Fr., 22.01.2016

Tischtennis beim TTV Metelen Die gute Seele des Vereins

Im Laufe der Jahre wurde TTV-Vorsitzender Günter Born mehrfach für seine ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet.

Im Laufe der Jahre wurde TTV-Vorsitzender Günter Born mehrfach für seine ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet. Foto: Marc Brenzel

Metelen - 

Nach 40 Jahren endet jetzt eine Ära beim Tischtennisverein aus Metelen. Günter Born legt seinen Posten als Vorsitzender nach vier Jahrzehnten nieder. Tischtennis hat im Leben des gebürtigen Wuppertalers immer eine große Rolle gespielt, dabei hat der heute 82-Jährige seine Erfolge aber in einer anderen Sportart gefeiert.

Von Marc Brenzel

Als Jugendlicher pflegte Günter Born sonntags abends eine Tradition: Der NWDR (Nordwestdeutsche Rundfunk) brachte in Zeiten, in denen die meisten Deutschen noch keinen Fernseher besaßen, die Sportergebnisse im Radio. „Fußball, Handball, Tischtennis – mich interessierte alles“, erinnert sich Born gerne daran zurück, wie er die Resultate in sich aufsog wie ein Schwamm das Wasser. Über den Äther ging damals auch, was sich Anfang der 50er Jahre in der Tischtennis-Oberliga West abspielte. „Da habe ich das erste Mal etwas vom TTV Metelen gehört. Wo dieses Metelen liegt, wusste ich aber lange nicht“, dreht der heute 82-Jährige das Rad der Zeit zurück.

Rund sieben Jahrzehnte später hat der gebürtige Wuppertaler in eben diesem Metelen seine Wurzeln geschlagen – auch dank des TTV. „Mich hier derart gut einzuleben, wäre mir mit Sicherheit nicht so leicht gefallen, wenn dieser Verein nicht gewesen wäre“, weiß Born, dass er dem Tischtennisverein, dem er seit mittlerweile 40 Jahren vorsteht, viel zu verdanken hat.

Berufliche Gründe führten Born 1957 aus Wuppertal mit seinen 400 000 Einwohnern nach Metelen, einer Gemeinde mit damals 5000 Köpfen. Um schnell Anschluss zu finden, nahm Born Kontakt zu den ihm aus dem Radio bekannten Rückschlagsportlern auf, die damals noch im Jugendheim trainierten. Dann ging alles ruckzuck: Born wurde nicht nur Mitglied, sondern engagierte sich auch ehrenamtlich. Erst als Assistent des Jugendwartes, dann als Jugendwart, später als zweiter Vorsitzender und seit 1975 als Vereinsspitze. Auf insgesamt 52 Jahre Ehrenamt kann der Metelener verweisen.

Am Sonntag endet während der Jahreshauptversammlung des TTV diese Ära. Dann nämlich gibt Born seinen Posten ab. Das wollte er eigentlich schon 2004, doch so ganz konnte der Verein nicht ohne ihn und er nicht ohne den Verein. „Ein Nachfolger war nicht in Sicht, da habe ich noch mal eine Periode drangehängt, und dann noch eine und noch eine“, resümiert der nun ausscheidende Vorsitzende. „Der Vorstand hat wohl jemanden gesucht, der in väterlicher Weise mit den Leuten reden konnte“, vermutet Born, der von TTV-Geschäftsführer Andreas Joost als „die gute Seele“ des Vereins bezeichnet wird. „Jetzt ist aber Schluss. 40 Jahre Vorsitzender sind lange genug“, bekräftigt Born.

Als Aktiver schlug er übrigens nie für den TTV auf. Er habe zwar zu Schulzeiten in der Freizeit Tischtennis gespielt, doch eigentlich komme er vom Wasserball, so Born, der in dieser Sportart sogar Westdeutscher Vizemeister in der Jugend wurde. „Kurz vor dem Abitur hat mir mein Vater aber nahegelegt, mich mehr auf die Schule zu konzen­trieren. Ansonsten würde er meinen Ball mit dem Messer bearbeiten“, schmunzelt Born.

Seinen Prinzipien ist der Metelener in den 40 Jahren als „TTV-Chef“ immer treu geblieben. Den Nachwuchs zu fördern, den Leistungssport zu unterstützen und das Vereinsleben zu stärken stand immer oben auf der Agenda des FC Bayern-Anhängers. „Die meiste Arbeit hatten aber immer die Geschäftsführer. Und mit denen bin ich stets prima ausgekommen“, lobt Born seine Mitstreiter aus dem geschäftsführenden Vorstand.

Dass es am Sonntag, wenn er das letzte Mal die Jahreshauptversammlung des TTV Metelen leiten wird, ein paar Tränen geben könnte, glaubt Born nicht. Er fügt aber an: „Es wird mit Sicherheit ein Film der vergangenen 40 Jahre an meinem inneren Auge vorbeiziehen.“

Auch wenn Born den Staffelstab an seinen Nachfolger weitergibt, ist das Kapitel TTV Metelen für ihn noch lange nicht beendet. „Ich werde weiterhin zu den Heimspielen kommen und meine Kontakte pflegen. Schließlich sind meine Frau Marlene, meine Kinder, meine Enkel und ich doch eine durch und durch tischtennisverrückte Familie.“

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