Der TVE Greven vor seiner Mitgliederversammlung
Turnverein als Talentschmiede

Greven -

Der TVE ist mit rund 1500 Mitgliedern nicht nur Grevens größter Sportverein, er ist auch der mit umfangreichsten Angebot. Neben den 13 Abteilungen bietet der Verein Kurse und Rehasport. Der TVE ist als „Kinderfreundlicher Sportverein“ zertifiziert und trägt das Siegel „Sport pro Gesundheit“. Zusammen mit dem TSC Ems-Casino betreibt der TVE seit knapp 20 Jahren in der Kroner Heide ein Sportzentrum. Vor der Mitgliederversammlung am Freitag (19.30 Uhr) steht Vorsitzender Michael Martschinke Rede und Antwort.

Donnerstag, 22.03.2018, 12:03 Uhr

Steht seit 2005 an der Spitze des größten Grevener Sportvereins: Michael Martschinke.
Steht seit 2005 an der Spitze des größten Grevener Sportvereins: Michael Martschinke. Foto: th

Michael Martschinke (36) sieht den TVE Greven im Moment gut aufgestellt. Im Gespräch mit Sven Thiele erklärt der TVE-Vorsitzende, warum der Rehasport ebenso ein Zukunftsthema darstellt wie die Talentsichtung und -förderung. Und er verrät, wie sich der TVE in der Sportstättenentwicklung positioniert.

Wenn Sie Ihren Jahresbericht auf drei Hashtags beschränken müssten, welche fallen Ihnen ein?

Martschinke: (überlegt) Rehasport, Sportpolitik und Sport für die Kleinsten.

Dann beginnen wir doch mit dem Rehasport, einem relativ neuen Angebot beim TVE. Was hat sich im vergangenen Jahr in diesem Bereich getan?

Martschinke: Der Einstieg in den Rehasport ist uns durch das Engagement unserer zweiten Vorsitzenden Paula Windau und ihrem Team gelungen. Nun gilt es, ihn zu festigen und auszubauen. Derzeit verfügen wir über vier Gruppen und wollen weitere hinzunehmen.

Warum beschäftigt Sie ausgerechnet dieses Angebot so intensiv?

Martschinke: Wir haben eine große Säule älterer Mitglieder. Neben der Jugendarbeit sind deshalb Sportangebote für diese Zielgruppe ein für uns besonders wichtiger Bereich. Wir haben unsere Angebote schon vor einigen Jahren unter dem Begriff „Fit und Gesund“ zusammengefasst. Dahinter steht, dass wir uns weg bewegen von einer reinen freizeitsportlichen Betätigung hin zu einer funktionellen Betätigung. Die Präventions- und Rehaschiene wird in diesem Zusammenhang immer wichtiger.

Und sie stellt für Sportvereine auch eine zusätzliche Einnahmequelle da, nicht?

Martschinke: Wenn man diese Sparte professionell betreibt, ist sie für einen Verein auch finanziell lukrativ, ja.

Stichwort Finanzen. Wie ist es um den TVE bestellt?

Martschinke: Gut. Wir sind derzeit sehr solide aufgestellt. Wir führen die Verbindlichkeiten für unser Sportzentrum an der Kroner Heide, das großteils abbezahlt ist, überobligationsmäßig zurück und können investieren. Notwendig sind Erneuerungen bei den Geräten. Mittelfristig müssen wir auch etwas an der Gebäudesubstanz tun.

Der TVE betreibt das Sportzentrum komplett auf eigene Kosten, andere Vereine nutzen kommunale Anlagen kostenfrei oder erhalten Betriebskostenzuschüsse. Fühlen Sie sich benachteiligt?

Martschinke: Ich finde es gut, dass die Vereine immer mehr Verantwortung für öffentliche Anlagen übernehmen und sich einbringen. Ich finde es auch gut, dass die Stadt diesen Prozess in die Wege geleitet hat. Ich glaube aber auch, wir können da gemeinsam mit der Stadt noch mehr erreichen, wenn wir den Kreis der Vereine größer ziehen.

Im Moment verhandeln die Fußballvereine über Überlassungsverträge. Wo sehen Sie da den TVE?

Martschinke: Ich sehe uns da künftig auch mit am Tisch.

An welcher Stelle konkret?

Martschinke: Wir nutzen zum Teil einige öffentliche Hallen sehr intensiv. Da haben wir natürlich ein großes Interesse, dass die Räume unseren Bedürfnissen entsprechen. Davon könnte auch der Schulsport profitieren. Dagegen haben wir kein Interesse, eine Freiluftanlage zu betreiben. Aber ich finde es wichtig, dass auf diesen Anlagen auch andere Sportarten möglich sind als Fußball. Ich glaube, die Vereine würden insgesamt profitieren, wenn man auch in den Blick nehmen würde, was man da sonst noch machen kann, ohne dass dadurch eine Sparte benachteiligt wird.

Ist dazu aus Ihrer Sicht eine engere Verzahnung der Vereine notwendig?

Martschinke: Bilateral funktioniert das schon ganz gut. Künftig liegt es jedoch auch am Stadtsportverband, hier eine stärkere Rolle einzunehmen.

Der SSV befindet sich im Moment im Umbruch. Warum braucht es auch Ihrer Sicht einen solchen Interessenverbund überhaupt?

Martschinke: Es gibt immer wieder Situationen, in denen es wichtig ist, dass der Sport mit einer Stimme spricht. Als Beispiele in den vergangenen Jahren nenne ich die Debatte um die Hallennutzungsgebühren oder die drohende Schließung des Springerbeckens im Hallenbad. Die guten Ergebnisse, die wir dort erwirkt haben, hätte ein einzelner Verein nicht geschafft. Ungeachtet dessen ist es im alltäglichen Betrieb wichtig, dass sich der Sport intern abstimmt und nicht über die Stadt als Bande spielt.

Von der Sportpolitik zurück zum TVE, wo Sie neben den älteren die jüngsten Sportler ganz besonders ins Visier nehmen. Wo liegen da die Schwerpunkte?

Martschinke: Da ist zum einen unsere Leistungsturnabteilung, die sich weiterhin dem Leistungssport verschreibt, aber zunehmend auch sich selber als Talentsichtungs- und Talentförderungsinstitution sieht. Wir sind jetzt anerkannt worden als Turntalentschule.

Wie genau begeben Sie sich auf die Suche nach Talenten?

Martschinke: Wir setzen bereits im Kleinkindalter an. Da geht es nicht darum, sie zu perfekten Turnern zu machen, sondern Bewegung allgemein zu fördern und zu schauen, was ist für das Kind das richtige Sportangebot. Unabhängig hiervon gibt es beispielsweise eine Kooperation mit dem Verein der Grevener Tagesmütter, die es ermöglicht, deren Kleinkindern Bewegungsangebote zu unterbreiten.Wir halten das für ein sehr zukunftsweisendes Projekt, weil wir auf diese Weise bereits die jüngsten Kinder für Sport, aber auch für unsere Angebote interessieren können.

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