Badminton: Bundesliga
Ansinnen von Union und Co. abgeschmettert

Lüdinghausen -

Die Erst- und Zweitligisten, darunter der SC Union Lüdinghausen, wollen die Liga selbst vermarkten. Doch die Landesverbände sind dagegen. Es geht um Macht, Einfluss – und das liebe Geld.

Mittwoch, 07.02.2018, 18:02 Uhr

Union Lüdinghausen – hier der Niederländer Nick Fransman – und die übrigen Bundesligisten würden den Spielbetrieb gern in Eigenregie managen. Die Landesverbände stört das.
Union Lüdinghausen – hier der Niederländer Nick Fransman – und die übrigen Bundesligisten würden den Spielbetrieb gern in Eigenregie managen. Die Landesverbände stört das. Foto: flo

Es gibt Ärger in den Badminton-Verbänden. Bei der jüngsten Vollversammlung der Bundesligavereine, die am vergangenen Wochenende parallel zu den Deutschen Meisterschaften in Bielefeld stattfand, stand ein wichtiger Tagesordnungspunkt auf der Tagesordnung: die Gründung eines eigenen Ligaverbandes (DBLV) innerhalb des nationalen Verbandes (DBV ). Dieses Ziel wurde bereits im November 2016 von den 29 Erst- und Zweitligisten (DBLV) formuliert.

Landesverbände stellen sich quer

Nach vielen Verhandlungsrunden hatten sich DBLV-Vorstand und das Präsidium des DBV auf ein Prozedere zur Überlassung der Rechte zur Organisation und Durchführung des Spielbetriebes der Bundesligen geeinigt und einen unterschriftsreifen Grundlagenvertrag vorgelegt. Dieser einvernehmlichen Lösung haben die Vorsitzenden der Landesverbände in Bielefeld mehrheitlich die Zustimmung verweigert. Das DBV-Präsidium sieht sich somit außer Stande, unter diesen Umständen den Vertrag mit dem DBLV abzuschließen. Entsprechend wurde die Tagung der Bundesligavereine ergebnislos abgebrochen. Über weitere Konsequenzen wollen die Erst- und Zweitligisten beim nächsten Treffen am 17. März beraten.

„Es geht natürlich auch um Macht und Einfluss“, kommentiert Union-Teammanager Michael Schnaase das aus seiner Warte ärgerliche Kompetenzgerangel. Außerdem spielen finanzielle Aspekte eine Rolle, da bislang der DBV – wenn auch geringe – Fernsehgelder erhält, die nachvollziehbarerweise die Bundesliga-Vereine für sich beanspruchen.

Bundesligisten sollen offenbar 30 000 Euro zahlen

Als schärfster Gegner des DBLV-Anliegens gilt Ulrich Schaaf . Der Chef des mächtigen NRW-Landesverbandes soll in kleiner Runde geäußert haben, seine Kollegen und er würden dem Abkommen nur gegen eine Zahlung von 30 000 Euro zustimmen. Eine grotesk hohe Forderung, findet Helmut Ruppert, Beisitzer und Pressereferent im DBV-Präsidium. Zumal „die Bundesligisten ja auch etwas für dieses Geld tun, indem sie zum Beispiel den Nachwuchs ausbilden“.

Kommentar

Falls Ulrich Schaaf den Besuch in Bielefeld dazu genutzt hat, sich die DM-Endspiele anzuschauen, ist ihm womöglich aufgefallen, dass vier von fünf Meistertiteln an Spieler aus NRW-Vereinen gingen. Das war allerbeste Werbung für Badminton in der Region, von der nicht nur die Top-Klubs profitieren, sondern auch die Basis im Westen, die Schaaf als Chef des Landesverbandes vertritt. Die Professionalisierung des Spielbetriebes, wie sie die Bundesligisten anstreben, wäre eine einmalige Chance, den Marktwert dieser Nischensportart insgesamt zu steigern. Auch das müsste eigentlich ganz im Sinne der Amateurvereine im Land sein. Zumal deren Talente, die nur in Bonn, Mülheim oder Lüdinghausen bestmöglich fortgebildet werden können, womöglich irgendwann in die Röhre schauen, falls der Aufwand für die Erst- und Zweitligisten, die sich einen solchen Stützpunkt leisten, finanziell nicht mehr darstellbar ist. Dann hätten die Landesverbände schlicht ihr Blatt überreizt. Florian Levenig

 

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