Tischtennis Verbandsliga
Ein kleines bisschen Horrorshow

Greven -

Die Tischtennisherren der DJK Blau-Weiß Greven atmen auf: Der Klassenerhalt in der Verbandsliga ist unter Dach und Fach. Und das bereits einen Spieltag vor Saisonschluss.

Montag, 16.04.2018, 00:04 Uhr

Stephan Bothe leistete mit zwei Einzel- und einem Doppelpunkt wichtige Hilfe zum Verbandsliga-Klassenerhalt der DJK. Doch es war knapp, und es dauerte lange. Der Kollege oben hat das alles vorher gewusst und auf der Tribüne den Klappstuhl ausgegraben.
Stephan Bothe leistete mit zwei Einzel- und einem Doppelpunkt wichtige Hilfe zum Verbandsliga-Klassenerhalt der DJK. Doch es war knapp, und es dauerte lange. Der Kollege oben hat das alles vorher gewusst und auf der Tribüne den Klappstuhl ausgegraben. Foto: Stefan Bamberg

Niemand hat vor der Saison gesagt, dass es einfach werden würde. Eine Autobahnfahrt auf der Felge aber, mit der Tanknadel im knallroten Bereich – gut möglich, dass sie sich das gern erspart hätten. Wobei: Am Ende ist es dann doch so ein Tag, an dem Du weißt, warum Du Sportler geworden bist. Der Nichtabstiegsgipfel gegen den TTC MJK Herten endet mit dem großen Durchschnaufen. Die DJK Greven bucht mit einem 9:4-Erfolg am Sonntag ein weiteres Jahr Verbandsliga. Jetzt, wo er das Ergebnis kennt, kann Altmeister Reinhard Rothe zugeben: „Ein bisschen Spaß hat‘s schon gemacht.“

Kein Wunder bei dieser Kulisse. Auf ein kleines bisschen Horrorshow haben richtig viele Bock: Die Fans sind da – 11.08 Uhr, Aufschlag für die Doppel. Hingeschaut und mitgegruselt!

Zu erleben gibt‘s erst mal einen hypernervösen Beginn: Max Haddick/Stephan Bothe noch souverän, dann aber gleich zwei Sätze mit X: Weder Rajee Sithamparanathan/Milan Heidkamp, noch Reinhard Rothe/Matthias Kaltmeier bringen ihr Match nach Hause – Rückstand nach den Doppeln. Stephan Bothe, der doch gerade eigentlich nur die Punkte zählen muss, guckt so, als hätte ihm just einer gesagt, dass er ab sofort jeden Mittag mit den Jungs von der Stadt in der Mensa essen gehen muss. Ein bisschen elend also (wir berichteten).

Keine Frage: Die Angst spielt hier mit. Haddick und Kaltmeier wahren in ihren Einzeln die Contenance, Heidkamp hat gegen Hertens Eins Benjamin Homann allerdings gar keine Chance. Damit steht es 3:3 – ein findiger Zuschauer ahnt wohl schon, dass das länger dauern könnte. Und hat, der legendären „Schuh-des-Manitu“-Taktik folgend, den Klappstuhl ausgegraben: „Stundenlang auf diesem Holz - dat hältste nich’ aus.“

Was er jetzt sieht aus seiner selbst gebauten V.I.P.-Loge? Nichts was Anlass gäbe, mit der Gesamtsituation unzufrieden zu sein: vielmehr eine DJK, die so langsam die Flatter ablegt. Maßgeblich verdanken sie das Stephan Bothe: schnörkellos wie fast immer, quadratisch, praktisch, gut, und rumms, was für ein Knaller zum 3:1 – Bumm-Bumm-Bothe bringt Greven erstmals in Führung.

Auch am anderen Tisch Party: Sithamparanathan versenkt zum 5:3. Und zwei Hertener brauchen erst mal eine Beruhigungszigarette.

Zurück von ihrem selbst verordneten Päuschen erleben sie jene Minuten, die vielleicht den kompletten Abstiegskampf entscheiden könnten: Rothe mit der Gelegenheit zum 6:3, ein echtes Knackspiel, das auch noch in einen Knacksatz geht – und Rothe? Verliert, 2:3. Mal wieder so ein Tischtennis-Moment, an dem man ein Gefühl dafür bekommt, wie schnell in dieser genialen Sportart alles kippen kann. Vieles, vermutlich mehr als wir zugeben wollen, hängt in solchen Zitterspielen wohl auch einfach von Glück und Pech ab. Auch Haddicks zweiter Auftritt ist mehr Lotterie als Galerie: Netz, Kante oder beides – Bälle, die sonst maßgenau kommen, haben heute mächtig Streuung. Fallen aber oft genau richtig runter – der sechste Punkt, wie auch immer.

Aber es bräuchte jetzt auch mal einen, der im richtigen Augenblick eine Sahne-Phase erwischt: Heidkamp zum Beispiel. Und ausgerechnet er, der vorhin noch so richtig einen verplättet bekam, dreht nun auf: eine absolute Premium-Leistung gegen Sascha Podjaski krönt er mit einem 3:0-Sieg, 7:4 insgesamt.

Nebenan hat Bothe gegen einen Gegner, der die sportlichen Einschläge aus Hertener Sicht offenbar näherkommen sieht, relativ leichtes Spiel – 8:4. Jetzt können sie es doch nun wirklich nicht mehr verbaseln. Die Rettung kommt, jedenfalls in ihrer konkreten Gestalt, trotzdem eher plötzlich: Kaltmeier hat sich von 0:2 auf 2:2 gekämpft, erwartet im Entscheidungssatz nun einen Aufschlag. Schwups, und der Ball ist – im Aus! 9:4, einfach so. Spürbares Erstaunen, dann bricht der Jubel los. Oder ist es doch nur ein lautes Aufatmen?

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