So., 18.06.2017

Handball: Bezirksliga Euregio „Legenden“ von GW Nottuln haben es noch drauf

Die „Erste“ und die „Legenden“ vor dem Anpfiff in harmonischer Eintracht. In den folgenden 60 Minuten schenkten die beiden Teams sich allerdings nichts. Jede Mannschaft wollte gewinnen.

Die „Erste“ und die „Legenden“ vor dem Anpfiff in harmonischer Eintracht. In den folgenden 60 Minuten schenkten die beiden Teams sich allerdings nichts. Jede Mannschaft wollte gewinnen. Foto: Klaus Schulte

Nottuln - 

Am Schluss wurde es doch noch emotional: Stefan Göcke, Spielertrainer des amtierenden Kreisliga-Meisters DJK GW Nottuln, zeigte sich überwältigt, dass 32 Weggefährten, ehemalige Nottulner Handballer, ihn zum Ende seiner aktiven Laufbahn – als Trainer wird er der Mannschaft erhalten bleiben – mit einem „Legendenspiel“ gegen das aktuelle Meisterteam verabschieden wollten.

Von Klaus Schulte

„Ich bin überwältigt und danke euch, dass ihr in so großer Zahl gekommen seid. Ich habe jeden von euch vermisst, wenn er sich aus der ersten Mannschaft verabschiedete. Nun bin ich an der Reihe. Danke für 25 Jahre Grün-Weiß Nottuln“, erklärte er mit belegter Stimme.

Alle, auch die Zuschauer, erhoben sich von ihren Plätzen und spendeten lang anhaltenden Applaus. „Wir sind stolz, den Stefan zu haben. Er ist ein ganz wunderbarer Mensch, der den Handballsport lebt“, hatte der frühere Geschäftsführer Werner Hofbauer zuvor nicht mit Lob gespart.

Handball gespielt wurde aber auch. Und dass vor ausverkauftem Haus. Jörg Wiechert, Meistertrainer von 2002, hatte 23 „Legenden“ aufgeboten, die das aktuelle Meisterteam herausforderten. Darunter mit Nico Krukenberg ein Hauptinitiator der Veranstaltung, der eigens aus Südafrika angereist war. Kuriosität am Rande: Mit Ludger und Maximilian Halm sowie Benno und Yannis Frye standen jeweils Vater und Sohn auf dem Feld.

Vor der Begegnung hatte der Coach der „Legenden“ selbstbewusst erklärt, dass man gewinnen wolle. Allerdings fehlten ihm die aktuellen Daten über die Fitness seiner Spieler. Die Frage erübrigte sich bereits beim Aufwärmen. Nicht unbedingt durch Spritzigkeit, vielmehr mit einer ungeheuren Wucht und Präzision beim Torabschluss wusste seine Truppe zu beeindrucken. Zudem waren die drei Torhüter Martin Ballentin, Matthias Forsmann und Ludger Halm motiviert bis in die (ergrauten) Haarspitzen.

Die Schützlinge von Stefan Göcke, der im ersten Durchgang zeitweilig mit auf der Platte stand, waren sich vielleicht ein wenig zu siegessicher. Zwar gingen sie mit 4:2 in Führung, doch nach zahlreichen Fahrkarten lagen sie nach blitzsauberen Treffern von Norman Moldenhauer, Thorsten Große-Frericks, Jörg Levermann und zweimal Christoph Böing plötzlich mit 5:9 im Hintertreffen. Die „Erste“ konterte durch Marco Krebs, Stefan Göcke und Florian Poppe, doch die gut aufgelegten Torhüter der „Oldies“ – Luder Halm und Martin Ballentin – zeigten ihre Klasse. Zur Pause hieß es 11:11-Unentschieden.

Nach dem Seitenwechsel blieb es weiter spannend, nicht zuletzt dank Holger Lappe, der ein ständiger Unruheherd auf Seiten der „Legenden“ war. Aber auch Rechtsaußen Jörg Schneider und Co. waren „fit wie ein Turnschuh“. Weil nun auch noch Andreas Stolz und Tim Uphues aus dem Rückraum trafen, blieb die Begegnung lange ausgeglichen. Wahre Begeisterungsstürme löste Torwartlegende Matthias Forsmann aus, als er einen „Hammer“ aus dem Dreieck fischte. Sebastian Laumann zog im Aufbau gekonnt die Fäden und überraschte mit klaren Ansagen: Spielzüge wie „Uschi links“ und „Mitte rechts“ schienen zumindest einigen Mitspielern noch vertraut. In der Schlussphase drohte den Ehemaligen, die inzwischen Stefan Göcke in ihre Reihen aufgenommen hatten, ein wenig die Luft auszugehen. „Ich weiß gar nicht, wie ich die Rennerei früher geschafft habe“, schnaufte Christoph Böing auf der Bank. „Das sind nur die Zigaretten“, kam es zurück. Florian Poppes Treffer zum 25:22 war aber noch nicht die Entscheidung. Holger Lappe und Uwe Reichenbach konnten noch einmal verkürzen, ehe Jörg Ruhnke und der auffällig agierende Max Thur den Sieg der „Ersten“ sicherstellten. „Schade, ich hätte gerne gewonnen“, zeigte sich die „Legende“ Tim Uphues über die 24:27-Niederlage ein wenig enttäuscht. „Ich würde euch sofort als unsere zweite Mannschaft anmelden“, war Werner Hofbauer von den Ehemaligen begeistert. „Anmeldebögen habe ich dabei“, fügte er augenzwinkernd hinzu. Dann begann die dritte Halbzeit.

Tore: „Legenden“: Holger Lappe (5), Sebastian Laumann (2), Jörg Schneider (2), Norman Moldenhauer (2), Jörg Levermann (2), Christoph Böing (2), Uwe Reichenbach (2), Andre Menke (1), Frank Runde (1), Thorsten Große-Frericks (1), Benno Frye (1), Tim Uphues (1), Andreas Stolz (1), Patrick Bauer (1).

GWN 1: Fabian Rotermund (6), Florian Poppe (5), Maximilian Thur (4), Marco Krebs (3), Yannis Frye (2), Jörg Ruhnke (2), Stefan Göcke (2), Maximilian Halm (2), David Holzgreve (1).

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