Fußball: 3. Liga
Last-Minute-Niederlage gegen den 1. FC Magdeburg

Lotte -

In der 89. Minute brachte Nils Butzen das Frimo-Stadion in Lotte zum Beben. Magdeburgs Nummer 16 schoss mit seinem Treffer den 1. FCM zum Meistertitel. Der Aufstieg der Sachsen-Anhaltiner hatte schon vor dem letzten Spieltag festgestanden.

Dienstag, 22.05.2018, 16:05 Uhr

Benedikt Fernandez (rechts) klärt hier nach einem Eckball. Beim Magdeburger Siegtor war er kurz vor Schluss dann machtlos.
Benedikt Fernandez (rechts) klärt hier nach einem Eckball. Beim Magdeburger Siegtor war er kurz vor Schluss dann machtlos. Foto: Uwe Wolter

Trotz der unglücklichen 0:1-Niederlage erreichten auch die Sportfreunde Lotte noch ihr letztes Saisonziel – nämlich vor dem Nachbarn VfL Osnabrück zu landen. Die Lila-Weißen hatten am Samstag ihr letztes Spiel in Unterhaching mit 1:4 verloren.

Fest in blau-weißer Hand war das Frimo-Stadion in Lotte im letzten Spieltag. Kein Wunder, denn das sind auch die Vereinsfarben der Gäste aus Magdeburg. Rund 5000 Fans hatte der Zweitligaaufsteiger mitgebracht, die für allerbeste Stimmung auf den Rängen sorgten. Mit 7217 Zuschauern gab es noch einmal einen Zahltag für die Sportfreunde. Und das Beste: Es blieb alles friedlich. Zwar stürmten die Gästefans nach dem Abpfiff den Rasen, doch alles blieb im Rahmen. Die Meisterehrung durch den DFB konnte in geordneten Bahnen stattfinden.

Lottes Trainer hat in seinem letzten Spiel die Mannschaft noch einmal ein wenig durcheinander gewürfelt. Kurzfristig musste er noch auf Mittelfeldmann Kevin Pires-Rodrigues (Adduktorenprobleme) verzichten. Außerdem fehlten die verletzten bzw. gelbgesperrten Rossmann, Wendel und Langlitz. Im Tor gab Benedikt Fernandez seinen Ausstand. Zur Belohnung gab es die Mannschaftskapitän-Binde.

Bevor das runde Leder rollte, gab es noch eine Verabschiedung. Betreuer Can Özalp, Trainer Andreas Golombek und Torwart Benedikt Fernandez wurden vom Vorstand der Sportfreunde verabschiedet. Die SFL-Fans dürften bei dieser Aktion verdiente Spieler wie Kevin Freiberger und Bernd Rosinger vermisst haben, die beide ja auch die Sportfreunde verlassen werden. Freiberger geht zurück zu RW Essen in die Regionalliga, Rosinger sucht noch einen Club. Wie man es besser macht, zeigte den Sportfreunden vor einer Woche der SC Preußen Münster. Da hat man am Autobahnkreuz wohl nicht richtig zugeguckt…? Schon fast peinlich die Aussage des SFL-Vorsitzenden Ulrich Saatkamp zu der Angelegenheit: „Da ist noch nichts entschieden. Und so lange noch nichts entschieden ist, gibt es keine Verabschiedung.“

Wurden vor dem Spiel vom SFL-Vorstand verabschiedet (von links): Betreuer Can Özalp, Benedikt Fernandez und Andreas Golombek

Wurden vor dem Spiel vom SFL-Vorstand verabschiedet (von links): Betreuer Can Özalp, Benedikt Fernandez und Andreas Golombek Foto: Uwe Wolter

Gegen die starken Magdeburger hielten die Sportfreunde in der ersten Hälfte gut dagegen. Die gefährlicheren Szenen aber hatten die Gäste. Nur knapp verpasste Beck in der 15. Minute mit einem 30-Meter-Knaller die Führung, als der Ball an der Unterkante der Querlatte landete. Das blieb der einzige Aufreger. So ging es torlos in die Kabinen.

Die Magdeburger machten nach Wiederbeginn gleich mächtig Druck und setzten der SFL-Abwehr kräftig zu. Lottes beste Gelegenheit hatte Piossek (68.), dessen Flachschuss knapp links neben das Tor ging. Trotz Magdeburgs Überlegenheit lauerte Lotte weiter auf Konter. So vergab Dej aus kurzer Distanz in der 80. Minute, als sein Schuss von Brunst geklärt wurde. Kurz vorher hatte Heyer vor dem eigenen Tor in höchster Not per Kopf gerettet. In der 82. Minute nahm Oesterhelweg zu genau Maß, sein Schuss landete am rechten Lattenkreuz.

Mittlerweile lag Paderborn in Köln vorne, der 1. FCM brauchte das Tor zum Meistertitel. Lotte eröffneten sich mehr Konterräume. So gab es in der Schlussphase einen packenden Schlagabtausch von beiden Seiten. In der 89. Minute erlöste Butzen im Nachschuss die Gäste und schoss den FCM zum Meistertitel.

Die Statistik:

SF Lotte: Fernandez – Schulze, Rahn, Straith (75. Putze), Neidhart – Hober (82. Brock), Heyer, Piossek (69. Freiberger) – Dej, Oesterhelweg – Facklam

FC Magdeburg: Brunst – Cosily, Schäfer, Butzen, Hainault, Weil (78. Sowislo)– Rother, Türpitz (63. Pick), Erdmann – Lohkemper (83. Laprevotte), Beck

Tore: 0:1 Butzen (89.) – Gelbe Karten: Straith, Hober / - – Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang) – Zuschauer: 7217.

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