Triathlon-Kolumne: Der rasende Reporter
Sportreporter Cedric Gebhardt ist:Mehr Hausfrau als Surfbrett

Ahlen -

Seit einem Monat bereitet sich unser Redakteur auf seinen ersten Triathlon vor. Was das Schwimmen angeht, haben sich seine Befürchtungen bewahrheitet. Dafür lernt er die Badewanne in einer neuen Facette kennen.

Mittwoch, 14.02.2018, 05:02 Uhr

Sieht nicht wie schwimmen aus und ist auch noch weit davon entfernt. Unser Redakteur Cedric Gebhardt bei der Ausübung der Badewanne. Die dient der Wasserlage. So viel steht fest: Die Lage ist ernst.
Sieht nicht wie schwimmen aus und ist auch noch weit davon entfernt. Unser Redakteur Cedric Gebhardt bei der Ausübung der Badewanne. Die dient der Wasserlage. So viel steht fest: Die Lage ist ernst. Foto: R. Penno

Wie man sich doch täuschen kann. Bislang habe ich die Badewanne einzig und allein für einen Ort des Wohlbefindens gehalten. Gerade bei einer Erkältung oder zur Entspannung war sie für mich immer ein sehr willkommener Aufenthaltsort.

Mittlerweile hat sich die Definition dieses Begriffs für mich deutlich erweitert. Jetzt ist die Badewanne in meinen Augen vor allem eine fiese Technik-Übung, die mir gleich bei meinem allerersten Schwimmtraining begegnet. Seit Anfang Januar habe ich mich dem ASC Ahlen angeschlossen.

Dort leitet Ralf Kläsener als Trainer eine Schwimmgruppe für Anfänger. Die besteht allerdings bereits seit Oktober, so dass ich drei Monate Rückstand zu den anderen Teilnehmern habe, was sich insbesondere am Anfang deutlich bemerkbar macht.

Ersichtlich wird der Trainingsunterschied auch bei der eingangs erwähnten Badewanne. Bei dieser Übung liegt man auf dem Rücken im Wasser und die Rumpfmuskulatur soll trainiert werden. Die Fußspitzen sollten aus dem Wasser zeigen, mit den Armen rudert man sich mühsam voran. Dabei geht es darum, durch eine stabile Rumpfspannung für eine vorteilhafte Wasserlage zu sorgen. Denn auf die Wasserlage kommt es beim Schwimmen an – ich stelle fest: Die Lage ist ernst.

Bei meiner ersten Bahn gehe ich mehrfach unter, weil meine Körperbeherrschung der eines Skydancers gleicht. Sie wissen schon, diese aufblasbaren Figuren, die häufig bei Sportereignissen mit Luft vollgepumpt werden und munter hin und her schlackern. Genauso sieht das bei mir auch aus. Meine Befürchtung hat sich also bestätigt: Das Schwimmen wird in der Vorbereitung auf den Sassenberger Triathlon im August aller Voraussicht nach meine größte Herausforderung. Gefühlt fange ich nicht bei Null, sondern bei Minus zehn an.

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Die Befürchtung bewahrheitet sich

Immerhin klappt es schon bei der zweiten Übungseinheit besser und ich schaffe es tatsächlich, die Badewanne zweimal 25 Meter zu absolvieren. Mein erstes kleines Erfolgserlebnis.

Triathlon-Kolumne Teil 1

Cedric Gebhardt ist angefixt

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Ansonsten gleichen die ersten Wochen vor allem einer knallharten Bestandsaufnahme. Schon beim allerersten Training teilt mir Ralf Kläsener mit, mein Stil gleicht dem einer Hausfrau – immer mit dem Kopf über Wasser. Dabei habe ich nicht mal mehr Haare, die nass werden könnten. Das Ziel aber müsse es sein, wie ein Surfbrett im Wasser zu liegen. Ich ahne, dass der Weg von der Hausfrau zum Surfbrett ein weiter werden wird.

Arm- und Beinbewegung mitsamt der Atmung zu koordinieren, ist viel schwieriger, als es von außen aussieht. Sich auf alle drei Aspekte gleichzeitig zu konzentrieren, bereitet mir gewaltige Probleme. Das gilt selbst für so etwas (vermeintlich) Banales wie Brustschwimmen. Immer wieder gerate ich aus dem Rhythmus.

Neu zusammengesetzer Flüssigkeitshaushalt

Besonders aber gilt es für das Kraulen – und das ist schließlich beim Triathlon die bevorzugte Disziplin fürs Schwimmen, weil sie die mit Abstand schnellste ist. Vorausgesetzt man beherrscht sie. Aber davon bin ich noch so weit entfernt wie Nordkorea von freien Wahlen.

Zum Autor:

Cedric Gebhardt, Jahrgang 1985, ist Sportredakteur unserer Zeitung – und wird im August an seinem ersten Triathlon teilnehmen. Seit Kurzem besitzt er nun auch eine Schwimmbrille – Modell „Eagle optic“. Er selbst gleicht eher dem Modell Igel-Optik. In seiner Kolumne „Der rasende Reporter“ berichtet er in regelmäßigen Abständen von seiner Vorbereitung auf den Wettkampf.

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Mein allergrößtes Problem jedoch betrifft die Atmung. Da ich mich viel zu hektisch im Wasser bewege und meine Bewegungen – unkoordiniert wie sie nun mal sind – keinem Rhythmus folgen, habe ich unter Wasser häufig Panik und schnappe wie ein Irrer nach Luft, sobald ich an der Oberfläche bin. Das führt dazu, dass ich dabei auch immer wieder Wasser schlucke. An Trainingstagen decke ich meinen Flüssigkeitshaushalt daher aktuell zu 20 Prozent mit schmackhaftem Chlorwasser aus dem Parkbad.

Das geht aber zum Glück nicht nur mir so. Einige meiner Mitstreiter aus der Anfängergruppe versichern mir, dass es bei ihnen zu Beginn auch nicht anders ausgesehen habe. Das macht Hoffnung. Auch Egbert Borgschulte, genannt Eggi, ist Teil der Gruppe. „Ich habe am Anfang gedacht, jahrelange Freibad-Erfahrung reicht aus“, sagt Eggi. Wie man sich täuschen kann. Wenigstens bin ich in dieser Hinsicht also nicht allein.

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