Do., 09.03.2017

Leichtathletik: Sechs-Stunden-Lauf Neues Kapitel der Ultra-Athleten in Handorf

Gerüstet für den Ansturm an Teilnehmern: Christian Pflügler, Carmen Gottlob und Wolfgang Wilmsen (von links).

Gerüstet für den Ansturm an Teilnehmern: Christian Pflügler, Carmen Gottlob und Wolfgang Wilmsen (von links).

Münster - 

In Handorf steht am Wochenende eine ganz spezielle Deutsche Meisterschaft auf dem Programm. Gesucht werden die besten Sechs-Stunden-Läufer. Chef-Organisator Christian Pflügler kann schon vorab ein Rekordergebnis aus den Anmeldelisten vermelden.

Von André Fischer

Handorf Ost“, Truppenübungsplatz. Ein frei zugängliches Areal inmitten der Natur. Hunde- und Pferdebesitzer tummeln sich hier liebend gern am Wochenende, genießen ein Stück weit unberührte Landschaft. Am Samstag müssen sie draußen bleiben. Das Gelände wird zum Sperrgebiet. Gesucht wird der neue (oder alte) Deutsche Meister im Sechs-Stunden-Lauf. 5085 Meter lang ist die nach Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes vermessene Strecke, auf die sich die fast 1000 Läufer begeben. Rekord! Münster wird ein neues Kapitel in der Ultra-Bewegung schreiben.

„976 Anmeldungen“, sagt Christian Pflügler. In seinen Worten schwingt der Stolz mit. 2011 bei der ersten Auflage folgten 47 Teilnehmer seinem Aufruf. Sein „Baby“ ist gewachsen – mittlerweile sogar erwachsen. „Eine echte Erfolgsgeschichte“, freut sich der Hauptorganisator. Schon 2016 war eigentlich ein Eintrag ins Rekordbuch fällig. 547 Aktive zählte er. „Ich habe einen Standardantrag gestellt, ohne allerdings dafür zu bezahlen“, sagt der 49-Jährige. „Abgelehnt“ – das war die Antwort der Herausgeber der Guinness-Fibel. 2017 gibt es eigentlich kein plausibles Argument mehr, das Gesuch abzulehnen.

Japaner, Dänen, Norweger – das Teilnehmerfeld ist international. Mit Adam Zahoran, einem gebürtigen Ungarn, hat sogar der amtierende Deutsche Meister gemeldet. Und auch der Vorjahressieger Christof Marquardt ist im Boot, sagenhafte 81,6 Kilometer legte er im Vorjahr zurück. Unfassbar. Da muss man schon Oberschenkel aus Stahl haben. Das Feld der Frauen ist ebenfalls qualitativ top besetzt. Nele Alder-Baerens ist nationale Spitze und ein aufstrebender Stern am Ultra-Himmel. Sie hat die 80 Kilometer in den sechs Stunden bereits geknackt und gehört in Münster zu den Favoritinnen. Die Vorfreude auf das Ereignis steigt nun mit jedem Tag bei den Organisatoren, die in den vergangenen Wochen viele Stunden „geopfert“ haben. Carmen Gottlob, Jan Waltmans und Wolfgang Wilmsen hängen zusammen mit „Erfinder“ Pflügler seit August 2016 inmitten der Planungen für das mittlerweile auch über die nationale Grenze hinaus beachtete Event. Stress pur, aber auch Ansporn zugleich, die Veranstaltung auf noch breitere Füße zu stellen. „Dann müssen wir uns irgendwann über eine neue Örtlichkeit unterhalten“, sagt Pflügler. „Da wir außerhalb der Kaserne laufen, musste ich mir nun die Genehmigung der Stadt Münster einholen.“ Und das gestaltete sich anfangs schwierig, da die Strecke mitten in einem speziellen Areal liegt. Umweltschützer meldeten Bedenken an – und baten darum, gewisse Auflagen einzuhalten. „Dem sind wir nachgekommen“, sagt Pflügler und ist einfach nur glücklich, am Samstag um Punkt 10 Uhr den Startschuss für den achten „Sechs-Stunden-Lauf“ zu geben. Zuschauer sind bei dieser ersten offiziellen DM in Münster willkommen. Der Einlass erfolgt unter anderem über die Lützowstraße, dem zentralen Punkt in „Handorf Ost“. Am Samstag weit mehr als ein bloßer Truppenübungsplatz.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4692078?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F