Fr., 01.09.2017

Fußball: Historie Letztes Ligaderby zwischen TuS und Davaren liegt 26 Jahre zurück

Hansi Küpper, vorne links, war in der Saison 1990/91 Spieler in Davensberg, „in der Horst Brameier richtig Gas gegeben hat“. Der Aufstieg glückte indes erst im Jahr darauf. 

Hansi Küpper, vorne links, war in der Saison 1990/91 Spieler in Davensberg, „in der Horst Brameier richtig Gas gegeben hat“. Der Aufstieg glückte indes erst im Jahr darauf.  Foto: Theo Heitbaum

Davensberg - 

Das Liga-Ortsderby zwischen Davensberg und Ascheberg gab es zuletzt im März 1991. Ein ehemaliger TuS-Mann und ein sehr bekannter TV-Kommentator erinnern sich.

Von Florian Levenig

Im Frühjahr 1991 war Deutschland gerade wiedervereinigt, „Kohls Mädchen“ just Frauen- und Jugendministerin geworden, der Golfkrieg verlustreich zu Ende gegangen, Matthias Reim („Verdammt ich lieb‘ Dich“) die Nummer eins in den Charts – und das für lange Zeit letzte Ligaduell zwischen Davaria Davensberg und TuS Ascheberg abgepfiffen worden.

Genauer gesagt am 24. März jenes ereignisreichen Jahres. Der Sieger des A-Liga-Duells hieß, wenig überraschend, Davensberg. Beim 2:0 (0:0) für den späteren Vizemeister trafen, wie ein Blick in die Tiefen des WN-Archivs verrät, Jörg Peifer (42.) und Matthias Jabsen (72.). Überliefert ist außerdem eine Rettungsaktion von Karsten Senne in höchster Not. Der Ex-Mittelfeldmann der Ascheberger kann sich tatsächlich an die Szene erinnern, in der er den Ball von der eigenen Linie kratzte: „Ich meine, das war nach einer Ecke oder einem Freistoß für die Davensberger.“

Im Gedächtnis geblieben ist dem damals jungen Mann („ich war noch Auszubildender“) auch, „dass wir uns ganz gut aus der Affäre gezogen haben. Schon da hatte die Davaria fast nur Spieler, die zuvor in deutlich höheren Ligen unterwegs gewesen waren“.

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Da war richtig was los auf den Rängen. Sky gab’s damals ja noch nicht.

Karsten Senne, TuS Ascheberg

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Besonders sei das Ortsderby zudem gewesen, „weil richtig was los war auf den Rängen“. Seinerzeit seien die Leute noch in Scharen zum Fußball gegangen, so Senne. „Sky“, lacht der Mann, der viele Jahre in Diensten der Grün-Weißen stand, „gab’s ja noch nicht.“

Apropos Sky: Der – zumindest im Rückblick – namhafteste Davensberger in den frühen 90ern war Hans Georg Küpper, jedem Bundesliga-Fan besser als „Hansi“ bekannt. Der Fernsehmann mit dem großen Sportwissen und der sonoren Stimme denkt ebenfalls gern an die Saison 1990/91 zurück: „Das war die erste Spielzeit, in der Horst Brameier richtig Gas gegeben hat.“ Nicht zuletzt dank der finanziellen Zuwendungen des langjährigen Gönners begann ein Jahr später der kometenhafte Aufstieg des Davertdorfes, der erst in der Verbandsliga endete.

In besagter Saison „waren wir noch zu unbeständig“, blickt Küpper, der einst auch beim SV Herbern spielte, zurück. Schützenfeste wie das „6:0 oder 7:0 gegen den BV Selm“ und „dämliche Niederlagen wie die gegen Vinnum, wenn ich mich recht entsinne“, wechselten einander ab. An die beiden Partien gegen den Nachbarn Ascheberg hat Küpper „wenige bis keine Erinnerungen. Wahrscheinlich musste ich an den betreffenden Sonntagen Erstligaspiele kommentieren, das hatte um die Zeit gerade angefangen.“

An der Stelle irrt der Fußballfachmann übrigens. Beim Hinspiel am 3. Oktober 1990, das seine Elf in Ascheberg 4:0 (1:0) gewann, habe Küpper den Davaren mit seiner Vorarbeit zum ersten Treffer den Weg geebnet, wie unser Redaktionsmitglied Theo Heitbaum vor 27 Jahren in den WN berichtete.

Am Ende stieg trotzdem nicht der betuchte SV Davaria auf, sondern Westfalia Wethmar. Davensberg schaffte es im Jahr darauf in die Bezirksliga, Ascheberg stieg im Frühjahr in die Kreisliga B ab.

Dass es so lange dauern würde, bis beide Klubs abermals in derselben Klasse vereint sind, liegt daran, dass die inzwischen nahezu mittellose Elf aus dem Waldstadion 2013 freiwillig aus der Landes- in die A-Liga abstieg. Während der TuS zu der Zeit Bezirksligist war.

Beim Wiedersehen am morgigen Sonntag (3. September, 15 Uhr) wird Küpper, mit Brameier bis heute „freundschaftlich verbunden“, fehlen. Er drückt aber aus der Ferne „meinen Davensbergern die Daumen“. Senne, der später Trainer, Jugendobmann und vieles mehr beim TuS war, ist dagegen vor Ort – und glaubt, dass Ascheberg, anders als im März 1991, „als Favorit ins Match geht“.

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