Fußball: 3. Liga
Preußen-Geschäftsführer Niewöhner: „Ich habe auch Spaß an der Sache“

Münster -

Bernd Niewöhner ist beim SC Preußen Münster der Mann für Fälle. Jugendkoordinator und -trainer war der 67-Jährige ebenso schon beim Drittligisten wie bis vor kurzem Mitglied des Präsidiums. Nun wartet auf Niewöhner eine neue Aufgabe.

Donnerstag, 24.05.2018, 15:02 Uhr

Die Allzweckwaffe: Bernhard Niewöhner (rechts), hier nach der Partie gegen Regensburg mit Club-Chef Christoph Strässer.
Die Allzweckwaffe: Bernhard Niewöhner (rechts), hier nach der Partie gegen Regensburg mit Club-Chef Christoph Strässer. Foto: Jürgen Peperhowe

Seit einer Woche fungiert Bernhard Niewöhner offiziell als kommissarischer Geschäftsführer des SC Preußen. Der treue Vereinssoldat, jahrzehntelang Nachwuchs-Koordinator und Clubinstitution, wird seit seinem Aufstieg ins Präsidium Ende 2016 (das er inzwischen wieder verlassen hat) immer wertvoller für den SCP. Im Interview hat er mit Redakteur Thomas Rellmann über Aufwand und Aufgaben, über Sorgen und Potenziale gesprochen.

Sie haben bis zum Antritt von Sportdirektor Malte Metzelder im April 2017 bereits die Geschäfte geführt und sind auch danach oft eingesprungen. Was ändert sich jetzt?

Niewöhner: Meine Präsenzzeiten sind schon deutlich höher. Es ist eine operative Tätigkeit, fast ein Fulltimejob. Zur normalen Arbeit kommen ja noch die Spiele, da ticken Sportvereine eben anders. Aber ich habe auch Spaß an der Sache.

Ist es für den Verein die Ideallösung, wenn jemand wie Sie kostengünstig einspringt und nicht ins kalte Wasser geworfen wird? Oder bedenklich, weil kein Geld für eine langfristige Einstellung da ist?

Niewöhner: Ein Neueinsteiger würde ja schon bei null beginnen, was problematisch werden könnte. Ich gehe davon aus, dass wir eine gute Variante gefunden haben, auch um in der Zweierbesetzung zu üben. Wenn die Mittel da sind, können wir es immer noch anders machen. Bis dahin ist aber das Konzept erstellt.

Wie lange planen Sie, im Amt zu bleiben?

Niewöhner: Es gibt keinerlei Terminierung. Wenn wir uns einen hauptamtlichen Geschäftsführer leisten können, wird es nicht an mir scheitern. Ich bin auch gerne wieder Rentner. Das ist der Vorteil, dass ich von heute auf morgen aufhören kann.

Wie sieht die Aufgabenteilung aus?

Niewöhner: Exakt besprochen ist das noch nicht, da Malte ein paar Tage frei hatte. Aber wir werden einen Geschäftsverteilungsplan erarbeiten. Was sich um die Profis rankt, liegt bei ihm. Was Verwaltung und Finanzen, Lieferanten betrifft, bei mir. Auch wenn es natürlich Überschneidungen gibt.

Brauchen Sie beide eine Art Gewöhnungsphase?

Niewöhner: Das glaube ich nicht. Wir wollen Doppelarbeit vermeiden, dazu sind Strukturen wichtig. Die Mitarbeiter müssen auch wissen, wen sie für was ansprechen müssen. Aber der Plan dahinter ist ja, dass Malte mehr Gewicht auf das Profi-Team legen kann.

Welche Auswirkungen hat das auf die Mitarbeiter und vor allem auf die Arbeit auf der Geschäftsstelle?

Niewöhner: Ich trete nicht als Sanierer an, aber klar ist, dass wir ein eklatantes Problem bei Einnahmen/Ausgaben haben. Das zeigen auch die Bilanzergebnisse. Also werden wir einiges genauer ansehen müssen, an vielen kleinen Stellen schrauben. Da geht es um Betriebsabläufe und Kostendeckung, aber auch keineswegs um große Sparmaßnahmen.

Der 29. Mai naht. Wie steht es um die Lizenz?

Niewöhner: Ich bin Stand heute sehr, sehr zuversichtlich, das sie safe ist. Natürlich gehen wir nicht mit kleinen Schritten nach draußen, aber ein erster Investor ist ja gefunden. Das dient der Konsolidierung und ist für uns ein großer Schritt.

Dann muss ja jetzt nur noch der erhoffte neue Hauptsponsor kommen ...

Niewöhner: Das ist leider ein anderes Problem. Viele Dinge dazu sind eingeleitet, der Durchbruch ist aber noch nicht erzielt. Wir stand nach jetziger Lage auch so den Kader zumindest komplettieren können. Zusätzliches Geld kommt aber erst über weitere Investoren rein.

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