Fr., 02.12.2016

Handball: 3. Liga Ahlener SG will diesmal nicht nur schnuppern

Einfach mal Augen zu und rein: Gerade junge Spieler – wie Dimitry Stukalin – sollten sich beim Torwurf nicht zu viele Gedanken machen, rät Trainer Sascha Bertow.

Einfach mal Augen zu und rein: Gerade junge Spieler – wie Dimitry Stukalin – sollten sich beim Torwurf nicht zu viele Gedanken machen, rät Trainer Sascha Bertow. Foto: René Penno

Ahlen - 

Wenn ein Trainer den richtigen Riecher hat, kann das eigentlich nur positiv sein. Vor dem Spiel der Ahlener SG gegen den TSV Bayer Dormagen gibt es aber einen Grund, warum man das ASG-Trainer Sascha Bertow nicht unbedingt wünscht.

Von Kristian van Bentem

Am Samstag schnupperten die Drittliga-Handballer der Ahlener SG bei ihrem traditionellen Besuch auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt den Duft von Lebkuchen und Glühwein. Am Vorabend hatte es für die Truppe von Sascha Bertow bis zuletzt nach einer faustdicken Überraschung gerochen, als sie gegen Tabellenführer Eintracht Hagen mit nur einem späten Treffer Unterschied unterlag. Doch vielleicht hat die ASG ja den richtigen Riecher, wenn sie vor dem Heimspiel am Samstag ab 18 Uhr gegen den TSV Bayer Dormagen auf ihrer Facebook-Seite an die Adresse ihrer Anhänger schreibt: „Am Ende haben wir die Sensation nur um einen Spieltag verschoben, um direkt mit Euch zu feiern . .  .“

„Natürlich wollen wir versuchen, auch Dormagen mit einer guten Leistung zu ärgern – was dabei herauskommt, werden wir sehen“, sagt indes Sascha Bertow vor der Partie gegen den Tabellenvierten, den er als „gute, gestandene Mannschaft“ bezeichnet. „Die haben viele junge Spieler, aber auch jede Menge Erfahrung im Kader“, weiß er.

Letzteres fehlt dem einen oder anderen Ahlener Akteur offenbar noch in den entscheidenden Situationen. Wie in der Schlussphase in Hagen, als ein Schuss mehr Cleverness vielleicht die Sensation ermöglicht hätte. Etwas, was wohl nur die Zeit bringen kann. „Da kannst Du als Trainer nichts vorgeben. Das ist nichts Taktisches. Da müssen die Spieler bei den einfachen Sachen nicht so viel nachdenken“, meint Sascha Bertow und nennt Kevin Wiegers als Beispiel: „Er hat gut gespielt und neun Tore gemacht. Aber in der entscheidenden Phase hat er plötzlich beim Wurf angefangen zu überlegen, wie der Torwart wohl reagiert, und Sachen anders gemacht“, erklärt der ASG-Trainer, warum die Wurfsicherheit bei Wiegers plötzlich passé war. Da hilft wohl am besten: den Kopf mal abschalten und sich auf den Instinkt verlassen. Das fehlt zuweilen.

Weiterhin fehlen wird auf jeden Fall Keeper Andreas Tesch, der noch nicht wieder fit ist, für den es mit Pavol Niroda oder Youngster Sven Kroker aber Top-Alternativen gibt. Eher unwahrscheinlich ist die Rückkehr von Kai Bekston in den Kader für das anstehende Spiel. „Wir wollen die Belastung bei ihm langsam hochfahren. Ob das schon reicht, damit er gegen Dormagen spielen kann, bezweifle ich“, meint Bertow, der zudem abwarten muss, ob der erkrankte Luca Werner bis Samstag wieder auf den Beinen ist. Bleibt die Frage, ob es für Thomas Lammers eine weitere der schon zahlreichen Unterbrechung seines im Sommer verkündeten sportlichen Ruhestands gibt. „Bis jetzt gehe ich nicht davon aus“, sagte Bertow am Donnerstag Abend. Aber der Routinier springt gegebenenfalls ja auch kurzfristig ein. Eine Überraschung wäre es nicht.

Ganz anders wäre es mit einem Sieg der ASG gegen Bayer Dormagen. Dass der TSV zwei seiner letzten drei Partien verloren hat, will Sascha Bertow dabei nicht als Grund für eine eventuelle Verunsicherung bei den Gästen sehen. „Die haben ja nicht gegen schlechte Mannschaften gespielt“, sagt er. Sollte er da nicht den richtigen Riecher haben, wäre es ihm aber ganz sicher auch recht . . .

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