Fußball: Kreisliga A 2 Münster
TuS sucht Mann mit „Händchen für Dorfvereine“

Ascheberg -

Wenn sich Verein und Trainer „einvernehmlich trennen“, ist das oftmals eine bloße Floskel. Nicht so beim Fußball-A-Ligisten TuS Ascheberg und Andrea Balderi. Bemerkenswert, wer den Anstoß zur Scheidung im Sommer gegeben hat.

Montag, 11.12.2017, 18:12 Uhr

Auf Trainersuche: Manfred Trahe
Auf Trainersuche: Manfred Trahe Foto: flo

Wenn es in Pressemitteilungen heißt, dass sich Verein und Trainer „einvernehmlich trennen“, dann ist journalistische Vorsicht geboten. Oft genug stellt sich heraus, dass besagte Redewendung ein Euphemismus für einen amtlichen Rausschmiss ist. Beim TuS Ascheberg indes, das bestätigt der im Sommer scheidende Coach Andrea Balderi ( siehe Interview ), scheint alles sauber abzulaufen.

Tatsächlich habe der Münsteraner von sich aus angeboten, den Job am Saisonende abzugeben, erklärt TuS-Abteilungsleiter Manfred Trahe : „Andrea hat gemerkt, dass gerade die jungen Spieler ihr Potenzial – aus welchen Gründen auch immer – nicht vollständig abrufen.“ Ob es da nicht sinnvoller sei, jemanden anzuheuern, der frischen Wind in den Verein bringt.

Drei Wunschkandidaten

Auch deshalb werde es wohl auf eine externe Lösung hinauslaufen, so Trahe, der drei Kandidaten im Auge hat – und am liebsten noch vor Weihnachten , spätestens aber bis zum Davertpokal Vollzug melden will: „Die Spieler wollen ja auch Gewissheit haben, wer 2018/19 Trainer in Ascheberg ist.“

Die naheliegende Lösung – der teamintern geschätzte Co-Trainer Benedikt Vester rückt auf – kommt nicht in Betracht, da Vester erstens nach seiner Hüft-OP 2018 wieder selbst auf dem Platz stehen will. Zudem erlaubten ihm Job und Master-Prüfung eine so zeitaufwendige Aufgabe nur schwer.

Was der künftige Trainer mitbringen muss? Er solle, so Trahe, junge Spieler entwickeln können. Und: „Er muss ein Händchen für Dorfvereine haben. Was nützt uns der beste Coach, wenn der nicht weiß, wie ein Klub wie der unsere tickt?“

Vier Fragen an Andrea Balderi

Stimmt es, dass Sie selbst den Vorschlag gemacht haben, am Saisonende zu gehen?

Balderi: Ja. Obwohl ich mich beim TuS nach wie vor sehr wohl fühle. Ascheberg hat mit Benedikt Vester einen sehr fähigen Co-Trainer und in dessen Vater Rüdiger einen überragenden Betreuer. Daher habe ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Aber?!

Balderi: Ich habe einfach bisweilen den Eindruck, dass ich mehr will, als die Mannschaft zu geben bereit ist. Dass sie zufrieden ist mit dem Status quo. Dass ihr zum Beispiel zwei Übungseinheiten in der Woche reichen. Dann ist es doch besser, wenn sie mal neuen Input bekommt.

Mit der sportlichen Bilanz hatte der Entschluss nichts zu tun?

Balderi: Natürlich würden wir gerne weiter oben stehen. Aber dass wir zwischenzeitlich abgesackt sind, hatte nicht zuletzt mit den vielen Verletzten zu tun.

Werden Sie 2018/19 ein anderes Team coachen?

Balderi: Ich hoffe es. Auch deshalb haben der TuS und ich zeitig Fakten geschaffen. Damit sich beide Seiten in Ruhe umsehen können.

 

Haben Sie was Bestimmtes im Auge?

Balderi: Nein. Nur sollte es ein ambitionierter Verein sein. Die Ligazugehörigkeit spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. flo

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