Mi., 09.12.2015

Preußen Lengerich ist Herbstmeister der Landesliga und hat zweiten Durchmarsch in Folge im Blick Kleines Stück Fußball-Geschichte

Wetter mies, 0:1 verloren: Alles andere als gut starteten die Lengericher Preußen um Kapitän Henning Bünemann gegen TuS Haltern in die Landesliga-Saison. Schnee von gestern. Seit Sonntag ist der SCP Herbstmeister.

Wetter mies, 0:1 verloren: Alles andere als gut starteten die Lengericher Preußen um Kapitän Henning Bünemann gegen TuS Haltern in die Landesliga-Saison. Schnee von gestern. Seit Sonntag ist der SCP Herbstmeister. Foto: Uwe Wolter

Lengerich - 

Preußen Lengerich spielt als Aufsteiger in der Landesliga bisher eine glänzende Saison und sicherte sich am Sonntag die Herbstmeisterschaft. Nach dem Titel in der Kreisliga A 2014 und der direkt folgenden Meisterschaft in der Bezirksliga ist der zweite Durchmarsch in Folge keine Utopie.

Von Alfred Stegemann

Einmalig ist es nicht. Schon mehrfach haben Fußballvereine in den vergangenen Jahren in Deutschland Geschichte geschrieben, sind durch die Ligen gesprintet und haben mehrere Meisterschaften in Folge gefeiert. Jüngstes Beispiel bietet RB Leipzig, der sich sogar anschickt, in die Bundesliga aufzusteigen. Anfang der 1990er Jahre war es TuS Ahlen, der Vorgänger-Club des heutigen Vereins Rot-Weiß, der vier Mal in Folge Meister wurde und von der Kreis- bis in die Oberliga stürmte. Soweit ist der SC Preußen Lengerich noch nicht. Aber der Club von der Münsterstraße ist auf bestem Wege dahin.

Am 9. Juni 2014 gewann der SCP bei Eintracht Mettingen mit 3:2 und absolvierte damit sein letztes Spiel in der Kreisliga A. Als Meister stand die Mannschaft des Trainerduos Michael Bürgel und Christian Hebbeler längst fest. Die Bezirksliga eine Saison später war nur Durchgangsstation. Als souveräner Meister stiegen die Preußen direkt wieder auf. Auch in der Landesliga scheinen sich die Blau-Weißen nicht lange aufhalten zu wollen. Nach Ende der Hinserie sind sie erneut Erster und wurden durch den 3:2-Erfolg am Sonntag in Burgsteinfurt Herbstmeister.

„Das war wirklich nicht geplant“, ist der Saisonverlauf für Michael Bürgel überraschend. „Damit hatten wir nicht gerechnet.“ Platz fünf bis acht hatten er und Christian Hebbeler anvisiert. „Hätte mir vor der Saison jemand gesagt, wir würden Herbstmeister werden“, äußert Bürgel, „hätte ich den blöd angeschaut und ihm gesagt, dass er den Ball flach halten solle.“ Trotz aller Euphorie spricht von der Meisterschaft im Preußen-Lager niemand. Für Bürgel ist das gar utopisch. „Wir sind realistisch genug, die Situation richtig einzuschätzen“, hält sich der Coach bedeckt. „Es wartet eine verdammt schwere Rückrunde auf uns. Wenn es weiter so gut läuft und wir bleiben ganz oben, werden wir uns sicher nicht dagegen wehren. Wenn es aber letztlich zum dritten oder vierten Platz reicht, wäre das auch ein super Ergebnis für die Mannschaft und den Verein.“

So weit nach vorne schauen möchte er ohnehin nicht: „Wir gucken immer step by step.“ Und da steht am kommenden Sonntag ein ganz schweres Spiel auf dem Programm. Auswärts sind die Preußen zu Gast beim Drittplatzierten TuS Haltern. Zu Saisonbeginn musste sich Lengerich gegen den hohen Titelfavoriten mit 0:1 geschlagen geben. Diesmal wünscht sich Bürgel ein besseres Ergebnis. „Das ist schon unser Ziel“, gibt er zu, „wenn wir schon Herbstmeister sind, wollen wir jetzt auch als Erster überwintern.“

Für ihn selbst sei der inoffizieller Titel gar nicht so von Bedeutung. „Aber die Jungs haben sich natürlich gefreut. Für sie ist es der Lohn harter Arbeit“, macht Bürgel deutlich.

Dennoch ist der Höhenflug der Mannschaft, die vor 17 Monaten noch in der Kreisliga A kickte, überraschend. Anders als RB Leipzig oder seinerzeit TuS Ahlen wurden keine Unsummen an Gelder in den Kader gesteckt. Der Großteil des Teams setzt sich noch immer aus den Spielern zusammen, die im Juni 2014 Kreisliga-Meister geworden sind.

Und es hat alles andere als gut begonnen für die Preußen in der Landesliga. In die Saison gestartet sind sie mit zwei Niederlagen, ehe am dritten Spieltag mit dem 4:0 gegen Eintracht Ahaus der erste Sieg gelang. So hat Lengerich schon fast alle Platzierungen inne gehabt, kletterte dann aber vom drittletzten Platz kontinuierlich nach oben bis hin zur Herbstmeisterschaft.

Und die ist durchaus ein gutes Omen. Dreimal in den vergangenen fünf Saisons der Landesliga war der Titelträger zur Halbzeit auch der spätere Meister. Alle fünf Herbstmeister schafften aber den Aufstieg, da oftmals zwei Teams den Sprung nach oben antreten konnten oder wie bei der Neustrukturierung der Ligen 2011/12 gleich vier Clubs.

Es ist noch ein weiter Weg, und das M-Wort ist in Reihen der Preußen verpönt. Dennoch, der zweite Durchmarsch in Folge nach der Kreisliga-Meisterschaft ist gar nicht so abwegig. Entsprechend kann vielleicht auch der SC Preußen Lengerich ein kleines Stück deutsche Fußball-Geschichte schreiben.

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