Do., 09.03.2017

Volleyball: 1. Damen-Bundesliga USC-Negativserie nach Sieg gegen Suhl abgehakt

Juliane Langgemach behauptet sich hier am Netz gegen Suhls Marrit Jasper (l.). Die Mittelblockerin stand zwar etwas im Schatten von Jennifer Keddy, hatte aber gerade im dritten Satz wichtige Momente und schlug sehr gut auf.

Juliane Langgemach behauptet sich hier am Netz gegen Suhls Marrit Jasper (l.). Die Mittelblockerin stand zwar etwas im Schatten von Jennifer Keddy, hatte aber gerade im dritten Satz wichtige Momente und schlug sehr gut auf. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der USC Münster hat schon mal gute Vorarbeit geleistet. Mit dem 3:0 im ersten Pre-Playoff-Spiel gegen den VfB Suhl hat die zuletzt kriselnde Mannschaft ihr Tief endgültig überwunden. Trainer Andreas Vollmer macht sich keine Sorgen um sein Team.

Von Thomas Rellmann

Die einzige Enttäuschung an diesem Abend lieferte die Zuschauerzahl. 503. „Das ist echt wenig“, wunderte sich Andreas Vollmer. Der Trainer des USC Münster ahnte natürlich, woran das lag. Die jüngsten Mittwoch-Heimspiele hatte sein Team ziemlich gegen Köpenick (2:3) und Aachen (0:3) ziemlich verbaselt. Und dann war noch die Konkurrenz namens Fußball, mit der Club öfter zu kämpfen hat. Champions League mit dem BVB und Barcelona statt Volleyball am Berg Fidel.

Dabei hätten es potenzielle Besucher beinahe pünktlich zu 20.45 Uhr auf die Couch geschafft. Drei Minuten vorher hatte der USC den VfB Suhl im Schnelldurchgang mit 3:0 aus der Halle gejagt. Kein Vergleich mehr zu den fünf Niederlagen in Serie war das. „Das Wichtigste ist unsere Beharrlichkeit“, sagte Vollmer, auch mit Blick auf die Mini-Trendwende vier Tage zuvor beim Dresdner SC, als ein 3:1-Sieg glückte und auch die ewige Negativserie gegen die Sachsen fiel.

Klar, der VfB war nicht der Premium-Kontrahent. Das erkannte jeder in der Halle. Und doch erledigten die Münsteraner das, was sie erledigen konnten und mussten. „Unser Blockspiel war deutlich verbessert“, sagte Vollmer mit Verweis auf zehn Zähler, die Jennifer Keddy, Sina Fuchs, Hanna Orthmann oder Juliane Langgemach am Netz direkt einsackten. „Wie Jenny die Bälle im Angriff reingehauen hat, war schon Wahnsinn“, so der Coach. Auch Orthmann und Fuchs punkteten zweistellig in nur drei Sätzen. „Individuell waren alle stark, jede hat ihre Funktion eingebracht“, sagte Vollmer, der auch Kapitänin Leonie Schwertmann nicht brachte, sondern einfach alles so ließ, wie es war.

Suhls Ersatz-Zuspielerin Anna Maria Bajde scheute ein wenig das Risiko und machte es Münster damit leicht. „Unser Block hatte oft genügend Zeit, sich zu formieren. Das zweite große Plus war der USC-Aufschlag, mit dem sich speziell die ohnehin bärenstarke Kaisa Alanko hervortat, die insgesamt 26 Mal an die Linie schritt und sechs direkte Punkte machte. Und auch die Annahme um Fuchs, die neben Alanko und Keddy die dritte Kandidaten für die wertvollste Spielerin gewesen wäre, und Dörendahl funktionierte gut, wie 57 Prozent belegen.

Drei Fragen an Jennifer Keddy

Wie kam es, dass Sie und Kaisa Alanko wie das perfekte Team im Angriff wirkten?

Keddy: Oh, das passt einfach gut zusammen mit uns. Mir macht ja jedes Spiel Spaß. Aber diesmal war es von Anfang an ein gutes Gefühl. Unsere Defensive war top, alles hat gut geklappt.

 

Glauben Sie, dass die Aufgabe auswärts am Samstag deutlich schwerer werden könnte?

Keddy: Ich weiß zumindest, dass die Fans in Suhl richtig laut sind. Aber ich freue mich immer darauf, in fremden Hallen zu spielen. Das ist für mich noch immer spannend.

 

Im vergangenen Herbst hatten Sie nur vereinzelt Spielanteile, jetzt sind Sie die Formstärkste beim USC. Können Sie das erklären?

Keddy: Nein, irgendwie nicht. Ich hatte zwar im August ein paar Verletzungen, war zum Saisonbeginn aber weitgehend fit. Es lag vielleicht daran, dass meine Kolleginnen gut drauf waren und ich einfach warten musste.

Am Samstag also geht es weiter. In der Suhler Wolfsgrube kann sich Münster auch eine ganze Woche Regeneration und zusätzliche Trainingszeit verschaffen, indem es das für nächsten Mittwoch angesetzte Entscheidungsspiel umgeht. „Ich hoffe, dass wir die Pre-Playoffs frühzeitig abschließen können“, sagte Vollmer. „Angst haben muss man um uns nicht.“ Im Viertelfinale würde ja bekanntlich Allianz MTV Stuttgart warten. Reden wollte der Trainer über den Hauptrundenzweiten aber noch nicht. Nein, er schwieg lieber. Auch das zum Thema Beharrlichkeit.

► Pechvogel des Abends im USC-Team war Chiara Hoenhorst aus der zweiten Mannschaft, die kurzfristig als elfte Spielerin ins Aufgebot gerückt war. Sie stürzte in der ersten Satzpause beim Versuch einen Ball aufzuheben, wobei ihr die Kniescheibe raussprang. Keine langwierige Sache, doch beim Schlüsselspiel der Reserve am Samstag in Hamburg muss die Außenangreiferin bittererweise passen.

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