Fußball: 3. Liga Saisonbilanz
Ein Spieljahr zum Vergessen für die Sportfreunde Lotte und VfL Osnabrück

Lotte / Osnabrück -

Sieht man´s positiv, haben beide ihr Minimalziel noch, den Klassenerhalt, noch erreicht: Ansonsten absolvierten der VfL Osnabrück und die Sportfreunde Lotte eine enttäuschende Saison 2017/18. Obendrein schrieben beide zahlreiche Negativ-Schlagzeilen.

Mittwoch, 16.05.2018, 18:05 Uhr

Der VfL Osnabrück um Leihspieler Emmanuel Iyoha (links) und Tim Danneberg (rechts) sowie die Sportfreunde Lotte um Kapitän Tim Wendel lieferten eine enttäuschende und mit Negativ-Schlagzeilen behaftete Saison ab, wenn auch der Klassenerhalt geschafft wurde.
Der VfL Osnabrück um Leihspieler Emmanuel Iyoha (links) und Tim Danneberg (rechts) sowie die Sportfreunde Lotte um Kapitän Tim Wendel lieferten eine enttäuschende und mit Negativ-Schlagzeilen behaftete Saison ab, wenn auch der Klassenerhalt geschafft wurde. Foto: Mrugalla

Sieht man´s positiv, haben beide ihr Minimalziel noch erreicht: Weder der VfL Osnabrück noch die Sportfreunde Lotte mussten in den bitteren Abstiegsapfel beißen. Beide spielen auch in der kommenden Saison in der 3. Liga um Punkte. Viel mehr Positives lässt sich über das Spieljahr 2017/18 aus Sicht von Blau-Weiß und Lila-Weiß aber auch nicht sagen. Vor allem der VfL hat eine maßlos enttäuschende Saison hinter sich. Eigentlich wollte der Club von der Bremer Brücke ja oben angreifen. Da blieb der Nachbar vom Autobahnkreuz schon mehr im Rahmen, stand doch von Beginn an „nur“ der Klassenerhalt auf der Agenda.

In der 2. Bundesliga allerdings wären beide mit der erreichten Punktzahl abgestiegen, obwohl dort vier Spieltage weniger zu absolvieren waren. Der VfL weist bei 37 erreichten Zählern in 38 Spielen einen Schnitt von weniger als einem Punkt pro Partie aus – die Bilanz eines Absteigers. SF Lotte steht mit 40 Zählern nur unwesentlich besser da.

Die „Holterdipolter-Saison“ der Sportfreunde Lotte endete zudem so, wie sie begonnen hatte – mit einem bitteren Beigeschmack. Im Juni und Juli war die Trainerdiskussion das beherrschende Thema. Weniger Tage vor Beginn der neuen Saison sagte Erfolgscoach Ismail Atalan „Adieu“ und wechselte zum Zweitligisten VfL Bochum. Oscar Corrochano übernahm. Diese Verpflichtung war ein völliger Irrtum. Nach nur 13 Tagen war für den Heidelberger alles wieder vorbei. Vom Süden der Republik ging es dann hoch in den Norden. Aus Hamburg lotste der Sportliche Leiter Manfred Wilke den Drittliga-erfahrenen Coach Marc Fascher nach Lotte. Was zunächst nach einem Coup roch, entpuppte sich ebenfalls als Fehlgriff.

Mannschaft und Trainer funkten schon bald nicht mehr auf einer Wellenlänge. Die Erfolge blieben aus. Nach einer blutleeren Vorstellung der SFL-Truppe beim 0:2 gegen Großaspach musste Ende Oktober auch Fascher gehen. Mit Andreas Golombek kam Coach Nummer vier. Auch dank der Rückholaktion von Atalans Co-Trainer Joe Laumann machten er und Golombek das leck gelaufene Lotter Schiff wieder flott. Zwar reichte es nicht zu mehr als dem Klassenerhalt, der wurde aber auch dank der Punktabzüge für RW Erfurt und Chemnitzer FC sehr früh sichergestellt.

Aufgrund der zahlreichen Trainerwechsel hatte sich Lotte in der Branche aber einen Namen als Chaos-Club gemacht. Den befeuerte das Präsidium ohne Not am letzten Spieltag noch einmal, in dem die sicheren Abgänge Kevin Freiberger und Bernd Rosinger nicht verabschiedet wurden. Dass die Sportfreunde zudem noch immer nicht mit dem Namen des neuen Trainer herausrücken – vielleicht haben sie aber auch noch keinen Nachfolger für Andreas Golombek, dessen Vertrag ja nicht verlängert worden ist – mutet mehr als amateurhaft an.

Dass die Mannschaft trotz all der Querelen und der ständigen Unruhe im Verein überhaupt die sportliche Qualifikation für ein weiteres Drittliga-Jahr schaffte, ist ihr hoch anzurechnen, vor allem vor dem Hintergrund der immensen Verletztenliste. So hat Andreas Golombek nicht unrecht, wenn er sagt: „Dass die Mannschaft unter den Umständen den Klassenerhalt gepackt hat, ist fast gleichzusetzen mit der Meisterschaft.“

Trotz allem zeichnet die Sportfreunde in dieser Saison Konstanz aus: Neben den Aufsteigern 1. FC Magdeburg und SC Paderborn, die sich in allen Statistik-Tabellen im Spitzenbereich aufhalten, ist Lotte in nahezu allen Bilanzen auf Rang 15 oder 16 wiederzufinden. Die Zuschauer-Tabelle weist den Autobahn-Club mit 2258 Besuchern im Schnitt auf Platz 17 aus.

Weitaus besser steht hier der VfL Osnabrück da. Mit 8066 Zuschauern im Schnitt finden sich die Lila-Weißen als Fünfter wieder. Krösus ist Magdeburg (18 208) vor Rostock (12 437), Karlsruhe (10 910) und Paderborn (8234).

Beim VfL, im Vorjahr noch Sechster, möchte man die Saison, die nahezu alle Negativrekorde gebrochen hat, am liebsten ganz schnell vergessen. Auch Vereins-Ikone Joe Enochs konnte es nicht bereinigen. Er musste seinen Platz Anfang Oktober räumen. Neuer Mann am Führungsruder wurde Eigengewächs Daniel Thioune. Mit ihm lief es zunächst rund. Letztlich schloss der VfL die Saison noch hinter SF Lotte als 17. ab und fuhr damit die schlechteste Platzierung seit Drittliga-Zugehörigkeit ein.

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