Mo., 11.09.2017

Leichtathletik: 16. Volksbank-Münster-Marathon Nur 54 Ausfälle auf der Strecke – doch viele traten gar nicht erst an

Wenig zu tun: Der medizinische Dienst im Zielbereich hatte einen vergleichsweise ruhigen Sonntag. Die meisten der 1824 Teilnehmer (kl. Foto) war augenscheinlich sehr gut vorbereitet.

Wenig zu tun: Der medizinische Dienst im Zielbereich hatte einen vergleichsweise ruhigen Sonntag. Die meisten der 1824 Teilnehmer (kl. Foto) war augenscheinlich sehr gut vorbereitet.

Münster - 

Begründungen liegen zurzeit nicht vor, warum rund 500 angemeldete Marathonis – und damit deutlich mehr als in den vergangenen Jahren – ihre Startgebühr verfallen ließen und erst gar nicht antraten. Der Bilanz dieses in vielerlei Hinsicht spektakulären Marathons tat das zwar keinen Abbruch, Gedanken machen sich die Organisatoren darüber dennoch.

Von Jürgen Beckgerd

Es tut etwas weh, zumal die Gründe nicht exakt verifizierbar sind: Da melden sich 2320 Läufer für die 16. Auflage des Volksbank-Münster-Marathons am vergangenen Sonntag an – und es gehen nur 1824 davon auf die Strecke. In Startgeld ausgedrückt wären das etwa 25 000 Euro, das die Organisatoren quasi ohne Gegenleistung verbuchen können. Aber diese Rechnung hinkt.

Positiv ist folgende Subtraktion: Von den 1824 Startern sind nur 54 Marathonis während des Laufs erschöpfungs- bzw. verletzungsbedingt ausgestiegen, davon zwei Eliteläufer, die aber bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurden.

Fotostrecke: 16. Volksbank-Münster-Marathon

Fehlzahl hat sich 2017 verdoppelt

Warum, fragen die Mitglieder des ausrichtenden Münster Marathon e. V., sind aber so viele Läufer erst gar nicht angetreten? Üblich seien in den Vorjahren höchstens etwa zehn Prozent Vorab-Ausfälle gewesen. Nun hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Vereinsvorsitzender Michael Brinkmann macht die Rechnung mit den Parallel-Veranstaltungen in Münster auf: „Dass so viele Läufer nicht erschienen, hat uns zunächst sehr überrascht. Viele haben uns aber signalisiert, dass sie keine Hotelzimmer mehr bekommen haben“, sagte Brinkmann.

Trotzdem positives Fazit

Gleichwohl: „Am Erfolg der jüngsten Marathon-Veranstaltung hat diese missliche Zahl nicht rütteln können“, sagte Brinkmann. „Das Fazit fällt jedenfalls durchweg positiv aus“. Klaus Jahn, der ehemalige Breitensportverantwortliche im FLVW (Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen), sah die Marathon-Macher, ebenso wie die meisten Top-Läufer auch, auf dem richtigen Weg. Jahn sprach von einem „Happening“ aus Top- und Breitensport, gepaart mit dem tollen Rahmenprogramm. Gewinner Paul Maina lobte die Atmosphäre mit den vielen Zuschauern, ebenso wie die Siegerin Rose Jepchoge und Münsters zurzeit erfolgreichster Dauerläufer David Schönherr: „Extrem geil“, war der Lauf und die Stimmung“, sagte Schönherr. „Ich habe es genossen“, meinte Maina.

Video: 16. Volksbank-Münster-Marathon

Besser werden für 2018

Für die elf Vereinsmitglieder des Münster Marathon e. V. waren diese Lobeshymnen Bestätigung, aber auch Ansporn. Am Montagmorgen saßen die Verantwortlichen zusammen. Was wird besser in der Vorbereitung auf die 17. Auflage am 9. September 2018? Beispielsweise läuft eine Image-Kampagne per Video und google-gesteuert im Spätherbst bei den relevanten Zielgruppen (Lauftreffs, Sportvereine und -verbände) an. „Man kennt uns noch zu wenig“, sagte Brinkmann.

Hoppla: Der Münster-Marathon ist laut einer Online-Umfrage von „marathon4you“ der beliebteste in NRW. Besser werden ist trotzdem das Credo des Vereins. Im nächsten Jahr soll es eine Europa-Wertung geben. „Wir arbeiten weiter am Marathon, wenn uns keine Verbesserung (der Zahlen) gelingt, müssen wir zu anderen Formaten kommen“, betonte Brinkmann vielsagend.

Kommentar: Fragliche Alternativen

Die Gründe über das Fernbleiben von etwa 500 Marathonläufer sind vielschichtig. Ein quantitativ kleinerer Marathon ist umso ärgerlicher, da die Läufe landesweit in Konkurrenz zueinander stehen. Ärgerlich für den Veranstalter, der wegen der geringeren Finisherzahlen an Renommee verlöre. Für die Stadt, die dann ein deutlich kleineres Aushängeschild aufstellen müsste und möglicherweise auch für das Publikum. Denn: Die „Bastion Marathon“ bröckelt, je kleiner sie wird. Die Veranstalter könnten es sich einfach machen und einen andernorts gern genutzten Halbmarathon ins Programm nehmen. Dessen Teilnehmerzahlen wären vielleicht sogar fünfstellig, die der Marathonis aber wären dann marginal. Will man das?

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Alle Informationen zum Münster-Marathon finden Sie in unserem Online-Special

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