „Die letzten zwölf Kilometer waren die Hölle für mich“, kommentierte der Athlet, nachdem er schmerzverzerrt und mit Tränen in den Augen die Qualen hinter sich gebracht hatte.

Obwohl er mit seinen 5:14:29 Stunden voll in seiner persönlichen Zielvorgabe lag, war Berghoff unzufrieden: „Ohne Krampf wäre mit Sicherheit eine Zeit von unter vier Stunden drin gewesen. So etwas ist mir noch nie passiert.“

Wer sich für den Ultralauf entscheidet, muss eben auch einen Gang durch die Hölle akzeptieren. Noch nicht vollständig genesen, hat sich Reinhard Berghoff sogar schon seine nächste Herausforderung ausgesucht. Er möchte im März 2017 bei den Deutschen Meisterschaften im Sechs-Stunden-Lauf in Münster an den Start gehen.

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