Badminton-Bundesliga
Für die Tonne – Federbälle werden nach kürzester Zeit entsorgt

Lüdinghausen -

Naturfederbälle haben ein ziemlich kurzes Leben. Jedenfalls dann, wenn die Erstliga-Asse des SC Union Lüdinghausen sie auf Tempo 400 beschleunigen. Für den Verein ein erheblicher Kostenfaktor.

Donnerstag, 22.03.2018, 17:03 Uhr

Nicht viel Federlesens: Zwei, drei Bälle pro Satz gehen bei einer Bundesligabegegnung drauf. Da kommt einiges zusammen.
Nicht viel Federlesens: Zwei, drei Bälle pro Satz gehen bei einer Bundesligabegegnung drauf. Da kommt einiges zusammen. Foto: flo

Am Samstag, ab 14 Uhr, wenn Badminton-Bundesligist Union Lüdinghausen den 1. BV Mülheim empfängt, werden sie wieder – man kann das nicht anders sagen – auf die armen Bälle einprügeln. Mit bis zu 400 Stundenkilometern. Und mit fatalen Folgen für das empfindliche Spielgerät, das selten mehr als zehn Ballwechsel übersteht, ehe es in einem eigens aufgestellten Behälter zwischen den beiden Feldern landet.

70 bis 80 jener Naturfederbälle, schätzt Union-Manager Michael Schnaase, werden an einem Bundesliga-Nachmittag im Anton entsorgt. Dazu muss man wissen, dass die Profis nur das Beste vom Besten verwenden. Zwei Euro und mehr kostet ein Ball, der den höchsten Ansprüchen der Erstligaakteure genügt. Da kommt einiges zusammen.

Größter Kostenfaktor in der Abteilung

Zwar sei in Liga eins ein Teil dieser Beträge durch Sponsoren und eine besondere Rabattierung abgedeckt, so Schnaase. Aber: „Wir haben ja noch etliche andere Mannschaften, die am Spielbetrieb oder anderen Wettkämpfen teilnehmen. Und da gibt es keine Sonderkonditionen.“ Aufs Jahr hochgerechnet müsse die Abteilung „eine niedrige fünfstellige Summe“ berappen – „unser größter Kostenfaktor“. Der Teammanager kann sich „nicht vorstellen, dass Union für Fuß- oder Volleybälle auch nur annähernd so viel Geld bezahlt“.

Bälle nur noch beim Jugendtraining zu gebrauchen

Dabei gebe es für die edlen Bälle – diese werden in Asien aus Kork und Gänsefedern gefertigt – nach ihrem kurzlebigen Einsatz in der Beletage sogar eine Anschlussverwendung, klärt Schnaase auf: „Oftmals sind die Bälle nur minimal beschädigt und daher fürs Nachwuchstraining noch gut genug.“

Dass gerade die Männer nicht viel, nun ja, Federlesens mit den Bällen machen, sei übrigens ein Trugschluss, so der Union-Verantwortliche: „Badminton hat ja nichts mit roher Gewalt zu tun. Schnell kaputt gehen die Bälle vor allem dann, wenn sie unsauber getroffen werden.“ Besonders groß sei der Verschleiß – wegen der höheren Schlagfrequenz – im Doppel.

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