Fußball: 3. Liga
SF Lottes Benedikt Fernandez vor seinem letzten Spiel: „Habe mir den Respekt erarbeitet“

Lotte -

Am Samstag im letzten Spiel der Saison feiert SF Lottes langjähriger Schlussmann Benedikt Fernandez seinen Abschied. Danach hängt er die Torwart-Handschuhe an den berühmten Nagel.

Freitag, 18.05.2018, 16:05 Uhr

Benedikt Fernandez steht am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg zum letzten Mal zwischen den Pfosten der Sportfreunde Lotte. Er beendet seine Karriere wegen einer hartnäckigen Knieverletzung.
Benedikt Fernandez steht am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg zum letzten Mal zwischen den Pfosten der Sportfreunde Lotte. Er beendet seine Karriere wegen einer hartnäckigen Knieverletzung. Foto: Mrugalla

Der Abschied rückt näher. „Na klar kommt da Wehmut auf“, macht Benedikt Fernandez aus seiner Gefühlslage keine Mördergrube. „Ich war immer ein Kämpfer, aber das geht natürlich nicht ganz spurlos an mir vorbei.“ Schon als Sechsjähriger nahm der Kick mit der Pocke einen großen Platz in seinem Leben ein. Mit 15 Jahren hatte er seinen ersten Kontakt zum Profifußball, verdient seitdem sein Geld mit dem runden Leder. Jetzt ist er 33, und am Samstag ist Schluss. Die Gesundheit, vor allem die Knie, spielen nicht mehr mit. Deshalb beendet Benedikt Fernandez seine Karriere. Gegen Aufsteiger 1. FC Magdeburg bekommt der Torhüter der Sportfreunde Lotte am Samstag ab 13.30 Uhr im Frimo-Stadion sein Abschiedsspiel. Dann wird der Torhüter 179 Mal in Pflichtspielen das SFL-Trikot getragen haben.

„Aus Magdeburg sollen ja viele Zuschauer mitkommen. Dann ist die Hütte richtig voll. Das freut mich“, blickt er voraus. Mit dem Abschiedsspiel habe er sich lange Zeit gar nicht beschäftigt, versichert der Schlussmann. „Aber jetzt, da es kurz bevorsteht“, macht man sich schon so seine Gedanken.“ Im Sommer wird der 33-Jährige einen kaufmännischen Beruf ergreifen.

„Ich hätte natürlich sehr gerne weitergespielt“, gesteht Fernandez. „Aber es wurde immer schwieriger für mich, ich konnte zeitweise nur noch mit Schmerzen spielen. Mein Knie, ich habe einen irreparablen Knorpelschaden, ist kaputt. Ich habe gemerkt, dass ich mir und der Mannschaft keinen Gefallen mehr tue. So habe ich dem Trainerteam die Entscheidung, mich nicht mehr einzusetzen, quasi in den Mund gelegt.“

2013 war Fernandez vom Drittligisten FC Saarbrücken nach Lotte gekommen und wurde auf Anhieb die Nummer eins. Die blieb er, von einem kurzen zweimonatigen Abstecher 2015 zum SV Elversberg abgesehen, bis zum Frühjahr 2018. Die unglückliche 2:3-Niederlage gegen den VfL Osnabrück war sein vorerst letztes Spiel. Die Knieverletzung ließ nicht mehr zu.

Zum Abschiedsspiel werden viele Bekannte kommen. „Meine Eltern sind gesundheitlich ein wenig angeschlagen. Ich hoffe aber, dass sie aus Bonn anreisen werden. Es wird in jedem Fall sehr emotional werden. Ich denke schon, dass ich mir durch meine Leistungen und meine Art in Lotte Respekt erarbeitet habe.“

Sportfreunde Lotte: Benedikt Fernandez macht sein Abschiedsspiel gegen den 1. FC Magdeburg

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  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
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  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
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  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
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  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
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  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla
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  • Am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg verabschiedet sich Benedikt Fernandez, Torhüter der Sportfreunde Lotte, mit seinem 179. Pflichtspiel von seinen Fans. Foto: Mrugalla

Mit Stolz verweist Benedikt Fernandez auf seine Karriere: „Ich kann sagen, dass ich einiges erreicht habe. Ich hatte nicht das Talent wie viele andere Torhüter. Aber ich habe immer gefightet, habe mich durchgebissen und nie aufgegeben.“

Und wer weiß, wie seine Karriere verlaufen wäre, hätte er sich nicht die Knieverletzung zugezogen, die ihn schon 2009 nach sechs Bundesliga-Einsätzen für Bayer Leverkusen sehr lange außer Gefecht setzte. Zu dem Zeitpunkt war ein Ausleihgeschäft mit einem Zweitligisten angedacht. Als Fernandez dann wieder fit war, waren die Torwartstellen bei Bayer besetzt und kein neuer Club in Aussicht. Ein Jahr lang war er danach ohne Verein. „Das war eine schwere Zeit“, blickt der 33-Jährige ungern zurück. Als er 2012 nach Saarbrücken und vor allem 2013 nach Lotte wechselte, fand er auch den Spaß an seinem Beruf wieder. „Mit den Sportfreunden habe ich ja einiges erlebt“, blickt er mit funkelnden Augen zurück. „Die Meisterschaft 2016, die Aufstiegsspiele gegen Mannheim und die DFB-Pokalspiele mit dem Sieg gegen meinen Ex-Club Bayer Leverkusen waren absolute Highlights.“

Sein aber wohl nachhaltigstes Erlebnis war der erste Bundesliga-Einsatz am 10. Februar 2007 für Bayer 04 Leverkusen. Torhüter Hans-Jörg Butt hatte im Spiel gegen Eintracht Frankfurt in der 39. Minute wegen Handspiels außerhalb des Strafraumes die Rote Karte gesehen, Fernandez musste ran. „Ich wusste gar nicht wie mir geschah, war 22 und immer Ersatzkeeper gewesen. Darauf war ich nicht vorbereitet. Bernd Schneider hat mir einen Schlag auf den Hinterkopf versetzt, da bin ich erst richtig zu mir gekommen.“ Fer­nandez blieb fehlerlos, die Partie endete 2:2. Auch das erste UEFA-Cup-Spiel im Dezember 2007 in Zürich, „war mit dem 5:0-Sieg ein Highlight für mich“. Als Trainer geprägt hat ihn vor allem Jupp Heynckes. „Auch wenn ich unter ihm kaum gespielt habe, seine Menschenführung war erstklassig. Er war auch der erste, der sich nach meiner langen Verletzung bei mir gemeldet hat. Das fand ich klasse.“

Benedikt Fernandez

Benedikt Fernandez wurde am 8. Januar 1985 als Sohn eines spanischen Vaters und einer deutschen Mutter in Bonn geboren. Bis 2000 spielte er für seine Jugendvereine TuS Buisdorf und TuRa Hennef, ehe er zu Bayer Leverkusen wechselte. Dort durchlief er alle weiteren Nachwuchsmannschaften, bis er 2004 zu den Profis der U 23 aufstieg und nach einem halbjährlichen Abstecher zum SC Brühl am 1. Januar 2005 in den Leverkusener Bundesliga-Kader aufrückte. Von 2006 bis 2009 absolvierte Fer­nandez sechs Bundesligaspiele für Bayer 04. Nach einer langwierigen Knieverletzung, die ihn 13 Monate außer Gefecht setzte, war er ein Jahr lang ohne Verein, ehe 2012 beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken unterkam. 2013 wechselte er zu den Sportfreunden Lotte. Für den Club vom Autobahnkreuz trug er in 178 Pflichtspielen, darunter 159 Meisterschaftspartien, das SFL-Trikot. In den 100 Begegnungen der Regionalliga und 59 in der 3. Liga blieb er 63 Mal ohne Gegentreffer. Am Samstagnachmittag steht Benedikt Fernandez zum letzten Mal zwischen den Pfosten der Sportfreunde.

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Trikot wird versteigert

Torwart Benedikt Fernandez wird beim Spiel gegen den 1. FC Magdeburg seinen 179. und zugleich letzten Einsatz im Trikot der Sportfreunde Lotte absolvieren.Der 33-Jährige beendet nach diesem Spiel seine Karriere. Das von Fernandez im Spiel gegen den 1. FC Magdeburg getragene Trikot wird für einen guten Zweck versteigert. Der Erlös kommt der Bürgerstiftung Lotte zugute. Nähere Informationen gibt es auf der Homepage der Sportfreunde Lotte (www.sf-lotte.de) sowie auf der Facebook-Seite oder Instagram-Seite. Fernandez wendet sich zudem mit einer Videobotschaft an die Fans der Sportfreunde Lotte. Diese kann über die Vereinshomepage, die Facebook-Seite sowie den Youtube-Kanal angeschaut werden.

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