Frauenfußball
Ungewisse Zukunft

Greven -

Der Kader ist dünn, es fehlt an Nachwuchs: Um weiterhin Frauenfußball anbieten zu können, muss die DJK Greven neue Wege gehen.

Dienstag, 31.05.2016, 08:05 Uhr

Skeptisch: DJK-Trainer Jürgen Röös hat sich mit seinem Team übers Ziel geschleppt, doch wie geht es nun weiter?
Skeptisch: DJK-Trainer Jürgen Röös hat sich mit seinem Team übers Ziel geschleppt, doch wie geht es nun weiter? Foto: hri

Am letzten Spieltag der Saison ist es dann doch noch passiert. Während landauf- und landab der letzte reguläre Spieltag der Saison angepfiffen wird, müssen sich die Fußballerinnen der DJK mit der Zuschauerrolle begnügen. Ihre Kreisligabegegnung in Havixbeck wird erst gar nicht angepfiffen. Der Grund: Der DJK ist kurz vor dem Saisonfinale die Puste, oder besser gesagt das Personal ausgegangen. Schlimmer noch: Die Lichter in Sachen Frauenfußball drohen nach nur zwei Jahren in der Emsaue wieder zu erlöschen.

Es ist nicht das erste Mal in der Rückrunde, dass Grevens Trainer wenige Tage vor dem Spiel mit sorge auf seinen Kader schaut. „Teilweise waren wir nur zu zehnt oder zu elft“, berichtet Jürgen Röös von einer schwierigen Saison. Der ursprünglich 24-köpfige Kader schrumpft bis zum Winter immer mehr in sich zusammen. Zuletzt sind es noch 16 Spielerinnen, die der Mannschaft in der Kreisliga A zur Verfügung stehen. „Wir haben teilweise nur mit acht Spielerinnen trainiert. Da konnte sich die Mannschaft nicht weiterentwickeln“, bedauert Röös diese Entwicklung, die in der vergangenen Woche ihren traurigen Höhepunkt findet. Bei gerade einmal acht Namen auf der Liste zieht er bereits am Donnerstag die Notbremse und sagt das Spiel ab. Null Punkte und eine Strafzahlung aus der Mannschaftskasse sind die kurzfristigen Folgen.

Mittelfristig sind es kaum besser aus. Neuzugänge sind nicht in Sicht, was den DJK-Trainer zweifeln lässt, in der kommenden Saison erneut mit seinem Team in der Kreisliga Münster auf Torejagd zu gehen.

Da Personalprobleme derzeit nicht nur die DJK-Fußballerinnen umtreiben, deutet vieles auf mindestens einen Zusammenschluss hin. Beim Kreisligisten SC Falke Saerbeck ist die Decke ebenso dünn wie beim Bezirksligisten Ladbergen .

Und auch die Trainerfragen machen den Verantwortlichen der Vereine schaffen: Während sich die DJK und Jürgen Röös über eine Fortführung der Zusammenarbeit einig sind, klaffen in Saerbeck und Ladbergen auf den Trainerstühlen noch Lücken.

Gespräche habe es in alle Richtungen gegeben, berichtet Röös. Eine Lösung gibt es zwar noch nicht, doch deutet einiges auf eine Zusammenarbeit zwischen Greven und Ladbergen hin. In diesem Fall würden die DJK-Spielerinnen quasi in die Bezirksliga aufsteigen, dafür jedoch nicht mehr unter eigenen Fahnen segeln. „Denkbar wäre aus meiner Sicht auch, einmal in der Woche in Greven zu trainieren und die Heimspiele im Wechsel auszutragen“, erklärt Röös, wie die Zusammenarbeit unter der Regie des VfL Ladbergen laufen könnte. Auf zwei Jahre befristet sieht Röös eine Kooperation mit einem anderen Verein. Danach hofft die DJK wieder auf Nachschub aus den eigenen Reihen, wo in der kommenden Saison wieder eine U17-Mannschaft an den Start geht.

Während seine Spielerinnen die Lösung mit Ladbergen favorisieren, haben die Gespräche mit dem SC Falke Saerbeck offenkundig zu keiner Lösung geführt. „Die Spielerinnen wollen nicht nach Saerbeck“, betont Röös. Auch eine Zusammenarbeit mit der sich neu bildenden Mannschaft vom SC Reckenfeld scheint innerhalb Grevens keine Alternative zu der Lösung, bei der der erfahrene Trainer eines nicht verhehlt: „Skeptisch bin ich schon etwas.“

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