Mi., 13.09.2017

Boxen: Bundesstützpunkt Standort Köln sticht Standort Münster aus

Kein Zuschlag: Das Boxzentrum Münster kommt nicht über den Status als Bundesstützpunkt Nachwuchs hinaus.

Kein Zuschlag: Das Boxzentrum Münster kommt nicht über den Status als Bundesstützpunkt Nachwuchs hinaus. Foto: Alexander Heflik

Münster - 

Die Hoffnungen des Standortes Münster, in Kürze Bundesstützpunkt zu werden, haben sich fürs Erste zerschlagen. Das Rennen machte Köln, obwohl das Thema im Rheinland zwischenzeitlich schon ad acta gelegt war und die westfälische Bewerbung keine Schwächen aufwies.

Von Jürgen Beckgerd, Alexander Heflik

Wenn am 23. September die Mitgliederversammlung des Boxverbandes NRW in Münster stattfindet, dann dürfen die Vertreter aus dem Bereich Köln bereits als Sieger einlaufen. Denn nach dem Spitzengespräch in der vergangenen Woche, das mehrfach verschoben und ein ums andere Mal neu aufgelegt wurde in den vergangenen Wochen und Monaten steht nun fest: Köln und Münster bleiben Bundesstützpunkte Nachwuchs im Boxen bis 2018. Köln, und nicht Münster, soll in naher Zukunft zudem Bundesstützpunkt für die Eliteboxer (Olympia- und WM-Kandidaten) werden. Münster dann gegebenenfalls im Jahr 2020. Die Ampel steht auf grün für Köln, auf gelb für Münster.

Damit dürfte vor allem der Landessportbund NRW (LSB) zufrieden sein, schließlich hatte sich der Verband in den letzten Monaten für Köln als einzigen Stützpunkt für Eliteboxer ins Zeug geworfen. Was überraschend kam, denn Köln hatte eine erste Anfrage 2015 negativ beschieden, vom Nachwuchs-Stützpunkt zum nächsthöheren Status aufstocken zu wollen. Münster, das Boxzentrum mit seiner taufrischen Trainings- und Wettkampfhalle, wollte.

Erst als nach den Olympischen Sommerspielen 2016 das gesamte nationale Stützpunkt-Konzept infrage gestellt und ernsthaft erwogen wurde, eine Reihe von Nachwuchszentren zurückzustufen – wovon Köln bei einer Aufwertung Münsters Anfang des Jahres betroffen gewesen wäre –, gab es eine frische Bewerbungsoffensive aus dem Rheinland.

Kommentar: Heftiger Schlag

Ein bisschen hatte sich das angedeutet, den Kampf hinter den Kulissen hat klar Köln gewonnen. Münsters Bewerbung als Bundesstützpunkt der Eliteboxer hatte Dampf, sie war überzeugend, es gab nichts zu beanstanden. Die Unterstützung im Umfeld war riesengroß. Das aber sorgt jetzt für Frust. Ein neuer Anlauf 2020? Man könnte es den handelnden Akteuren nicht verdenken, wenn sie dann streiken und mittlerweile andere Pläne haben. Alexander Heflik

Das Innenministerium NRW mit dem LSB wird also Köln beim Bundes-Innenministerium und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vorschlagen. Das dürfte damit geritzt sein. Dass Münster als zweite Stadt im Land 2020 den Zuschlag für einen Bundesstützpunkt erhält, daran glauben wiederum das Innenministerium NRW und sowohl der Deutsche Boxsportverband DBV wie auch der Boxverband NRW. Es wäre allerdings ein Novum, zumal andernorts Stützpunkte auf der Kippe stehen.

„Die Chancen stehen 50:50“, glaubt Erich Dreke vom NRW-Boxverband. „Wir unterstützen, dass auch Münster Bundesstütztpunkt wird“, erklärt der nationale Box-Chef Jürgen Kyas aus Lengerich. Dreke sagte wiederum am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung: „Münster hat die besten Bedingungen, fast besser als Köln.“ Wie jetzt?

Nur müsse Münster jetzt die Hauptamtlichkeit im Trainerwesen bis 2020 herstellen. Gibt es diese Übungsleiter nicht schon?

Und war man sich in Münster nicht mit einem hochkarätigen Cheftrainer-Kandidaten bereits einig für den Fall des Zuschlags?

„Wir freuen uns natürlich darüber“, sagte auch Lukas Wilaschek, Chefcoach in Köln. Weiter in die Details, warum sein Standort die Nummer eins ist, ging er nicht. Auch viele andere hielten sich zurück, obwohl die Beschlusslage bereits im Umlauf ist.

Dr. Ulrich Thelen nahm die Entscheidung „sportlich“. Er verwies auf den eigenen Antrag: „Wir haben alles getan, um eine gute Bewerbung abzugeben. Wir hatten ein Trainerkonzept, die Infrastruktur mit einer auf Leistungssport ausgerichteten Halle. Sportinternat, Sportfachschule und kurze Wege, mehr ging nicht.“ Dass die Stadt, der Verein zur Förderung des Leistungssports und auch der nationale Boxverband hinter dem Ansinnen standen, unterstrich für Thelen die runde Bewerbung. Jetzt müsse man schauen, wie es weitergeht.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5148271?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F