Fußball: 3. Liga
SF Lottes Stürmer Kevin Freiberger: „Diese Saison ist langweilig und enttäuschend“

Osnabrück -

Geradeaus, direkt und schnell: So wie Kevin Freiberger Fußball spielt, antwortet er auch im Interview. „Es ist keine verschenkte Saison für uns, aber mittlerweile eine langweilige und somit schon enttäuschende“, sagt der Stürmer (29) der Sportfreunde Lotte, der zuletzt beim 2:0 über den VfR Aalen die wichtige Führung erzielte, im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Christian Detloff.

Donnerstag, 08.02.2018, 19:02 Uhr

Kevin Freiberger sieht bei Auswärtsspielen noch Verbesserungsbedarf bei den Sportfreunden. Am Samstag geht es nach Jena..
Kevin Freiberger sieht bei Auswärtsspielen noch Verbesserungsbedarf bei den Sportfreunden. Am Samstag geht es nach Jena. Foto: Mrugalla

Herr Freiberger , wie leicht ist Ihnen die Umstellung vom Flügel- zum Mittelstürmer gefallen?

Kevin Freiberger: Relativ leicht – ich habe ja in meiner Karriere auch schon häufiger in der Mitte ausgeholfen. Gegen Aalen lief es auch deshalb gut, weil sie versucht haben, spielerisch aufzubauen. Da konnte man mit Laufstärke, Tempo und Pressing vorne schnell etwas bewegen. Ich bin sicher nicht der Mittelstürmertyp, der die Bälle gerne vorne festmacht. Das können andere besser.

In Ihrem Halbjahr 2014 beim VfL Osnabrück hatte es vorne drin in den vier Einsätzen nicht so gut funktioniert.

Freiberger: Das war auch eine eigene Situation. Wir hatten gerade unter Maik Walpurgis die bekannt harte Vorbereitung absolviert. Marcos Alvarez neben mir war noch nicht voll in Schuss, da musste ich eine Menge Defensivarbeit leisten. Da konnte ich offensiv nicht so viel bewirken, wie ich es gerne getan hätte.

Wie schwer fiel Ihnen zuvor, zweimal „nur“ als Einwechselspieler zum Einsatz gekommen zu sein?

Freiberger: Das hat mich schon genervt, ich will natürlich immer spielen. Aber das trage ich nicht nach außen. Ich unterstütze die Mitspieler, wie sie mich als Startspieler unterstützen.

Abgesehen vom 0:5 in Paderborn sind die Sportfreunde nach der Winterpause gut aus den Startlöchern gekommen. Was läuft jetzt besser als in Teilen der Vorrunde?

Freiberger: Eine deftige Niederlage wie in Paderborn hat auch einen Hallo-Wach-Effekt. Danach arbeitet man automatisch noch konzentrierter. Wir haben beide Heimspiele gewonnen. Zu Hause sind wir viel spritziger, auswärts spielen wir leider träger. Bei beiden Siegen waren wir wieder unberechenbarer: mal mit kurzen, dann mit langen Bällen – und immer mit hohem Tempo, das die Gegner stresst. So kommen wir immer zu unseren Möglichkeiten.

Herrscht in Lotte mittlerweile Ruhe?

Freiberger: Sie spielen sicher auf die Trainerwechsel an. Ich denke schon. Die Ergebnisse stimmen, mit Andreas Golombek und Joe Laumann kommen wir gut klar. Wobei man Ruhe nicht mit Ausruhen verwechseln darf. Wir trainieren schon sehr intensiv.

Den Abgang im Winter von Hamadi Al Ghaddioui, der elf Scorerpunkte sammelte, scheint die Mannschaft gut kompensieren zu können.

Freiberger: Ein zweischneidiges Schwert. Hamadi ist ein guter Stürmer. Aber es war zu viel auf ihn ausgerichtet. Hamadi hat auch mal die Bälle gehalten und das Tempo herausgenommen. Wir waren mit ihm ausrechenbarer. Variabler und schneller zu agieren kommt den Offensivkräften wie Jaroslaw Lindner und mir entgegen. Auch ein Grund, warum wir jetzt wieder den Hurra-Fußball spielen, der uns in den beiden Vorjahren ausgemacht hat.

Neun Punkte vor dem ersten Abstiegsrang: Was ist in dieser Saison noch möglich?

Freiberger: Nach unten haben wir uns einigermaßen befreit, nach ganz oben ist nichts mehr drin. Es ist keine verschenkte Saison für uns, aber mittlerweile eine langweilige und somit schon enttäuschende.

Insgesamt vier Jahre tragen Sie nun das SFL-Trikot. Ist es vorstellbar, die Karriere hier zu beenden?

Freiberger: Ehrlich gesagt: Eher nicht. Ich würde schon gerne noch etwas mit einem anderen Verein erreichen. Ich stehe hier erst noch bis Ende der nächsten Saison unter Vertrag – und denke nicht an einen vorzeitigen Abschied.

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