Di., 12.01.2016

Trainingslager in der Türkei – Westfalia Kinderhaus wird beneidet Bolzplatz statt Beach für Ahlener Clubs

Kicken unter Palmen: Was Westfalia Kinderhaus von Sponsoren ermöglicht wird, davon können Clubs aus Ahlen nur träumen – oder müssen aus Zeitgründen verzichten.

Kicken unter Palmen: Was Westfalia Kinderhaus von Sponsoren ermöglicht wird, davon können Clubs aus Ahlen nur träumen – oder müssen aus Zeitgründen verzichten. Foto: dpa/Montage Christ

Ahlen - 

Kicken unter Palmen – was dem Bezirksligisten Westfalia Kinderhaus ein Sponsor spendiert, davon können die Clubs aus Ahlen nur träumen. Für ein Trainingslager in der Türkei fehlt ihnen das nötige Kleingeld - oder einfach nur die Zeit.

Von Kristian van Bentem

Da können andere Amateur-Clubs nur neidisch werden: Statt wochenlang nur bei Schmuddelwetter und auf teils holprigen Trainingsplätzen zu kicken, bereitet sich der münsterische Bezirksligist Westfalia Kinderhaus Ende Januar an der türkischen Riviera auf die Rückrunde vor. Und das fast zum Nulltarif. Großzügige Gönner spendieren dem Team dort ein einwöchiges Trainingslager. Für die Ahlener Clubs heißt es dagegen: Bolzplatz statt Beach.

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Es ist ja nicht zwingend vorgeschrieben, dass Sponsoren nur Bundesliga-Clubs unterstützen.

Joachim Krug (RW Ahlen)

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„Es ist ja nicht zwingend vorgeschrieben, dass Sponsoren nur Bundesliga-Clubs unterstützen“, freut sich RW Ahlens Sportlicher Leiter Joachim Krug für die Kinderhauser. Für seine Truppe kommt dagegen in diesem Winter nicht einmal das traditionelle Trainingslager in Willingen infrage. Was mehrere Gründe hat. „In unserer finanziellen Situation wäre selbst das momentan zu teuer. In Absprache mit dem Trainer haben wir entschieden, das Geld von Sponsoren lieber zu nutzen, die laufenden Kosten stemmen zu können.“ Dazu kommen zeitliche Gründe. „Die Pause in der Regionalliga ist sehr kurz, wir starten ja schon wieder Ende Januar“, gibt Krug zu bedenken und findet es deshalb durchaus sinnvoll, „besser hier unter den Bedingungen zu trainieren, unter denen wir dann auch spielen müssen“.

Nicht unbedingt finanzielle Hindernisse halten die A-Liga-Kicker von Vorwärts Ahlen davon ab, es Westfalia Kinderhaus nachzumachen. „Wir hatten schon im vergangenen Winter mal ein Trainingslager in der Türkei angedacht und Sponsoren, die uns das weitestgehend bis auf einen kleinen Eigenanteil bezahlt hätten“, verrät Pierre Hundt, der das Team bis zum Saisonende trainiert. „Das Problem war aber, dass viele Jungs gar keinen Urlaub bekommen hätten oder als Studenten gerade in der heißen Klausurenphase steckten.“ Auf „ein, zwei Highlights“ während der Vorbereitung will Hundt allerdings nicht verzichten, diese aber noch nicht verraten. „Das sind Überraschungen abseits des Trainingsplatzes. Teambuilding-Maßnahmen, die unsere Mannschaft als Einheit stärken sollen.“

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Meine Frau würde sagen: Bauch, Beine, Po. Bei uns Fußballern geht es mehr um die Oberschenkel.

Jürgen von den Berg (Ahlener SG) zum anstehenden Fitnessstudio-Besuch seines Teams

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Mallorca statt Türkei heißt es beim A-Liga-Spitzenreiter Ahlener SG – allerdings nicht im Winter, sondern nach der Saison. „Wir stecken alles in die Teamkasse für eine vernünftige Mannschaftsfahrt“, sagt Trainer Jürgen von den Berg. „Und etwa Zweidrittel trägt der Verein.“ In der anstehenden Vorbereitung will auch er seinen Spielern aber einige Schmankerl neben dem Fußball bieten: einen Kursus in einem Fitnessstudio („Meine Frau würde sagen: Bauch, Beine, Po. Bei uns Fußballern geht es mehr um die Oberschenkel“), einen Besuch im Maximare in Hamm („20 Bahnen Schwimmen à 50 Meter“) sowie ein gemeinsames Essen. „Am 18. Januar beginnt dann die eigentliche Vorbereitung – ohne Gnade.“

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Ein Mannschaftsabend mit einer Runde Bier und Döner – das wird unser Türkei-Trainingslager.

Oliver Mintert (FSG Ahlen)

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Von Möglichkeiten wie bei Westfalia Kinderhaus kann auch Oliver Mintert, Trainer des A-Liga-Schlusslichts FSG Ahlen, nur träumen. „Nicht schlecht, wenn jemand dafür ein paar Tausend Euro springen lässt“, meint er. „Wir sind dagegen schon froh, wenn uns jemand mal ein Trikot sponsert.“ Aus sportlichen Gründen fällt die Vorbereitung der FSG auch sonst eher spartanisch aus. „Wir konzentrieren uns aufs Wesentliche“, betont Mintert: „Ein Mannschaftsabend mit einer Runde Bier und Döner – das wird unser Türkei-Trainingslager.“

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