Sa., 27.06.2015

Nach 13 Jahren macht Fußball-Abteilungsleiter von GW Nottuln Schluss Ulrich Leiendecker hört auf

Wenn sich Uli Leiendecker einer Sache verschrieben hat, dann setzt er sich mit Nachdruck für sie ein. Davon profitierten die Fußballer von GW Nottuln 13 Jahre lang.

Wenn sich Uli Leiendecker einer Sache verschrieben hat, dann setzt er sich mit Nachdruck für sie ein. Davon profitierten die Fußballer von GW Nottuln 13 Jahre lang. Foto: Marco Steinbrenner

Nottuln - 

Am kommenden Dienstag endet die Amtszeit von Ulrich Leiendecker. Nach 13 Jahren hat sich der 72-Jährige nicht mehr für das Amt des Fußball-Abteilungsleiters bei GW Nottuln aufstellen lassen. Im WN-Interview blickt der gebürtige Münsteraner noch einmal zurück.

Seine Tage sind gezählt: Am kommenden Dienstag (30. Juni) endet die Amtszeit von Ulrich Leiendecker. Nach 13 Jahren hat sich der 72-Jährige nicht mehr für das Amt des Fußball-Abteilungsleiters bei GW Nottuln aufstellen lassen. Mit dem gebürtigen Münsteraner, der seit Ende 1982 in Nottuln lebt, sprach WN-Sportredakteur Johannes Oetz.

Hallo, Herr Leiendecker. Sie haben keine familiäre Bindung zum Fußball und früher auch nie selbst Fußball gespielt. Wie kamen Sie überhaupt zu diesem Posten?

Leiendecker: Ja, das stimmt. Ich habe in meiner Jugend Handball bei Adler Münster gespielt. Nun, mein Freund Bernd Knops war damals bei den Fußballern stellvertretender Abteilungsleiter. Er fragte mich, ob ich dieses Amt übernehmen würde. Ich habe ein halbes Jahr gezögert, dann habe ich es gemacht.

Wenn Sie auf 13 Jahre zurückblicken: Was war Ihr schönstes Erlebnis mit den Grün-Weißen?

Leiendecker: Ach, da gab es einige – sonst hätte ich doch nicht so lange durchgehalten (lacht). Ein tolles Erlebnis war natürlich unser erster Aufstieg im Jahr 2008 in die Westfalenliga unter Trainer Rainer Leifken, weil damit keiner gerechnet hatte. Unser zweiter Aufstieg vor zwei Jahren war natürlich auch super. Ansonsten erinnere ich mich noch an eine weitere Begebenheit, aber das gehört hier vielleicht nicht hin . . .

Jetzt erzählen Sie schon . . .

Leiendecker: Die erste Mannschaft ist eine Zeit lang immer mit F-Jugendlichen oder Minikickern eingelaufen. Dabei wurde ich einmal Ohrenzeuge eines Gesprächs zwischen einem solchen Mini mit seinem Vater. Der blonde Junge meinte, dass er später auch gerne mal als Spieler der ersten Mannschaft mit einem Kind an der Hand ins Baumberge-Stadion einlaufen wolle. Sein Vater lachte, während mich das sehr bewegt hat. Ich weiß bis heute nicht, wer der Knirps war.

Die jungen Menschen liegen Ihnen immer sehr am Herzen.

Leiendecker: Ja, natürlich! Die Jugendarbeit ist doch der große Verdienst des Vereins. Das ist der Verdienst der rund 100 Betreuerinnen und Betreuer, die sich hier täglich um 550 Jugendliche kümmern. Die überwiegende Mehrheit macht das ehrenamtlich und bekommt keinen Cent dafür. Das ist soziales Engagement.

Ich fragte Sie eben nach Ihrem schönsten Erlebnis bei den Grün-Weißen. Welches Erlebnis würden Sie gerne ungeschehen machen?

Leiendecker: Die Geschichte mit Rainer Leifken. Dass wir uns damals trennen mussten, bedaure ich bis heute. Ich schätze Rainer Leifken sehr. Wir haben uns inzwischen ausgesöhnt. Außerdem fand ich ganz, ganz schlimm, dass in diesem Jahr erstmals das Pfingstturnier ausgefallen ist. Die Unterbringungsmöglichkeiten, die uns normalerweise zur Verfügung stehen, sind uns wegen einer anderen Veranstaltung genommen worden. Da haben einige Leute nicht richtig nachgedacht. Wir haben durch das Pfingstturnier immer einen Überschuss erwirtschaftet, der direkt wieder in die Jugendarbeit investiert wurde. Dieser Betrag fehlt uns jetzt. Über diese Geschichte komme ich nicht weg, das bringt mich jetzt noch in Wallung.

Eines Ihrer letzten Projekte ist die Tribüne, die jetzt im Baumberge-Stadion errichtet werden soll. Wie ist der Stand der Dinge?

Leiendecker: Die Planung ist, dass wir Anfang Juli mit den Arbeiten beginnen. Bis September soll die Tribüne dann fertig sein. Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt jetzt realisiert wird, denn die Zuschauer in Nottuln haben lange genug im Regen gestanden. An dieser Stelle möchte ich einmal besonders Hans Holtkamp danken, der die gesamten Kosten für die Stahlarbeiten trägt. Wenn wir ihn nicht hätten, würden wir niemals eine Tribüne bekommen. Unser Dank gilt aber auch der Firma Hagemeister, die die Steine stiftet. Architekt Joachim Lackmann hat den planerischen Teil übernommen, Michael Hollenhorst baut das Fundament. Außerdem unterstützen uns die Volksbank Nottuln und die Gemeinde.

Blicken wir in Ihre Zukunft: Jetzt wird jeden Tag geangelt, und die Rosen werden endlich sorgfältig beschnitten . . .

Leiendecker: (lacht) Ja, klar! Nein, ich bleibe ja Beisitzer im Gesamtverein. Da gibt es etliche Aufgaben, um die ich mich kümmern möchte. Mir liegen zum Beispiel die Menschen am Herzen, denen es nicht so gut geht. An dieser Stelle möchte ich mich engagieren.

Wer wird Ihnen vor allem fehlen?

Leiendecker: Es sind die Spieler der ersten Mannschaft. Sie sind mir über die Jahre ans Herz gewachsen, denn ich habe sie von der Jugend bis in die Westfalenliga begleitet. Fehlen wird mir aber auch unser Trainer Dirk Altkrüger, der ein Glücksfall für GW Nottuln ist. Er kann mit den jungen Spielern hervorragend umgehen und bringt sie jede Woche ein Stück weiter. Schauen Sie sich an, was er aus Lukas Mersmann gemacht hat. Oder Patrick Grotthoff! Der ist doch eine Granate! Oder Mirko Schinke: Er ist ein ganz bescheidener Typ und großartiger Fußballer. Sie alle werden mir fehlen.

Haben Sie noch einen Tipp für Ihren Nachfolger?

Leiendecker: Den braucht Lothar Ullrich nicht. Er wird das mit der engagierten Abteilungsleitung stemmen. Davon bin ich absolut überzeugt.

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