50. Enschede Marathon
Der Sommer meldet sich zu früh

Enschede -

Jedes Geburtstagskind am vergangenen Wochenende hat sich vermutlich gefreut, dass es die Party anders als gewohnt bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen draußen im Garten feiern konnte. Die Organisatoren des Enschede Marathon und vor allem die Läuferinnen und Läufer waren gar nicht so glücklich über die Hitze am Sonntag bei der 50. Auflage des zweitältesten Marathonlaufs in Europa.

Montag, 23.04.2018, 16:04 Uhr

Hochspannung bis auf den letzten Metern: Vor allem bei der Frauen-Konkurrenz lieferten sich die Hauptprotagonisten bei sommerlichen Temperaturen eine wahre Hitzeschlacht und begeisterten die Fans am Streckenrand.
Hochspannung bis auf den letzten Metern: Vor allem bei der Frauen-Konkurrenz lieferten sich die Hauptprotagonisten bei sommerlichen Temperaturen eine wahre Hitzeschlacht und begeisterten die Fans am Streckenrand. Foto: Günter Poggemann

„Drinken, drinken“ oder auch „trinken, trinken“ für die zahlreichen deutschen Teilnehmer lautete daher immer die wieder die Aufforderung durch den Sprecher im Start- und Zielbereich vor dem Start der rund Aktiven, die sich um 10 Uhr auf den Weg machten, um die klassischen 42,2 km oder den Halbmarathon mit seinen 21,1 km zu meistern.

Am ehesten sollten vielleicht die Läuferinnen aus Kenia und Äthiopien mit den ungewohnten Bedingungen zurechtkommen, hofften vermutlich auch die Organisatoren. Neun Afrikanerinnen, die wie in den letzten zwei Jahren die Highlights des Marathons vor allem bei den Frauen setzen sollten, hatte die Agentur Volare Sports an den Start gebracht. Eine klare Favoritin war allerdings vor dem Startschuss nicht ausmachen, zumal drei Läuferinnen ihre Marathonpremiere feierten.

„Die Gruppe funktionierte nicht wirklich gut“

Anders als 2016 und 2017, als die schnellsten Frauen vor dem Sieger ins Ziel kamen, wollten die Männer am Sonntag die Bühne den Frauen nicht ganz allein überlassen. Vor allem die zwei Marokkaner Hicham el Barouki und Mohamed Oumaarir sorgten gleich fürs Tempo und setzten sich an die Spitze. Nach 1:08:54 Std. passierte Hicham el Barouki die Halbmarathonmarke, sein Landsmann lag allerdings dort schon 18 Sekunden zurück. Der Niederländer Christiaan Bosselaar und der Belgier Benny Fischer folgten weitere rund vier Minuten später, und auch die ersten Frauen passierten kurz danach die 21,1 km. Die Gruppe bestand allerdings hier schon nur noch aus vier Läuferinnen, dennoch lag bei der Durchgangszeit von 1:13:50 Std. eine Endzeit im Bereich des Streckenrekordes der Kenianerin Sarah Jebet von 2:27:59 Std. noch in Reichweite.

„Das Tempo war aber von Beginn recht ungleichmäßig, sodass die Gruppe nicht wirklich gut funktionierte“, berichtete Huub van Langen, der die Spitzengruppe wie gewohnt mit dem Fahrrad begleitete, später. „Als es auf die 30 km zuging, brach das Tempo dann endgültig ein, und die Führungsgruppe zerfiel vollends“, so van Langen. Was der einen Leid ist, war aber auch diesmal der anderen Freude, denn während die Läuferinnen vorne an Tempo einbüßten, konnten die, die zuvor zurückgefallen waren, wieder an die Spitze heranlaufen. Dennoch sah die Äthiopierin Tsehay Maru noch kurz vor dem Ziel als die sichere Siegerin aus.

Allerdings war der Vorsprung vor der Kenianerin Kellen Wathira, die nach 33,5 km noch zweieinhalb Minuten zurücklag, immer mehr zusammengeschmolzen. Rund 100 m vor dem Ziel überholte sie schließlich die Konkurrentin und passierte nach 2:34:06 Std. mit fünf Sekunden Vorsprung vor der Äthiopierin die Ziellinie. Völlig erschöpft kam die Marathondebütantin Milliam Naktar Ebongon nach 2:34:36 Std. ins Ziel.

Streckenrekord verfehlt, Bestmarke erreicht

Den Streckenrekord verfehlte die Siegerin zwar deutlich, ihre Freude über den Sieg trübte das aber in keiner Weise. Denn bei ihrem dritten Marathon verbesserte die 30-Jährige ihre erst im Herbst des letzten Jahres in Nairobi erzielte Bestmarke um eine Minute.

Deutlich weniger spannend verlief das Rennen bei den Männern. Zwar büßten auch die beiden Marokkaner auf dem zweiten Streckenteil deutlich an Tempo ein, die Reihenfolge blieb aber unverändert. Der 39-jährige Hicham el Barouki siegte bei seinem 30. Marathon in 2:26:18 Std. vor Mohamed Oumaarir in 2:28:23 Std. und dem Niederländer Christiaan Bosselaar, der allerdings den Rückstand bis auf 12 Sekunden verringern konnte.

Die Veranstalter zeigten sich am Ende sehr zufrieden mit dem Jubiläumsmarathon, auch wenn der Frühsommer Bestzeiten nicht nur bei den Spitzenläuferinnen und -läufern verhinderte: über die neue Strecke, über die vielen Zuschauer an der Strecke, die insgesamt rund 10.000 Teilnehmer aus 31 Nationen über alle Distanzen vom Marathon und Halbmarathon, über die 10- und 5-km-Läufe bis zu den Kinder- und Jugendläufen – und vor allem über die Rekordteilnehmerzahl beim Marathon selbst, bei dem am Ende 816 Läuferinnen und Läufer ins Ziel kamen.

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