Sa., 26.11.2016

Fußball: 3. Liga 3:0-Sieg: Effizienter VfL lässt SF Lotte alt aussehen

VfL Osnabrück mit Doppeltorschütze Halil Savran obenauf, die Sportfreunde Lotte mit Keeper Benedikt Fernandez am Boden, sinnbildlich für das Spiel am Samstag. Da können auch Gerrit Nauber, Tim Gorschlüter und Nico Neidhart (von links) nicht widersprechen.

VfL Osnabrück mit Doppeltorschütze Halil Savran obenauf, die Sportfreunde Lotte mit Keeper Benedikt Fernandez am Boden, sinnbildlich für das Spiel am Samstag. Da können auch Gerrit Nauber, Tim Gorschlüter und Nico Neidhart (von links) nicht widersprechen. Foto: Mrugalla

Osnabrück / Lotte - 

Das war so nicht zu erwarten. Klar mit 3:0 setzte sich der VfL Osnabrück vor 16.000 Zuschauern in der ausverkauften Osnatel-Arena im Nachbarschaftsderby gegen die Sportfreunde Lotte durch und hätte sogar noch höher gewinnen können. Dabei waren die Gäste eine Stunde lang ebenbürtig.

Von Alfred Stegemann

Letztlich war es eine klare Angelegenheit. So eindeutig, dass der Sieg sogar noch höher hätte ausfallen können. Eine stunde lang aber begegneten sich der VfL Osnabrück und die Sportfreunde Lotte am Samstag in der mit 16 000 Zuschauern ausverkauften Osnatel-Arena auf Augenhöhe. Während die Gäste kein Schussglück hatten, spielten die Lila-Weißen unglaublich effizient, führten zur Pause durch Treffer von Kwasi Okyere Wriedt und Halil Savran mit 2:0, ehe Savran in der 65. Minute mit dem 3:0 endgültig den Deckel drauf machte.

Das erste Aufeinandertreffen der beiden Nachbarn in einem Pflichtspiel hielt, was es versprochen hatte. Eine Stunde lange wurden die Zuschauer bestens unterhalten. Sie sahen ein gutes, ein flottes und abwechslungsreiches Drittliga-Spiel, in dem die Sportfreunde nicht die schlechtere Mannschaft, am Samstag aber nicht mit Fortuna im Bunde gewesen waren. „Das ist brutal“, meinte Nico Neidhart. „Wir verlieren hier 0:3, waren aber durchaus gleichwertig. Die Enttäuschung ist riesengroß. Das muss ich erstmal verarbeiten.“

Zweikampf zwischen Lottes Alexander Langlitz (links) und Marc Heider.

Zweikampf zwischen Lottes Alexander Langlitz (links) und Marc Heider. Foto: Mrugalla

Beim VfL dagegen war der Jubel groß. „Ein klar verdienter Sieg“, meinte Doppeltorschütze Savran. Damit war die Voraussetzung geschaffen für eine Feier bei der folgenden Lila-Weißen-Nacht im Alando, die es in sich hatte. Sie hätte sogar noch besser sein können, hätte der VfL ein weiteres Tor erzielt. Dann wäre der VfL nämlich auch Spitzenreiter gewesen, da MSV Duisburg gegen VfR Aalen nicht über ein 2:2-Remis hinausgekommen war, aber aufgrund des um einen Treffer besseren Torverhältnisses vorne blieb.

Beim VfL rückte wie erwartet Nazim Sangare für Mohamed El-Bouazzati auf die Rechtsverteidigerposition. Anthony Syhre spielte für den gelb-gesperrten Ex-Lotter Tobias Willers in der Innenverteidigung. Nach überstandenem Mittelfußbruch feierte zudem Halil Savran sein Comeback in der Startelf. Bei den Sportfreunden vertraute Trainer Ismail Atalan Nico Neidhart, obwohl er wegen Leistenbeschwerden nur bedingt trainieren konnte. So saß Philip Steinhart erstmals in dieser Saison auf der Bank.

Die Stimmung in der Osnatel-Arena war einem Derby entsprechend. Die Bremer Brücke war ausverkauft, auch der Lotter Block war voll. Von Beginn an machten die Hausherren deutlich, dass sie nicht gewillt waren, dieses Nachbarschaftsduell zu verlieren. Zwar agierten die Sportfreunde zunächst recht geschickt. Bei Ballbesitz des VfL zogen sich die Sportfreunde zurück und agierten im 4:4:2, um bei Ballgewinn blitzschnell umzuschalten. So hatten die Lila-Weißen Mühe, ins Spiel zu finden, kamen mit zunehmender Dauer aber immer besser zurecht und nahmen nach 16 Minuten ein Geschenk der Gäste dankend an. Nach einem schnellen Konter spielte Jules Reimerink Kwasi Okyere Wriedt im Lotter Strafraum frei. Der wurde nicht energisch genug angegriffen. So konnte der Neuzugang aus Lüneburg fast ungehindert aus zehn Metern zum 1:0 einschieben.

Und der VfL legte nach. Nur zehn Minuten später hieß es 2:0. Wieder war es Wriedt, der im Strafraum viel zu viel Platz hatte. Seine flache Hereingabe von der Torauslinie verlängerte Halil Savran mit der Hacke zum 2:0 ins Netz. Zwei Chancen, zwei Treffer, das nennt man effektiv. Und Lotte? Distanzschüsse von Neidhart verfehlten das Gehäuse nur um Zentimeter, einen Hammer von Kevin Freiberger partierte VfL-Keeper Marius Gersbeck im Nachfassen und ein Kopfball von Christian Groß Richtung eigenes Gehäuse trudelte haarscharf vorbei. Vom Glück gesegnet waren die Sportfreunde wahrlich nicht.

Aber sie wollten sich noch nicht geschlagen geben. „Wir sind mit dem festen Willen aus der Kabine gekommen, das Spiel zu drehen“, äußerte Kapitän Gerrit Nauber. Die Sportfreunde machten Druck, sorgten allerdings nicht mehr für wirkliche Torgefahr. Als nach 65 Minuten dann Savran nach einem Solo auf 3:0 erhöhte, ließen die Gäste die Köpfe hängen. „Da haben wir dann gar nicht mehr dagegen gehalten“, bemängelte Trainer Ismail Atalan. Und Nauber ergänzte: „Darüber müssen wir reden. So dürfen wir uns nicht präsentieren. in der Schlussphase hätten wir auch das vierte und fünfte Tor noch kassieren können.

Recht hatte er. Marc Heider, zweimal Wriedt sowie die eingewechselten Michael Hohnstedt und Bashkim Renneke, die sich freistehend gegenseitig behinderten, hätten noch eins oben drauflegen können oder sogar müssen.

VfL Osnabrück: Gersbeck - Sangaré, Syhre, Appiah, Dercho - Heider, Groß, Schulz, Reimerink (71. Hohnstedt) - Wriedt (85.Renneke), Savran (80. Kristo).

SF Lotte: Fernandez - Langlitz (80. Steinhart), Wendel, Nauber, Neidhart - Dej, Pires-Rodrigues, Gorschlüter (66. Heyer) - Granatowski (61. Lindner), Rosinger, Freiberger.

Tore: 1:0 Wriedt (15.), 2:0, 3:0 Savran (25., 65.), . - Schiedsrichter: Rene Rohde (Rostock). - Gelbe Karten: Wriedt, Sangare, Schulz, Dercho, Reimerink, Groß - Gorschlüter, Pires-Rodrigues, Wendel, Langlitz, Dej. - Zuschauer: 16.000 (ausverkauft).

Trainerstimmen

Ismail Atalan (SF Lotte): Glückwunsch nach Osnabrück. Über 90 Minuten gesehen, war das ein verdienter Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir nach vorne hin noch richtig gut gespielt, da hat uns nur das nötige Glück gefehlt. In der zweiten Halbzeit muss ich fast noch bei meiner Mannschaft entschuldigen, dass ich nicht die richtigen Worte und Maßnahmen in der Pause gefunden habe. Deswegen geht die zweite Halbzeit auf meine Kappe. Nach dem 3:0 war das Spiel gelaufen. Wir können froh sein, dass Osnabrück nicht solche Stürmer hat, die torgeil sind, sonst hätten sie vielleicht noch zwei oder drei Treffer gemacht.“

Joe Enochs, Coach des VfL Osnabrück: „Ich habe eine erste Halbzeit gesehen, in der beide Mannschaften alles getan haben, um Tore zu schießen. Der Gegner war komplett auf uns eingestellt. Die 2:0-Pausenführung war schon ein bisschen glücklich. Das 3:0 fiel genau in dem richtigen Moment. Danach haben wir kaum mehr Torchancen zugelassen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, weil wir gegen ein Lotter Team gespielt haben, das eine Superrolle in dieser Liga spielt und zurecht oben steht.“

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