Fr., 25.03.2016

Fußball: Spielertrainer Bernd Meyer wird 60 „Ich kann nicht einfach nur zuschauen“

Das ganze Leben ist ein Spiel: Bernd Meyer steht seit mehr als 50 Jahren auf und neben dem Fußballplatz.

Das ganze Leben ist ein Spiel: Bernd Meyer steht seit mehr als 50 Jahren auf und neben dem Fußballplatz. Foto: aho

Gronau-Epe - 

„Fußball ist mein Leben. Ich kann nicht tatenlos auf den Sportplatz gehen und einfach nur zuschauen. Ich muss mich bewegen und auspowern“, sagt Bernd Meyer. Am Ostersonntag feiert der Spielertrainer des B-Ligisten FC Epe 2 und langjährige Coach des SC Ahle seinen 60. Geburtstag.

Von Angelika Hoof

WN-Mitarbeiterin Angelika Hoof sprach mit dem rüstigen Sportler über seine lange Fußballerlaufbahn.

Wann hast Du selbst zuletzt gespielt?

Meyer: Ich stehe zwar immer noch regelmäßig auf dem Spielbericht. Aufgrund des qualitativ guten Kaders habe ich es aber bei Kurzeinsätzen in den Vorbereitungsspielen belassen und in dieser Saison selbst auf Meisterschaftseinsätze verzichtet. Technisch – man mag es kaum glauben – bin ich vielen noch überlegen. Läuferisch allerdings nicht mehr.

Wie lange möchtest Du selbst noch Fußball spielen?

Meyer: Das weiß ich nicht. Bislang trainiere ich noch viermal pro Woche. Fußball ist eben meine große Leidenschaft. Erst wenn ich keinen Spaß mehr daran habe, höre ich auf. Doch danach sieht es momentan noch nicht aus.

Welches waren Deine größten Erfolge?

Meyer: 1978/79 bin ich mit dem FC Epe von der Bezirks- in die Landesliga aufgestiegen. Mit der SpVgg Vreden belegte ich in meinem ersten Jahr als Spielertrainer einen dritten Rang in der Kreisliga A. Weitere Meisterfeiern folgten 1987/88 beim Aufstieg von Union Wessum in die Bezirksliga sowie in der Saison 2013/14, als ich mit dem FC Epe 2 den Sprung in die A-Liga schaffte. Darüber hinaus wurde ich mit Arminia Gronau gleich dreimal Vizemeister der Kreisliga A.

Wie oft bist Du mit einer Mannschaft abgestiegen?

Meyer: Zum Glück nur ein einziges Mal und zwar in der Saison 2014/15 mit meiner jetzigen Truppe, FC Epe 2.

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Ich war völlig fertig und wollte nicht akzeptieren, dass das mein Karriereende sein sollte. Als erste Reaktion auf diese für mich absolut unglaubliche Nachricht habe ich mir dann erst einmal ein neues Paar Fußballschuhe gekauft.

Bernd Meyer nach der Arthrose-Diagnose

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Dein schlimmstes Erlebnis?

Meyer: Ereignete sich vor vier Jahren bei einer ganz normalen Trainingssituation auf dem Platz. Ich wollte den Ball spielen, als mein linkes Knie plötzlich und ohne Vorwarnung den Dienst verweigerte und stehen blieb. Der Arzt diagnostizierte Arthrose im linken Knie. Ich war völlig fertig und wollte nicht akzeptieren, dass das mein Karriereende sein sollte. Als erste Reaktion auf diese für mich absolut unglaubliche Nachricht habe ich mir dann erst einmal ein neues Paar Fußballschuhe gekauft.

Mit der Erfahrung aus 54 Fußballer-Jahren – wo hättest Du die Weichen anders stellen können?

Meyer: Ich hätte einen Trainerschein machen können, um eventuell höherklassigere Mannschaften zu trainieren. Doch dazu fehlte mir die Zeit.

Dein Idol ist?

Meyer: Wolfgang Overath. Ein genialer, leichtfüßiger Linksfuß, der es verstand, gute und lange Pässe zu schlagen. Doch auch Flankengott und Spaßvogel Gert Dörfel (von allen nur Charlie genannt), der in den 60ern zusammen mit Uwe Seeler beim HSV spielte, fand ich auf Grund seines individuellen Typs super.

Du bist nicht nur der dienstälteste aktive Spieler, sondern auch der Wettkönig der Kreisligen . . .

Meyer: Als Spielertrainer des SC Ahle hatte ich immer viel Spaß mit den Jungen und habe versucht, sie durch zum Teil kuriose Wetten zu motivieren. Mitunter habe ich den Kürzeren gezogen und musste dann meine Wetteinsätze – z.B. eine Pilgerreise von Epe nach Münster oder eine Autowaschaktion auf dem Sportplatz – begleichen. Zum Glück haben wir nicht um den Wiederaufstieg in die Kreisliga A mitgespielt, sonst hätte ich im Schalke-Trikot mit dem Rad von Epe nach Dortmund fahren müssen. Das wäre wahrscheinlich eine Harakiri-Aktion geworden . . .

Gibt es eine Leidenschaft neben dem Fußball?

Meyer: Mittlerweile bin ich begeisterter Porsche-Fahrer und möchte es auch bleiben. Darüber hinaus genieße ich meinen Urlaub auf Inseln, allen voran Sylt und Fuerteventura.

Wie feierst Du deinen Geburtstag?

Meyer: Da am Ostersonntag keine Meisterschaftsspiele stattfinden, feiere ich den Tag im Kreise meiner Familie. Ansonsten hätte ich auf meinen runden Geburtstag keine Rücksicht genommen – Fußball geht halt einfach vor. Auf 100 Liter Freibier und 500 Grillwürsten können sich aber meine Spieler, Freunde und Arbeitskollegen freuen, die nach unserem Meisterschaftsspiel am Ostermontag gegen Nienborg zur Geburtstags-Party am Platz eingeladen sind.

Was wünschst Du dir für die Zukunft?

Meyer: Noch viele Jahre, in denen ich meiner größten Leidenschaft nachgehen kann. Fußball ist eben mein Leben.

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