Wasserspringen: SV 91 Münster
Peer Bertram – kleiner Mann ganz groß

Münster -

Dieser Junge hat was drauf: Gerade neun Jahre ist Wasserspringer Peer Bertram alt. Aber er nimmt die Bretter, wie sie kommen. In Leipzig setzte er sich bei einem Sichtungswettkampf gegen die ältere Konkurrenz durch und darf sich inoffiziell Deutscher Meister vom Ein-Meter-Brett nennen.

Mittwoch, 13.06.2018, 17:14 Uhr

Im freien Fall zu Gold: Peer Bertram überraschte in Leipzig.
Im freien Fall zu Gold: Peer Bertram überraschte in Leipzig. Foto: Juliane Schlechter

Talent ist nicht alles. Durchsetzungsvermögen, Mut und der Drang, Situationen meistern zu wollen, sind für einen guten Sportler ebenso existenziell. All das bringt Peer Bertram mit. Der kleine Mann ist gerade neun Jahre alt – aber seit dem vergangenen Wochenende ein Großer. Beim Sichtungswettkampf der Zehn- und Elfjährigen des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) in Leipzig erstaunte der Nachwuchsspringer des SV 91 Münster nicht nur seine Trainerin Juliane Schlechter. Er düpierte mitunter die ältere, erfahrenere Konkurrenz und wurde Deutscher Meister vom Ein-Meter-Brett. Und das mit einer Ausnahmegenehmigung. Da Bertram noch zu jung ist, musste Schlechter extra einen Antrag bei Bundestrainerin Anne-Kathrin Hoffmann stellen. „Das ist das normale Prozedere“, sagt die Trainerin. Und verrät: „Wir waren alle im siebten Himmel.“

Die Jugendarbeit im SV 91, das ist hinlänglich bekannt, trägt seit Jahren (reife) Früchte. 2013 wurde der Verein als „Nachwuchsstützpunkt Wasserspringen“ des Deutschen Schwimm-Verbandes ausgezeichnet. Eine Ehre. Und mit Bertram haben sie jetzt beim SV 91 anscheinend wieder so einen aufgehenden Stern in ihren Reihen. Einer, der laut Schlechter „sehr mutig und belastbar“ ist, vor nichts zurückschreckt. Kein Brett ist ihm zu hoch.

Vor der Kür stand in Leipzig indes die Pflicht. In einem Landwettkampf galt es elf Teildisziplinen zu absolvieren, in denen konditionelle, motorische und koordinative Fähigkeiten gefragt waren. „Das sind sehr spezielle und hohe Anforderungen, vor allem aus dem turnerischen Bereich“, so Schlechter. In jedem Fall Grundlagen, die ein guter Wasserspringer mitbringen sollte. Schon hier lieferte Bertram erste Kostproben seiner guten Anlagen – Platz fünf stand am Ende zu Buche.

SV 91 Münster bietet kostenloses Probetraining

Der Landesleistungsstützpunkt Wasserspringen der Schwimmvereinigung Münster von 1891 bietet sportlich begabten und interessierten Kindern der Jahrgänge 2011 und 2012 ein kostenloses Probe­training an. Das findet statt am Montag, 25. Juni, von 17 bis 18.30 Uhr im Hallenbad Ost (Manfred-von-Richthofen-Straße), und am Donnerstag, 28. Juni, von 16 bis 18 Uhr in der Universitäts-Sporthalle am Horstmarer Landweg. ­Voraussetzung ist, dass die Kinder sicher schwimmen können, sie benötigen aber keine Vorerfahrungen im Wasserspringen. Um die Anzahl der interessierten Kinder besser überblicken zu können, bittet die Schwimmvereinigung Münster um ­Anmeldung bis Freitag, 22. Juni, unter: jens.natrup@gmail.com.

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Der Konkurrenz das Fürchten lehrte er anschließend vom Drei- und Ein-Meter-Brett – als jüngster Aktiver wohlgemerkt. Sechs Sprünge wollten die Wertungsrichter sehen. Aus drei Metern führte der junge Kerl aus Münster nach den ersten vier Sprüngen – um dann doch minimal zurückzufallen. Bronze blieb – die erste Überraschung. Die zweite folgte aus einem Meter Höhe. „Peer hatte niemand auf der Rechnung. Ihn kannte auch keiner“, so Juliane Schlechter, die sich nach dem goldenen Sieg ihres Schützlings erst mal kneifen musste. Zumal die Gegner in Bundesstützpunkten trainieren und andere, weil bessere Bedingungen vor Ort vorfinden. Um so höher ist der Erfolg einzuschätzen. In der kombinierten Wertung macht Bertram die Medaillensammlung mit Silber voll. Ein runder Abschluss einer ereignisreichen Reise. Gold, Silber, Bronze – Peer Bertram ist ein Stück gewachsen.

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