So., 09.08.2015

Verbandspokal: 1:3 gegen Westfalenligist SC Delbrück Preußen verpassen Überraschung

Gleich mit zwei Delbrückern, Guerino Capretti und Ole Siegel, nimmt es hier Niklas Cirkovic auf.

Gleich mit zwei Delbrückern, Guerino Capretti und Ole Siegel, nimmt es hier Niklas Cirkovic auf. Foto: Alfred Stegemann

Lengerich - 

Sie waren nahe dran. Letztlich hat es doch nicht zur Überraschung gereicht. Mit 1:3 (0:0) musste sich gestern der SC Preußen Lengerich in der ersten Runde des Westfalenpokals gegen den ambitionierten Westfalenligisten Delbrücker SC geschlagen geben. Zuvor waren die Hausherren drauf und dran, nach dem 0:2-Rückstand und dem Anschlusstreffer von Sascha Höwing auszugleichen. Malte Moß verfehlte in der Nachspielzeit das Gehäuse jedoch um Zentimeter. Im Gegenzug nutzten die Gäste einen Konter zur Entscheidung.

Von Alfred Stegemann

Vorzuwerfen haben sich die Lengericher nichts. Mit dem letzten Aufgebot und Spielern, die nach überstandenen Verletzungen kaum trainiert haben, hat der Landesliga-Aufsteiger eine beachtliche Leistung gezeigt, vor allem im läuferischen Bereich. Erst als die Kräfte nachließen, ergaben sich für die Gäste mehr Räume.

Als wäre die Personalmisere nicht schon schlimm genug, verletzte sich am Freitag im Training auch noch Kevin Wolff. Er zog sich eine Knöchelverletzung zu, Verdacht auf Außenbandriss. Eine genauere Untersuchung steht noch aus, aber ein längerer Ausfall ist zu befürchten.

Die verbliebenen elf aufrichtigen Lengericher wehrten sich tapfer gegen die eine Liga höher spielenden Gäste. Mehr noch. Über weite Strecken waren die Preußen mindestens ebenbürtig. Und sie besaßen Chancen. In der zehnten Minute hatten die Zuschauer den Torschrei schon auf den Lippen. Gleich dreimal bot sich die Möglichkeit zum 1:0. Die Schüsse von Lukas Miethe, Martin Fleige und Dennis Stoffels wurden jedoch im letzten Moment abgewehrt. Später verpassten wiederum Stoffels und Niklas Cirkovic nach einer schönen Einzelleistung das 1:0.

Die von Ex-Profi und Spielertrainer Guerino Capretti organisierte DSC-Abwehr hatte so einige Probleme mit den von Lengerich zumeist aus der eigenen Hälfte weit nach vorne geschlagenen Bälle. Insbesondere Cirkovic und Fleige ließen die Gäste-Abwehr einige Mal alt aussehen.

Allerdings war auch der SC Delbrück nicht ganz ungefährlich. Vor allem wenn der wieselflinke Maximilian Meyer in Szene gesetzt wurde, brannte es lichterloh. Mit seinen schnellen Sprints riss er immer wieder Löcher in die Preußen-Deckung. Die hielt ihren Kasten im ersten Durchgang aber sauber.

Was sich da schon angedeutet hatte, wurde nach dem Seitenwechsel Gewissheit. Die Hausherren mussten dem hohen läuferischen Pensum Tribut zollen und lagen urplötzlich mit 0:2 hinten. In der 56. Minute schloss Marius Ferber ein Solo zum 0:1 ab, vier Minuten später war Patrick Plucinski mit dem zweiten Delbrücker Tor erfolgreich.

Nun drohte eine richtige Klatsche, doch die Hausherren wehrten sich nach Kräften. Als Sascha Höwing in der 76. Minute einen Freistoß 30 Meter vor dem DSC-Tor schnell ausführte und Glück hatte, das Ole Siegel den Ball noch abfälschte, hieß es plötzlich 1:2. Nun bekamen die Lengericher die zweite Luft. Sie lockerten die Deckung, wurden dadurch jedoch anfällig für Konter. Zweimal klärte Torhüter Jonas Witte in höchster Not blendend. Als in der Nachspielzeit Malte Moß mit einem Schuss aus dem Hinterhalt sein Ziel um Zentimeter verfehlte und Patrick Kurzen im Gegenzug einen Konter zum 1:3 abschloss, war die Messe gelesen.

Preußen Lengerich : Witte - Brune (88. Härle), Bünemann, Becker, Wiesch - Höwing, Moß - Cirkovic, Stoffels (88. Hülsmeier), Miethe - Fleige.

Delbrücker SC: Hund - Riemer, Capretti, Plucinski (67. De Mello), Siegel - Ferber, Freise, Walter Austenfeld - Kurzen, Meyer (84. Kramer).

Tore: 0:1 Ferber (56.), 0:2 Pulcinski (60.), 1:2 Höwing (76.), 1:3 Kurzen (90.+3). - Schiedsrichter : Thomas Kappek (Münster). - Gelbe Karten : Höwing, Fleige, Brune - Freise, Pulcinski.

Stimmen zum Spiel:

Guerino Capretti, Trainer des Delbrücker SC: „Genauso hatten wir es erwartet. Es war ein richtiger Pokalfight. Lengerich hat es richtig gut gemacht, uns so ordentlich das Leben schwer gemacht. Sie haben die Räume dicht gemacht und uns nicht zur Entfaltung kommen lassen. In der Defensive haben wir sehr gut gestanden und wenig zugelassen. Gott sei Dank hat sich meine junge Mannschaft von der in der zweiten Halbzeit aufgekommenen Pokalhektik nicht anstecken lassen. Letztlich war es ein verdienter Sieg, den sich die Jungs erkämpft haben.

Christian Hebbeler, Trainer des SC Preußen Lengerich: „Angesichts der katastrophalen Personallage war es uns wichtig, dass wir uns vernünftig verkaufen und uns nicht abschießen lassen. Das ist uns gelungen. Die Jungs haben sich richtig teuer verkauft. Sie haben bis zur 92. Minute ein 1:2 gehalten. Die Partie war doch völlig offen. Dabei waren Spieler auf dem Platz, die noch keine Trainingseinheit mitgemacht haben. Delbrück ist in einer deutlich besseren körperlichen Verfassung. Das konnte man sehen. Aber wir haben die bis zum Schluss ordentlich beschäftigt. Dafür haben die Jungs unglaublich viel investiert. Ich weiß nicht, wie es ausgegangen wäre, hätten wir noch einen Robin Surmann dabei gehabt.“

Sascha Höwing, Torschütze zum 2:3: „Ich habe gesehen, dass der Torwart in die Ecke gegangen ist. Der Ball war frei, da habe ich schnell geschossen. Leider hat es für uns dann doch nicht mehr gereicht. Aber es war eine richtig starke Leistung. Wenn man sieht, wie viele Verletzte und Ausfälle wir hatten, ist die umso höher zu bewerten. Die Jungs haben gute Arbeit geleistet, aber es war anstrengend. Ich bin richtig kaputt.“

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