Sa., 06.02.2016

Fußball | WN-Halbjahreszeugnis: Bezirksligist FC Epe Abstiegskampf kein Tabuthema

Doppelter van der Veen: Auf Neuzugang Jeroen van der Veen (li.), der als Stammspieler direkt einschlug, und Spielertrainer Jeroen van der Veen (re.) wartet nicht nur im Derby gegen Vorwärts Epe am 28. Februar jeder Menge Arbeit. Der FC Epe bangt um den Klassenerhalt.

Doppelter van der Veen: Auf Neuzugang Jeroen van der Veen (li.), der als Stammspieler direkt einschlug, und Spielertrainer Jeroen van der Veen (re.) wartet nicht nur im Derby gegen Vorwärts Epe am 28. Februar jeder Menge Arbeit. Der FC Epe bangt um den Klassenerhalt. Foto: nre

Gronau-Epe - 

Zweimal im Jahr grummelt es verdächtig in des Schülers Magengrube. Klare Kiste, Zeugnisausgabe! Wie aber sehen eigentlich die Noten der heimischen Kicker aus: Wurden die Hausaufgaben gemacht? Oder ist die Versetzung sogar gefährdet? Die WN ziehen nach der Hälfte der Saison eine Zwischenbilanz und bitten die hiesigen Teams zum Mannschaftssprechtag. Weiter geht es heute mit dem Sorgenkind FC Epe.

Von Nils Reschke

Dass das zweite Jahr in einer neuen Spielklasse immer das schwerste sein soll, haben die Kicker aus den Bülten am eigenen Leib erfahren müssen. Auch wenn dem Aufsteiger 2014/15 am Ende etwas die Luft ausging, so waren die erreichten 39 Punkte mit einer nahezu ausgeglichenen Bilanz aller Ehren wert. Davon jedoch ist der FC Epe 2015/16 noch meilenweit entfernt. Die Blau-Weißen kämpfen gegen den Abstieg – vermutlich bis zum letzten Spieltag.

Nackten Zahlen

16 von 30 Partien sind in der aktuellen Spielzeit absolviert. Der FCE erreichte 13 Zähler, exakt ein Drittel der Gesamtpunktzahl aus der Vorsaison. Das lässt schon erahnen, wie brenzlig es für die Mannschaft von Jeroen van der Veen wird. Aktuell belegen die Eperaner nur den vorletzten Platz mit der zudem schlechtesten Tordifferenz (20:41), den am wenigsten erzielten Treffern sowie der zweitschwächsten Defensive. Da fällt es schwer, Argumente zu sammeln, die für den Klassenerhalt sprechen.

Strahlende Sieger

Überhaupt nur drei Mal ging der FCE als Sieger vom Platz. Das unterhaltsamste Spiel fand am 4. Oktober vergangenen Jahres gegen die Reserve des TSV Marl-Hüls statt. In den Bülten eröffnete Julian Reus den Torreigen beim 3:2 nicht nur nach schon sechs Minuten, er beendete ihn auch mit dem Siegtreffer in Minute 75. Zwischendurch waren die Gäste selbst mit 2:1 in Führung gegangen, aber Shemsi Osmani glich praktisch mit dem Pausenpfiff aus. „Vielleicht hat der Druck, dieses wichtige Spiel gewinnen zu müssen, einige überfordert“, mutmaßte damals schon van der Veen. Als würde der Niederländer ahnen, dass es auch in den kommenden Matches nicht so recht laufen wollte.

Herbe Packungen

Die deutlichste Niederlage kassierten die Blau-Weißen direkt am zweiten Spieltag – allerdings gegen den momentanen Spitzenreiter TSG Dülmen (0:5). Bei der TSG startet Epe übrigens auch ins neue Punktspieljahr. Dass der FC ebenso gegen den Dritten SG Borken (1:5) und Vierten VfB Hüls (2:5) jeweils fünf Treffer kassierte – geschenkt. Deutlich peinlicher war nämlich ein anderer Auftritt: die 1:4-Pleite bei Westfalia Osterwick. Denn das sollte der bisher einzige Sieg des Tabellenletzten bleiben. Ganz wichtige Zähler also, die nicht aufs Konto in den Bülten wanderten. Warum? „Im Abstiegskampf muss man sich mit Mann und Maus wehren“, meinte Westfalia-Coach Engin Yavuzaslan. Seine Elf beherzigte dies, der FC Epe überhaupt nicht.

Tolle Serien

Zwei Mal siegte der FC Epe auswärts in Folge: je 2:1 beim SC Reken und TuS Gahlen. Im Anschluss an diese TuS-Partie folgte zudem der 3:2-Heimsieg gegen TSV Marl-Hüls 2. Somit schafften die Blau-Weißen zwei Siege in Serie. Das war es dann allerdings schon mit den Erfolgserlebnissen. Vom vierten bis zum 14. Spieltag glückte den Blau-Weißen darüber hinaus stets mindestens ein Treffer. Das ist beachtlich – schließlich stellt der FC die schwächste Offensive der Bezirksliga-Staffel 11.

Schlimme Durststrecken

Es gab nun einmal mehr Schatten als Glanzlichter – und zwar ganz besonders in den Bülten. Die einstige Festung verkümmerte zum Ramschladen, wo es besonders billig war, Punkte mitzunehmen. Die Heimbilanz des FC Epe überrascht und liest sich erschreckend: Die Mannschaft ist Tabellenschlusslicht, holte nur einen Sieg, dazu noch zwei Unentschieden. Stolze 28 Gegentreffer gestattete man seinen Gegner – im Schnitt also rund drei pro Partie. Acht Mal in Folge haben die Eperaner mittlerweile insgesamt nicht mehr gewonnen, die letzten vier Begegnungen sogar alle verloren. Und in den letzten beiden Matches 2015 – beide im Bültenstadion – erzielte Epe auch keinen eigenen Treffer mehr.

WN-Zeugnis

Nein, das war alles andere als das Halbjahr der Blau-Weißen. Die Euphorie aus dem Aufstiegsjahr ist längst verflogen, ebenso wie die einstige Stärke im Bültenstadion. Die Verpflichtung von Boy Kamphuis als Co-Trainer entpuppte sich zudem schnell als Fehlgriff. Zumindest personell haben die FCler deswegen mit gleich vier Neuzugängen reagiert. Positiv bleibt zu erwähnen, dass sie in der Gronauer Südstadt die brenzlige Lage nicht noch schönreden. Das Wort Abstiegskampf ist kein Tabuthema. Und das ist auch gut so.

► Der vorletzte Tabellenplatz, sehr deutliche Niederlagen gegen die Spitzenteams der Liga, eine desolate Heimbilanz und auch nur 20 eigene Treffer. Selbst das Derby bei Vorwärts Epe wurde mit 0:1 verloren. Um die Leistungen auf einen Nenner zu bringen: Das war nicht besser als mangelhaft.

Zum Thema

Der FC Epe startet am 21. Februar (15 Uhr) mit einem Gastspiel bei Tabellenführer TSG Dülmen..

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