Di., 14.11.2017

Baby statt Badminton Umständehalber abzugeben – Werdende Mutter legt Schläger aus der Hand

Nur noch in Zivil: Union-Dauerbrennerin Karin Schnaase (l.) fungierte zuletzt als Coach und Mentorin ihrer Nachfolgerin Yvonne Li.

Nur noch in Zivil: Union-Dauerbrennerin Karin Schnaase (l.) fungierte zuletzt als Coach und Mentorin ihrer Nachfolgerin Yvonne Li. Foto: flo

Lüdinghausen - 

Karin Schnaase, Rio-Starterin und Vereinsikone des SC Union Lüdinghausen, ist schwanger. Das ist die gute Nachricht. Rein sportlich betrachtet, birgt diese Nachricht für den hiesigen Bundesligisten aber ein gewisses Risiko.

Von Florian Levenig

Papa Michael Schnaase ist natürlich stolz wie Bolle, dass Tochter Karin ihm 2018 ein Enkelkind schenkt. Die Freude des Teammanagers Michael Schnaase fällt da schon reservierter aus. Schließlich muss Badminton-Bundesligist Union Lüdinghausen somit bis zum Saisonende mit nur einer gelernten Einzelspielerin auskommen.

„Jetzt darf bloß Yvonne Li nicht ausfallen“, habe ihr der Vater gleich gesagt, als sie die frohe Kunde im Elternhaus verbreitete, schmunzelt Karin Schnaase. Ganz unberechtigt ist die Sorge nicht. Zwar hatte die 32-jährige Olympiateilnehmerin dem Youngster schon 2016/17 weitgehend das Feld überlassen. Als Li aber in der Rückrunde verletzungsbedingt fehlte, vertrat Schnaase sie mehrfach – und bewies, dass sie trotz reduzierten Trainings immer noch zu den besten Damen in der Beletage zählt. Auch fungierte sie noch zu Beginn der laufenden Spielzeit als Coach und Mentorin der 19-Jährigen.

Beides kommt ab sofort nicht mehr in Betracht, beim 4:3 am Freitag gegen Wipperfeld war die werdende Mutter „nur“ noch Zaungast. Dass Li die großen Fußstapfen – Schnaase zählte über Jahre zur internationalen Spitze – dauerhaft ausfüllt, ist laut ihrer Vorgängerin keine Frage: „Yvonne zeigt jetzt schon im zweiten Jahr, dass sie eine wesentliche Verstärkung für das Team ist. Sie ist in dieser Zeit gereift und geht den Weg garantiert auch alleine weiter.“

Kein Plan B, falls Li mal ausfällt

Nur darf sie sich halt nicht verletzen oder anderweitig verhindert sein. Denn einen Plan B gibt es nicht. Sollte Li doch mal fehlen, würde eine der Doppelspielerinnen – Linda Efler oder Eva Janssens – pro forma im Einzel antreten, nach zwei Ballwechseln plötzlich irgendwo im Körper ein Ziehen verspüren und aufgeben.

Da aufgrund der Punktevergabe in der Liga – je nach Ergebnis erhält man keinen, einen, zwei oder drei Zähler – jede Partie entscheidend sein kann, wäre ein kampflos abgeschenktes Match eine echte Hypothek. Erst recht, wenn man wie Lüdinghausen unter allen Umständen in die Playoffs will.

Papa Schnaase ist trotzdem optimistisch: „Karin hat ja auch lange Zeit ohne Backup gespielt.“ Und ein Turniermarathon wie vor Rio 2016, als die Bundesligisten immer wieder Spieler abstellen mussten, sei ebenfalls nicht in Sicht. Teammanager Schnaase kann sich eh freuen: Nach Großvater Otto Igel, ihm selbst nebst Frau Barbara sowie den Kindern Christoph und Karin wächst in deren Bauch womöglich schon die nächste Badminton-Generation heran.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5289134?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F