Di., 21.03.2017

Volleyball: Frauen-Bundesliga Der USC glaubt an die eigene Stärke - Dörendahl hört nach der Saison auf

Ein letzter Flug durch die Halle Berg Fidel? Linda Dörendahl hat angekündigt, ihre Karriere nach der Saison zu beenden. Die Spielzeit soll für die Libera und den USC allerdings noch weitergehen, gegen Allianz MTV Stuttgart benötigt Münster dafür einen Sieg im zweiten Playoff-Viertelfinale.

Ein letzter Flug durch die Halle Berg Fidel? Linda Dörendahl hat angekündigt, ihre Karriere nach der Saison zu beenden. Die Spielzeit soll für die Libera und den USC allerdings noch weitergehen, gegen Stuttgart benötigt Münster dafür einen Sieg im zweiten Playoff-Viertelfinale. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Nachdem der USC am vergangenen Sonntag die Überraschung in Stuttgart nur knapp verpasst hat, müssen die Unabhängigen nun im zweiten Playoff-Viertelfinale gegen Allianz MTV Stuttgart gewinnen. Doch an das Saisonaus verschwendet niemand einen Gedanken, die Zuversicht regiert am Berg Fidel.

Von Henner Henning

Siegen oder fliegen? Verlängerung der Spielzeit oder Saisonaus? Eine weitere Dienstreise ins Schwabenland oder Urlaub? Antworten auf diese Fragen gibt es am Mittwoch ab 19.30 Uhr, wenn der USC Münster am Berg Fidel in der zweiten Partie des Playoff-Viertelfinals gegen Allianz MTV Stuttgart den ersten Matchball abwehren muss.

An einen negativen Ausgang verschwendet bei den Unabhängigen aber niemand einen Gedanken, schon gar nicht nach der starken Leistung am vergangenen Sonntag in der Scharrena – auch wenn diese letztlich nach 111 Minuten im Tiebreak unbelohnt blieb. „Wir wollen nicht das Ausscheiden vermeiden, sondern unsere Medaillenchance aufrechterhalten“, sagt USC-Trainer Andreas Vollmer. Denn sollte Münster nicht nur sein Heimspiel, sondern dann auch das mögliche dritte und letzte Viertelfinale am Samstag in Stuttgart gewinnen, hätte der USC zumindest Bronze sicher. „Wir können total viel gewinnen und haben ganz wenig zu verlieren. Stuttgart dagegen will als Pokalsieger auch Deutscher Meister werden und hat extrem viel zu verlieren“, meint der 50-jährige Coach.

„Vorfreude ist groß“

Zugegeben, das ist weit vorausgedacht. Doch die Auftritte der vergangenen Wochen mit dem Erfolg zum Hauptrunden-Abschluss bei Titelverteidiger Dresdner SC sowie dem sicheren Weiterkommen in den Pre-Playoffs gegen den VfB Suhl haben den Glauben an die eigene Stärke gefördert. „Eine Entwicklung ist zu sehen, das hat auch das Stuttgart-Spiel gezeigt. Dort hatten wir eine Siegchance, das war saustark von uns“, erklärt Vollmer. Die Statistik belegt das, in der Annahme etwa hatte Münster zum ersten Mal in dieser Saison in einem Duell mit Stuttgart den besseren Wert. „Und auch im Aufschlag sowie im Block waren wir ebenbürtig, haben Stuttgarts Qualität eingedämmt. Wir sind in ihren Köpfen und haben uns etwas zurechtgelegt für das Spiel. Die Vorfreude und der Optimismus sind groß“, sagt Vollmer.

Und kann der USC diese Gefühle in Leistung umwandeln, steigen die Chancen, dass sich der Abschied von Linda Dörendahl noch verzögert. Die Libera hat sich entschlossen, ihre Karriere nach dieser Saison zu beenden. Die Entscheidung ist der 32-Jährigen, die sich seit dem Sommer mit anhaltenden Schulterproblemen herumplagt, nicht leicht gefallen. „Nach 14 Jahren als Volleyball-Profi ist es für mich an der Zeit, Goodbye zu sagen. Ich habe alles erreicht und bin stolz auf das, was ich geschafft habe“, erklärt Dörendahl, die im Jahr 2010 an den Berg Fidel wechselte und seitdem stets eine feste Größe im USC-Team ist – auf und neben dem Platz. Seit Vollmers Amtsantritt 2015 führt sie gemeinsam mit Mittelblockerin Leonie Schwertmann die Unabhängigen als Kapitänin an, das Wort der früheren Nationalspielerin und zweifachen Deutschen Meisterin wie Pokalsiegerin – alle vier Titel gewann sie mit dem Schweriner SC – hat innerhalb der Mannschaft Gewicht.

Ehrgeiz ungebrochen

Nach der Saison will Dörendahl zunächst etwas Abstand gewinnen und sich Freiheiten gönnen, die einem Profi-Sportler oft verwehrt sind. „Als erstes werde ich mir eine kleine Auszeit von allem gönnen und viel reisen. Mich treiben lassen. Es auskosten, dass ich selbst bestimmen kann, wann ich wie an welchem Ort sein kann. Und danach werde ich arbeiten, eine ganz normale Münsteranerin sein. Hier habe ich meine Heimat gefunden“, sagt Dörendahl, die aber ganz sicher nichts dagegen hat, auf ihre Freiheit noch ein paar Tage – oder gar Wochen – zu warten. Denn ihr sportlicher Ehrgeiz ist ungebrochen, auch vor dem zweiten Playoff-Spiel.

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