Sa., 28.03.2015

Integrationsinitiative des DFB: Nottulner im Bild Taib Siddiqui dreht mit Höwedes

Nottuln - 

Und dann ist er im Bild, genau fünf Sekunden lang: Taib Siddiqui. Der A-Jugendfußballer von GW Nottuln stellt sich selbstbewusst neben Benedikt Höwedes, Nationalspieler und Profi-Kicker des FC Schalke 04, und sagt mit fester Stimme: „Wir alle setzen ein Zeichen gegen Vorurteile. Mach auch du mit!“

Von Johannes Oetz

Der 18-Jährige, der gerade am Nottulner Gymnasium sein Abitur baut, ist in diesen Wochen in dem Werbespot „Mach einen Strich durch Vorurteile“ des Deutschen Fußball-Bundes und der Bundesliga-Stiftung zu sehen, der für ein friedliches Miteinander wirbt (siehe weiteren Bericht). Der Spot läuft noch mindestens bis zum Saisonende auf den Fernsehkanälen ARD, ZDF, Sky und Sport 1.

„Da wird ein unglaublicher Aufwand betrieben“

„Das war eine ganz tolle Erfahrung“, berichtet der Nottulner. Geld habe er für seinen Auftritt nicht bekommen. „Das war mir auch völlig unwichtig. Mir ging es darum, die Kampagne zu unterstützen. Wir müssen Vorurteile abbauen und mehr Toleranz zeigen“, sagt Taib Siddiqui, der in Münster geboren wurde. Seine Mutter hatte Afghanistan 1990 verlassen, sein Vater 1995. „Sie sind wegen des Krieges geflüchtet“, berichtet der Kicker, der noch eine „kleine Schwester“ hat: Susan ist 13 Jahre alt und besucht ebenfalls das Gymnasium in Nottuln.

 

Neben der Unterstützung der Kampagne, reizte den 18-Jährigen, der gerne Betriebswirtschaftslehre oder Jura studieren möchte, aber auch, wie ein Fernsehdrehtag abläuft. „Da wird ein unglaublicher Aufwand betrieben“, berichtet der Grün-Weiße. Der ganze Spot dauere ja nur 30 Sekunden, von denen er ganze fünf Sekunden zu sehen sei. „Die Einstellung wurde ein paar Mal gedreht. Ich habe eine halbe Stunde dafür gebraucht. Das war Bestzeit“, erzählt Taib Siddiqui. An diesem Tag wurden in Gelsenkirchen einige kurze Filme gedreht. Insgesamt sind es fünf, in denen die Bundesliga-Profis Ilkay Gündogan, Benedikt Höwedes, Naldo und Änis Ben-Hatira sowie Nationalspielerin Nadine Keßler jeweils mit einem Amateur in einem Spot für die Sache werben.

Nationalspieler foppt den Bayern-Fan

Höwedes durfte sich der Nottulner dabei nicht aussuchen. Der Fan des FC Bayern München wurde dem Schalker zugeteilt. „Das ist ein total cooler Typ. Wir haben einige Späße gemacht. Er hat mich aufgezogen, weil mein Trikot etwas zu groß ist. Und dann hat er meine Bayern-Stutzen gesehen und mir noch einen Spruch rübergereicht.“

 

Zum Abschied bewies dann aber auch der Nottulner, dass er schlagfertig ist. „Wenn noch mal was ist, dann habt ihr ja meine Nummer“, rief er dem Regisseur augenzwinkernd zum Abschied zu. Wer den Film sieht, der kann nur zu einem Urteil kommen: Für die Schauspielerei bringt der junge Mann ebenfalls viel Talent mit. Ein Wiedersehen auf der Mattscheibe wäre daher alles andere als eine Sensation. 

Zum Thema: Integrationsinitiative des DFB

Der Deutsche Fußball-Bund und die Bundesliga-Stiftung starteten jetzt zusammen mit der Bundesregierung eine umfassende Integrationsinitiative. Seit einer Woche wirbt der deutsche Fußball auf vielfältige Weise für ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft und unterstützt zudem konkrete Hilfe. Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus wurde vergangene Woche in Berlin von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sowie Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, ein gemeinsames Aktionspaket vorgestellt. Das Paket sieht unter anderem die Unterstützung von nachhaltigen Projekten zur Integration von Flüchtlingen vor und stellt für diesen Zweck in den kommenden beiden Jahren rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Unter dem Motto „Mach einen Strich durch Vorurteile“ bildete der 26. Spieltag der Bundesliga vor einer Woche den Auftakt für eine Vielzahl von Aktivitäten. Neben öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen in den Bundesliga-Stadien, die ebenfalls beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am vergangenen Mittwoch gegen Australien sowie in der 2. Bundesliga, der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga durchgeführt werden, treten DFB und Bundesliga-Stiftung auch medial für eine verbesserte Integration ein. So engagieren sich die Bundesliga-Profis Ilkay Gündogan, Benedikt Höwedes, Naldo und Änis Ben-Hatira sowie Nationalspielerin Nadine Keßler in TV-Spots, die unter anderem in der ARD, im ZDF, bei Sky und Sport1 geschaltet und auf diese Weise ein Millionen-Publikum erreichen werden.

Offizieller Video-Trailer "Pass auf, was Du sagst!" zum Start der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“:

 

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